Hilfe für Igel im Sommer | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Hilfe für Igel im Sommer

Wir zeigen Ihnen, welche Igel man mit nach Hause bzw. zu einer Igelstation nehmen sollte und welche Sie beruhigt im Wald lassen können.
 
© Thomas Brodmann / animals-digital.de
Achtung beim Aufräumen im Garten. Unter Laubhaufen oder Kompost verstecken sich oft Igel

Nicht jeder Igel braucht Hilfe

Jeder Tierfreund, der beim Spazierengehen oder im eigenen Garten junge Igel entdeckt, sollte sich grundsätzlich über eines im Klaren sein: Nicht jedes Tier benötigt tatsächlich Hilfe von uns Menschen. Nur Igel, die ganz offensichtlich nicht alleine überleben können, dürfen aufgenommen werden. Und auch nur so lange, bis sie wieder auf ihren eigenen Füßchen stehen können. Dann müssen die stacheligen Säugetiere wieder freigelassen werden. Jeder Igelfinder sollte sich sofort an eine Igelstation oder eine Beratungsstelle wenden, denn für Unerfahrene ist die Aufzucht eines Babys nahezu unmöglich. Am besten ist es, die Igel zu einer der nächstgelegenen Stationen zu bringen, wo sie fachgerechte Pflege erhalten.


Hauptwurfzeit im August und September

Die meisten Igel erblicken im Vergleich zu anderen Tierarten erst sehr spät das Licht der Welt. Die Hauptwurfzeiten sind im August und September (84,1%), nur ein sehr geringer Prozentsatz wird bereits zwischen Mai und Juni geboren. Eine europaweite Fragebogenaktion des Vereins Pro Igel ergab übrigens, dass die Tiere im Norden Deutschlands eher später werfen als in Süddeutschland.


Wer ist hilfsbedürftig

Stößt nun der eine oder andere Tierfreund auf Igelkinder, so gilt zunächst: Hilfsbedürftig sind diejenigen, die sich tagsüber außerhalb des Nestes aufhalten. Besonders gefährdet sind natürlich ganz junge Tiere, deren Augen und Ohren noch geschlossen sind und die sich sehr kühl anfühlen (Bauchseite deutlich kälter als die eigene Hand), denn solche Säuglinge sind mit großer Wahrscheinlichkeit mutterlos . Der Igelvater übrigens verlässt das Weibchen bereits nach der Zeugung und kümmert sich nicht um den Nachwuchs.

Stößt man beim Aufräumen im Garten auf ein Igelnest, so sollte man es unberührt lassen. Hat man es schon – z.B. beim Entfernen eines Laubhaufens oder auch beim Umstechen des Kompostes – teilweise zerstört, muss es sofort wieder zugedeckt und in Ruhe gelassen werden! Generell empfiehlt es sich, bei solchen Arbeiten sehr vorsichtig zu sein, da durch Mistgabel oder Schaufel leicht schlafende Igel(-kinder) verletzt werden können.

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Thomas Brodmann / animals-digital.de
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