Fisch des Jahres 2009: Europäischer Aal | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Fisch des Jahres 2009: Europäischer Aal

Der Verband Deutscher Sportfischer (VDSF) und das Bundesamt für Naturschutz (BfN) bestimmten gemeinsam mit österreichischen und schweizerischen Verbänden den Europäischen Aal zum Fisch des Jahres 2009.
 
© pixabay.com/k10legs (CC0 Public Domain)
Fisch des Jahres 2009 ist der Europäische Aal.
Der Aal ist ein ganz besonderer Fisch. Seine lang gestreckte und schlangenförmige Körperform macht ihn unverwechselbar. Ein weiblicher Aal kann bis zu 1,5 Meter lang und 6 Kilogramm schwer werden. Männchen werden noch nicht einmal halb so groß. Der Europäische Aal gehört zu den nachtaktive Knochenfischen und hält sich untertags auf dem Gewässergrund unter Steinen, im Schlamm oder in Spalten auf. Nachts geht er auf Futtersuche. Besonders hat er es dabei auf Würmer, kleine Krebse, Insektenlarven, Fischleich und kleine Fische abgesehen.

Alle Aale schlüpfen im Atlantik, genauer gesagt in den Tangwäldern der Sargassosee nahe den Bahamas. Von dort aus driften die Larven in Richtung Osten und erreichen nach etwa drei Jahren die europäische Küste. Bis sie dort angekommen sind, haben sich die Larven zu etwa sieben Zentimeter großen Glasaalen weiterentwickelt. Die Jungtiere wandern in die Flussmündungen ein, steigen in den Flüssen auf und gelangen auf diese Weise auch in Seen. Das Vorkommen des Europäischen Aals erstreckt sich über die Atlantikküste Nordafrikas und Europas, einschließlich Nordsee, Ostsee, Mittelmeer und Schwarzes Meer. Zur Fortpflanzung schwimmen die Aale wieder zurück an den Ort, wo sie geschlüpft sind - zurück in die Sargassosee. Nachdem die Fische dort abgelaicht haben, sterben sie.

Dem Aal wird der Lebensraum genommen

Für den dramatischen Bestandrückgang des Europäischen Aals gibt es mehrere Ursachen. Wie bereits erwähnt, wandert der Aal Zeit seines Lebens durch die Gewässer. Sind diese jedoch durch Wasserkraftwerke verbaut, endet die Wanderung des Aals meist tödlich. Der Wegfang der Glasaale und die direkte Verarbeitung zu Fischkonserven hat ebenfalls zur Dezimierung des Tieres beigetragen. Aber auch der Export nach Fernost hat den Fisch in Bedrängnis gebracht. Ob Klimaänderungen auch einen Einfluss auf den Bestandrückgang haben, wird noch untersucht.

In Deutschlang steht dieser unverwechselbare Fisch schon seit 1998 auf der Roten Liste gefährdeter Arten. Mittlerweile hat die EU ein Aalschutzprogramm aufgelegt. Ab 2009 sollen bestimmte Mengen gefangener Glasaale zur Aufzucht in Binnengewässer ausgesetzt werden. Das Washingtoner Artenschutzabkommen CITES hat ebenfalls ein Schutzprogramm und strenge Handelsbeschränkungen für Aale beschlossen. (Ewelina Zmyslowska)

Tiere des Jahres 2009




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