Wildtier des Jahres 2009: Igel | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Wildtier des Jahres 2009: Igel

Die Schutzgemeinschaft Deutsches Wild (SDWi) hat den Igel zum „Wildtier des Jahres 2009" gekürt. Grund: Er ist auf allen Kontinenten verbreitet und als Märchengestalt sehr beliebt.
 
Igel © Thomas Brodmann / animals-digital.de
Wildtier des Jahres 2009 ist der Igel.
Ein ausgewachsener Braunbrust-Igel kann bis zu 7.500 Stacheln haben. Die Stacheln sind nichts anderes, als modifizierte Haare. Zusammen mit den Maulwürfen und den Spitzmäusen zählt der Braunbrust-Igel (Erinaceus europaeus) zur Ordnung der Insektenfresser. Wie viele andere Arten zieht es auch Igel aus der ausgeräumten Landschaft zunehmend in menschliche Siedlungen. Hier finden sie Lebensraum, Nahrung und Unterschlupf.

Igel sind dämmerungs- und nachtaktiv und haben ein breites Nahrungsspektrum: Sie fressen Laufkäfer, Larven von Nachtschmetterlingen und sonstige Insekten, Regenwürmer, Ohrwürmer, Schnecken, Hundert- und Tausendfüßer sowie Spinnen. Igel sind also keine Vegetarier, sie fressen im Garten kein Obst und kein Gemüse.

Den Winter verschlafen

Igel halten Winterschlaf. Wenn die Bodentemperaturen absinkt und über längere Zeit um den Gefrierpunkt bleibt, suchen sich die Igel ein kuscheliges Winterquartier - zum Beispiel Laub- und Reisighaufen. Das ist meist im November. Entgegen ihrer sonstigen Gewohnheit sind Igel im beginnenden Herbst auch tagsüber aktiv. Vor allem die Jungtiere müssen sich jetzt für den bevorstehenden Winterschlaf noch einige Fettreserven anfressen. Während des Winterschlafs verlieren Igel 20 bis 40 Prozent ihres Körpergewichts.

Igel wiegen je nach Jahreszeit und Geschlecht zwischen 800 und 1500 Gramm. Bringen Jungigel Anfang November, im Flachland etwa Mitte November, weniger als ein Pfund auf die Waage, sind sie als hilfsbedürftig einzustufen. Allerdings sind auch erfolgreiche Überwinterungen bedeutend leichterer Tiere bekannt. Wenn das Wetter noch in den Frühling hinein schlecht bleibt, verlassen die stacheligen Tiere erst im April oder Mai Ihr Winterquartier.

Igel sind gefährdet

Igel sind sehr neugierig und beschnuppern interessante Gegenstände nicht nur ausgiebig, sondern sie belecken sie und versuchen sie zu kauen. Dabei bildet der Igel eine weißschaumige Speichelabsonderung. Dieser Vorgang ist natürlich, harmlos und hat mit Tollwut nichts zu tun.

Igel sind aus verschiedenen Gründen gefährdet: Siedlungen und Straßenbau schränken ihren Lebensraum ein, auf Straßen kommen jährlich hunderttausende zu Tode und in Gärten fehlt es häufig an Unterschlupfmöglichkeiten und Nahrung. Igel benötigen giftfreie Gärten. Vor allem Schneckenkorn und Rattengift können ihnen zum Verhängnis werden. Daher empfehlen sich grundsätzlich Alternativen zum Gifteinsatz. Ist eine Rattenbekämpfung unumgänglich, sollte diese fachkundig durchgeführt werden. Dabei sollte der Giftköder in verdeckten Behältnissen liegen und für Igel nicht erreichbar sein. (Ewelina Zmyslowska)

Tiere des Jahres 2009

Fotos: 
Thomas Brodmann / animals-digital.de
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