Fisch des Jahres 2010: Die Karausche | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Fisch des Jahres 2010: Die Karausche

Die Karausche ist zum Fisch des Jahres 2010 gewählt worden. Mit dieser Ehrung wollen der Verband Deutscher Sportfischer (VDSF), das Österreichische Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz (ÖKF), das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) den kaum bekannten Karpfenfisch einer breiten Öffentlichkeit vorstellen.

 
© Wolfgang Hauer
Fisch des Jahres 2010 ist die Karausche.
Die Karausche (Carassius carassius) ist eine sehr robuste und ausdauernde Fischart, die bevorzugt in kleinen, pflanzenreichen Gewässern lebt. Dank ihrer hohen Anpassungsfähigkeit ist sie sogar in kleinen und sauerstoffarmen Tümpeln zu finden. Oft wird sie als "Meisterin des Luftanhaltens" bezeichnet: Trocknet ein Gewässer aus, kann sich die Karausche im Schlamm vergraben und bis zu fünf Tage überleben. Im Schlamm vergraben überwintert sie auch in einer Art Winterstarre. Sobald die Temperaturen steigen, erwacht sie wieder aus dieser Starre.

Mückenlarven zum Fressen

Die Karausche gehört zur Familie der Karpfenfische und ist auch als Moorkarpfen bekannt. Sie wird ungefähr 20 bis 35 Zentimeter groß, hat einen hochrückigen Körper und ein kleines Maul. Die Färbung der großen Schuppen reicht von grau über grünlich bis zu messinggelb. Laien können sie leicht mit einem jungen Karpfen verwechseln, doch anders als dieser besitzt die Karausche keine Barteln.

Karauschen ernähren sich von Mückenlarven, Wasserflöhen, Würmern und Schlammschnecken sowie pflanzlichen Stoffen. Sie sind nahezu in ganz Europa verbreitet, nur in Spanien, Mittel- und Süditalien sowie in Nordfinnland sind sie nicht zu finden. In Deutschland wird sie immer seltener. Gründe dafür sind Umweltverschmutzung und menschliche Eingriffe in die Natur. In manchen Regionen, wie beispielsweise in Nordrhein-Westfalen, wird diese Fischart bereits als „stark gefährdet“ eingestuft. Matthias Müller
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