Bedrohte Tierart: Iberischer Luchs | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Bedrohte Tierart: Iberischer Luchs

Besonders prekär ist die Lage des Iberischen Luches, auch Pardelluchs genannt. Nur rund 300 Exemplare leben noch in Südspanien und kleinen Teilen Portugals.
 
© WWF
Der Iberische Luchs ist eine der gefährdetsten Katzen der Welt.
"Augen wie ein Luchs haben" – diese selten Katzenart hat sich sogar in unserem Sprachgebrauch verewigt. Tatsächlich kann der Luchs besonders gut sehen, vor allem in der Dämmerung und im Dunkeln. Seine Augen sind sechsmal lichtempfindlicher als unsere. Eine kleine Maus kann die Wildkatze schon aus 75 Metern Entfernung erspähen! Doch diese Fertigkeit hat den Luchs nicht davor bewahrt, vom Menschen bis an den Rand der Ausrottung gejagt zu werden.

Der Iberische Luchs, auch Pardelluchs genannt, ist vom Aussterben bedroht. Nur rund 300 Exemplare leben noch in zwei Rückzugsgebieten in Südspanien und in kleinen Teilen Portugals. Von 100.000 Iberischen Luchsen, die noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts über die Iberische Halbinsel streiften, lebten um 1960 nur noch etwa 3.000 Tiere. 1988 hatte sich der Bestand auf 1.200 und im Jahr 2001 auf nur noch 300 Pardelluchse dezimiert. An dieser niedrigen Bestandszahl hat sich bis heute nicht viel geändert. Der Iberische Luchs ist damit eine der gefährdetsten Katzen der Welt und droht als erste Wildkatzenart noch in der ersten Hälfte des 21. Jahrhundert auszusterben.

Wie viele andere Katzenarten ist der Iberische Luchs ein Einzelgänger. Er ist vorwiegend nachtaktiv. Die Hauptpaarungszeit liegt zwischen Januar und Februar. Zwischen März und April (Hauptsaison) werden nach einer Tragzeit von zwei Monaten zwei bis drei Jungtiere geboren, die vom Muttertier alleine aufgezogen werden. Da es aber schätzungsweise nur noch 90 fortpflanzungsfähige Weibchen gibt, wird der Luchs nicht in der Lage sein, ohne menschliche Unterstützung zu überleben.

Der Lebensraum schwindet

Das Überleben der scheuen Katzen hängt auch eng mit dem Erhalt ihres Lebensraumes zusammen. Anders als ihre Vettern in Nordeuropa sind die Luchse in Spanien keine typischen Waldbewohner. Sie brauchen eine abwechslungsreiche Landschaft mit Buschland, lichten Waldflächen und offenem Gelände. Doch Straßen, Bahntrassen und der Bau von Gas-Pipelines haben ihre Jagdreviere zerstückelt, sodass ein Austausch zwischen den einzelnen Populationen immer schwieriger wird. Und auf den spanischen „Autopistas“ endet die Brautschau für verliebte Luchse oft tödlich. Der Pardelluchs wird außerdem noch immer illegal gejagt. Außerdem verendet er auch in für anderes Wild ausgelegten Fallen und Schlingen. In den 1950er-Jahren hat ein zur Kaninchenbestandsregulierung eingeführtes Virus aus Südamerika, die Myxomatose, die Europäischen Kaninchenbestände zu 95 Prozent dezimiert. Bis heute haben sich die Populationen davon noch nicht erholt. Durch eine Blutkrankheit (viruelle Pneumonie) in den 1980er-Jahren brachen die Bestände erneut zusammen. Dieser Zusammenbruch der Beutepopulationen führte auch zur drastischen Dezimierung der Luchse.

Auf der Roten Liste der Weltnaturschutzorganisation IUCN rangiert der Iberische Luchs unter "vom Aussterben bedroht". Ohne schnelle und konzentrierte finanzielle und politische Hilfe droht die Art bald für immer zu verschwinden. Das spanische Umweltministerium, der WWF Spanien und andere Organisationen setzen sich daher für den Erhalt der seltenen Art ein.
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