40 Jahre der Weiße Hai | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin
Ein Film prägt Tier-Image

40 Jahre der Weiße Hai

Der Weiße Hai zählt zu den gefürchtetsten Tieren auf der Welt. Daran ist der Hollywood-Film "Der Weiße Hai" nicht ganz unschuldig. Vor 40 Jahren, am 20. Juni 1975, kam der Streifen in die Kinos. Zum Jubiläum wird er in einigen US-Kinos erneut gezeigt. Doch sind Haie wirklich so gefährlich für Menschen? Und was ist dran am Monster-Image?
 
40 Jahre der Weiße Hai © Ulla Trampert / pixelio.de
Weltweit soll es nur zwischen 3.000 und 5.000 Weiße Haie geben. Jährlich werden rund 73 Millionen Haie aller Art getötet.
Steven Spielberg hat vor 40 Jahren mit seinem Streifen "Der Weiße Hai" nicht nur den Sommer-Blockbuster in der Filmwelt ins Leben gerufen, sondern auch die Wahrnehmung von Haien nachhaltig geprägt. Zum Jubiläum, vor 40 Jahren, am 20. Juni 1975, kam der Streifen in die Kinos, wird der Film in einigen US-Kinos erneut gezeigt. Doch sind Haie wirklich so gefährlich für Menschen? Und was ist dran am Monster-Image?

Film-Fakten

"Der Weiße Hai" wurde auf der Insel Martha‘s Vineyard vor Massachusetts an der amerikanischen Ostküste gedreht. Die Insel ist bis heute ein Touristen-Magnet für Hai-Liebhaber und zählt zu den Hot Spots der Reichen und Schönen. Doch nicht nur die Insel hat vom Film profitiert. Obwohl die Dreharbeiten statt 55 Tage, 159 Tage dauerten und die Kosten rund 12 Millionen Dollar (ca. 10,6 Millionen Euro) betrugen, hatte der Streifen bereits zwei Wochen nach seinem Erscheinen die Kosten wieder eingespielt. Ein Phänomen, galt bis dato die Zeit von Juni bis August als wenig lukrativ. Heute verdient die Branche in dieser Periode rund 40 Prozent ihres Jahresumsatzes.

"Der Weiße Hai" hat bis heute weltweit fast eine halbe Milliarde Dollar eingespielt. Er wurde mit drei Oscars ausgezeichnet und seine Filmmusik, das wirkungsvolle Zwei-Noten-Opus, ist zu einem Klassiker mutiert, den (fast) jeder sofort erkennt. Zwei Noten, die den Horror auf der Leinwand ins Unermessliche steigern. Steven Spielberg wurde zum Wunderknaben empor gehoben und wurde diesem Ruf mit seinen Folgewerken "ET", "Jurassic Park", "Schindler’s Liste" und "Der Soldat James Ryan" durchaus gerecht.
 
Der größte Weiße Hai, der bisher gesichtet wurde - das Foto:

Kleiner Einblick hinter die Kulissen: Damals gab es noch keine ausgefeilte Computer-Technik um die Hai zum Leben zu erwecken, daher wurden Hai-Attrappen aus Metall gebaut und verwendet. Diese mögen heute albern wirken, verfehlten ihre Wirkung damals jedoch nicht. Durch den filmischen Erfolg wurde der Hai zu einer kulturellen Faszination. Einerseits wurde die Angst vor den Raubtieren verstärkt, andererseits wurde seine bedrohte Existenz mehr in das Licht der Öffentlichkeit gerückt.

Mit Haien twittern

Neben Filmen wie "Sharknado", faszinierenden IMAX-Dokumentationen oder der jährlichen "Shark Week" (Hai-Woche) flossen mehr Gelder in die Erforschung von Haien. Eine Kampagne zum Beispiel, von Chris Fischer und seiner Wohltätigkeitsorganisation OCEARCH , die sich mit der Erforschung von Haien beschäftigt, hat Haie mit GPS-Signalen ausgestattet, um deren Wanderungen verfolgen zu können. Auf der Homepage kann man die Bewegung der Haie verfolgen oder auf Twitter, denn einige Fans haben für die Weißen Haie Social-Media-Profile angelegt und "unterhalten sich" mit ihren Followern (wie Fans auf Twitter heißen).
 
Am erfolgreichsten ist Mary Lee , die über 76.000 Fans hat und fröhlich Antworten auf die absurdesten Fragen gibt. Die Hai-Liebe geht mittlerweile soweit, dass die Fans den Haien schreiben, dass sie mal an ihrer Küste vorbei schwimmen sollen. Etwas was vor 40 Jahren noch undenkbar gewesen wäre. Bedrohte Tierarten zu unterstützen, das ist ein Trend, der das Monster-Image in den Hintergrund drängt.  Haie werden offenbar populärer und sammeln Anhänger, darunter auch Promis wie Schauspieler Zac Efron oder Moderatorin Ellen DeGeneres, die sich für sie einsetzen. Wissenschaftler versuchen nach wie vor, mehr über Haie herauszufinden.

Einige Fakten zum Weißen Hai

  • Weiße Haie  können bis zu sechs Meter lang und bis zu zwei Tonnen schwer werden.
  • Sie können laut einer Studie aus dem Jahr 2014 bis zu 70 Jahre alt werden, zuvor wurde von gerade mal 30 Jahren Lebenserwartung ausgegangen.
  • Sie gelten als schwimmende Sinnesmaschinen, die über einen ausgezeichneten Geruchs- und Geschmackssinn verfügen.
  • Weiße Haie benutzen spezielle Organe in ihrer Schnauze, um elektromagnetische Felder wahrzunehmen, die sie beim Jagen verwenden, um Veränderungen in Druck und Temperatur zu erkennen.
  • Weiße Haie gelten als beliebtes Nahrungsmittel, da sie reich an Eiweiß sind. In China ist die "Shark Fin Soup" (eine Suppe aus Haiflossen) sehr beliebt.
  • Seit Ende der 90er-Jahre gibt es verschiedene Gesetze, die die Jagd auf Weiße Haie und auch die Jagd auf Haiflossen weltweit verbieten.
  • Weltweit soll es nur zwischen 3.000 und 5.000 Weiße Haie geben. Jährlich werden rund 73 Millionen Haie aller Art getötet.
  • Weiße Haie sind für das ökologische Gleichgewicht sehr wichtig, weil sie die Bestände von Seelöwen, Fischen und Tintenfischen regulieren.
  • Menschen besitzen für den Weißen Hai wenig Nahrungsgehalt, sie sind als direkte Beute uninteressant.
  • Haie verwechseln aber ihre Beute und halten Surfer für rudernde Robben, ihre Leibspeise.
  • Laut Statistiken starben im Jahr 2014 mehr Menschen durch Kühe als durch Haie.
  • Im Jahr 2014 starben lediglich 6 Personen durch einen Haiangriff. Die meisten Haiangriffe enden nicht tödlich.
     
Hier noch mal den Trailer zu "Der Weiße Hai" ansehen:

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Foto: © Ulla Trampert/ www.pixelio.de
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