Gibt es lebende Fossilien? | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Gibt es lebende Fossilien?

In Japan und China wandern immer noch prähistorische Riesensalamander umher. Bis zu zwei Meter lang können diese Prachtexemplare lebender Fossile werden. Glauben Sie nicht? Na, dann lassen Sie sich überraschen!
 
© Rainer Brückner/pixelio.de
Bergnarr, Regenmännchen, Feuermolch und Gelber Schneider sind nur einige der Volksnamen, die man dem Feuersalamander gab.
Als Lurchi kennt ihn jedes Kind, als Markensymbol für bequeme Fußbekleidung hat er die Welt erobert: der Salamander. Bei uns gibt es ihn in zwei Arten: als Alpen- und, weitaus bekannter, als Feuersalamander.

Zwischen Aberglauben und modernem Schuhwerk

Letzterer hat seinen Namen einem uralten Aberglauben zu verdanken: Noch bis über das späte Mittelalter hinaus glaubte man, Salamander seien Elemantargeister,  die im Feuer leben können – und es sogar zum Verlöschen bringen können. Mit der Folge, dass bei Bränden haufenweise Salamander in die lodernden Flammen geworfen wurden. Außerdem wurde ihrem giftigen Hautsekret nachgesagt, ganze Dörfer auslöschen zu können. Was aber natürlich nicht, wie früher angenommen, durch bloßes Berühren der Tiere, sondern nur durch Injektion des hochkonzentrierten Giftstoffes hätte passieren können. Salamander haben eine Menge faszinierender und ungewöhnlicher Eigenarten entwickelt. Wussten Sie etwa, dass Alpensalamander lebendgebärend sind und Feuersalamander kiementragende Larven zur Welt bringen? Ovovivipar nennen das die Biologen, da die Entwicklung im Ei innerhalb des Weibchens abläuft, die Eier also nicht abgelegt werden. Und ist Ihnen bekannt, dass Salamander riesengroß werden können? Wenn auch (nicht mehr) bei uns, so aber in Asien und Amerika. Dort gibt es Riesensalamander, die zwei Meter lang und bis zu 200 Kilogramm schwer werden. Lebende Fossile, die vor 25 Millionen Jahren auch hierzulande gelebt haben.

Kaltblütige Juwelen: Salamander sind wechselwarm

1965 hat man bei Willershausen sogar Versteinerungen gigantischer Salamander gefunden, die vor „nur“ 3 Millionen Jahren hier heimisch waren. Und: Wissenschaftler vermuten, dass „Nessie“, das Monster von Loch Ness, könnte es sie wirklich geben, ein Salamander oder Molch sein müsse.

Salamander legen eine erstaunliche Regenerationsfähigkeit an den Tag. Selbst entfernt liegende Gliedmaßen und Zehen könnenvon ihnen wieder erneuert werden. Kein Wunder, dass Salamander die großen Hof fnungsträger der Altersforscher und Regenerationsmediziner sind – lassen sie doch den Traum vom ewigen und gesunden Leben ein großes Stück näher gerückt erscheinen.

Feuermolch und Gelber Schneider

Salamander selbst werden im Schnitt 20 bis 50 Jahre alt, in Gefangenschaft noch älter. Sie werden zu den Schwanzlurchen gerechnet und verbringen ihre Jugend meist als Larve im Wasser. Nach ihrer Metamorphose zum fertigen Salamander tauschen sie das Dasein im Wasser mit dem Landleben ein. Nur zum Ablegen ihrer Larven oder Eier kehren sie wieder kurz zum Wasser zurück. Heimische Ausnahme ist der Alpensalamander. Sein Nachwuchs ist sofort an Land lebensfähig.

Bergnarr, Regenmännchen, Feuermolch und Gelber Schneider sind nur einige der Volksnamen, die man dem Feuersalamander gab. Noch so ein Kuriosum: In der Kochszene versteht man unter „Salamander“ einen Gratiniergrill, der schnell eine starke Oberhitze aufbaut. Und der Werbeslogan besagter Schuhfirma hallt uns allen noch lange fröhlich im Gedächtnis nach: „Lange schallt´s im Walde noch: Salamander, lebe hoch!“ (Autor: Dr. Angelika Huber)

Das könnte Sie auch interessieren




Foto: © Rainer Brückner/ www.pixelio.de
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren