Erste Hilfe für Fledermäuse | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Erste Hilfe für Fledermäuse

Sie haben eine kleine Fledermaus gefunden, die hilflos auf dem Boden liegt oder orientierungslos herumkrabbelt? Wir haben für Sie einige Tipps, wie Sie dem Findling dabei helfen können, wieder zu seiner Mutter zurückzukehren.
 
© Thomas Brodmann/animals-digital.de
Zu kalt, zu heiß, zu trocken: Wenn das Klima im Sommerquartier nicht mehr stimmt, ziehen Fledermäuse um. Manchmal wird nur etwas zur  Seite gerutscht, ein anderes Mal ziehen die Mütter mit ihren noch nicht flugfähigen Jungtieren in ein neues Sommerquartier um. Dabei kann der Nachwuchs verloren gehen. Aber auch ohne Quartierwechsel passiert es, dass ein Tierchen den Halt verlieren und abstürzt. Am häufigsten passieren solche Unfälle im Juni und Juli.

Was tun?

Was tun mit so einem am Boden liegenden oder umherkrabbelnden Findling? Ist das Fledermaus-Quartier bekannt oder wird hinter der Hauswandverkleidung oder einem Fensterladen entdeckt, dann nimmt man das Fledermauskind mit Handschuhen oder einem Tuch in die Hand und lässt es in die Wochenstube hineinkrabbeln. Dort wird es dann von den Artgenossen mit Gezwitscher aufgenommen. Wenn unklar ist, wo der Findling herkommt (Umzugsopfer oder unbekanntes Quartier irgendwo in großer Höhe unterm Dach eines Wohnhauses), muss man versuchen, die Mutter anzulocken, damit sie ihr Junges abholt. Dazu wird die Fledermaus in einem glattwandigen Gefäß, zum Beispiel einer Plastikschüssel mit ca. zehn Zentimeter hohem Rand auf ein Tuch gesetzt. So kann sie nicht herauskrabbeln, das durch ihre Rufe angelockte Muttertier aber gut landen und mit ihr zusammen - an Brustdrüsen festgeklammert - wieder wegfliegen.

Das Tierchen kommt auf den Präsentierteller

Diese „Präsentierschüssel“ wird auf einem Hocker, Gartentisch oder auch umgedrehten Eimer platziert. Tagsüber sind solche Versuche nicht sehr aussichtsreich. Die günstigste Zeit ist die frühe Abenddämmerung, wenn Ausflugzeit bei den Fledermäusen ist. Natürlich muss man sich ruhig verhalten und in einer Distanz von etwa 10 Metern bleiben, um die Fledermäuse nicht zu stören. Neugierige Katzen oder Krähen hat man so trotzdem unter Kontrolle. Ist das Jungtier am zweiten Tag noch nicht geholt, bleibt nur die Aufzucht durch den Fledermausexperten, der in jedem Fall gerufen werden sollte.Hier ein Video über eine Baby-Fledermaus, die von ihrer Mutter verstoßen wurde:



 

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