Bedrohte Tierart: Sumatra-Tiger

Von Wilderern gejagt, verlieren die Sumatra-Tiger immer weitere Teile ihrer Heimat durch die fortschreitende Zerstörung des indonesischen Dschungels. Aktuellen Bestandsschätzungen zufolge soll es mittlerweile nur noch etwa 400 lebende Individuen geben.
 
© Fredy Mercay
Es leben nur noch 400 Tiere auf Sumatra.
Noch vor 20 Jahren bedeckten 500.000 Hektar Regenwald die weiten Ebenen der Insel Sumatra – heute fällen kreischende Motorsägen Baum um Baum. Der artenreichste Tieflandregenwald der Erde muss Platz machen für riesige Zellstoff- und Palmölplantagen. Von Wilderern gejagt, verlieren die Sumatra-Tiger immer weitere Teile ihrer Heimat durch die fortschreitende Zerstörung des indonesischen Dschungels. Jeden Tag werden allein in der Sumatra-Provinz Riau über 460 Hektar Wald gefällt, geschreddert und verbrannt – eine Fläche von 32 Fußballfeldern pro Stunde!

Doch die Inseltiger brauchen ein großes Revier, um überleben zu können. Mit einer Schulterhöhe von 75 Zentimetern und einer Gesamtlänge von 2,5 Metern ist der Sumatra-Tiger die kleinste lebende Unterart des Tigers – für viele ist er aber auch die Schönste aller Raubkatzen. Sein charismatisch orangefarbenes Fell leuchtet satt zwischen dem typischen schwarzen Streifenmuster. Wie alle Tiger liebt auch der Sumatra-Tiger das Wasser. Aktuellen Bestandsschätzungen zufolge sollen mittlerweile nur noch etwa 400 Exemplare auf der indonesischen Insel leben.

Das Preisgeld ist hoch

Auf ihren Streifzügen stoßen die Tiere immer häufiger auf Plantagen, die den Regenwald durchschneiden. Dort werden sie von Arbeitern gejagt, die Angst um ihr Leben und ihre Haustiere haben. Die indonesische Regierung plant zwar, den Tesso Nilo-Nationalpark von 38.000 auf 86.000 Haktar zu vergrößern – eine neue Hoffnung für die zahlreichen bedrohten Tier- und Pflanzenarten Sumatras. Trotzdem stellen Wilderer weiterhin ihre Fallen auf, denn für Tigerfell und -knochen werden hohe Preise bezahlt. Sogar Hoden und Augäpfel werden weiter verkauft, weil ihnen die traditionelle chinesische Medizin eine Heilwirkung bei Kopfschmerzen zuschreibt.

Außerdem wird weiterhin auch in Tesso Nilo illegal Holz gefällt. Der WWF fordert daher die indonesische Regierung auf, verstärkte Anstrengungen gegen den Raubbau zu unternehmen und zugleich das Schutzgebiet tatsächlich auf die seit Langem geforderten 100.000 Hektar zu vergrößern. Dies hat die indonesische Regierung zwar bereits angekündigt, allerdings wurden für die fehlenden Hektar Wald bereits Konzessionen an große Holzfirmen erteilt. Diese müssten auf formalem Weg wieder zurückgegeben werden – ansonsten bliebe die Heimat des Sumatra-Tigers weiterhin bedroht.

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