Wildtier-Lexikon: Afrikanische Goldkatze | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Wildtier-Lexikon: Afrikanische Goldkatze

In Liberia halten viele Einwohner die Goldkatze für den "leiblichen Bruder" des Leoparden. Lesen Sie hier Steckbrief, Systematik, Aussehen, Fortpflanzung, Entwicklung, Lebensweise, Verhalten und Ernährung. Hätten Sie's gewusst?
 
Wildtier-Lexikon: Afrikanische Goldkatze © Image courtesy of AKARAKINGDOMS at FreeDigitalPhotos.net
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Steckbrief

  • Körperlänge: 65 - 95 cm
  • Gewicht:10 - 17 kg
  • Lebenserwartung: 10 - 12 Jahre
  • Verbreitung: West- und Zentralafrika, selten auch Ostafrika
  • Lebensraum: Regenwaldgürtel, selten auch Trockenwälder und offene Savanne
  • Artbestand: gering gefährdet

Systematik

  • Klasse: Säugetiere
  • Ordnung: Raubtiere
  • Familie: Katzen
  • Gattung: Profelis
  • Art: Afrikanische Goldkatze (Profelis aurata)

Aussehen

Der Name Goldkatze ist ein wenig irreführend, weil die afrikanische Goldkatze keineswegs immer ein goldfarbenes Fell hat. Die Farbvariationen sind riesig, von Fuchsrot über Zimtfarben bis Silbergrau. Auch die Zeichnung des Felles variiert stark: Es gibt Katzen fast ohne Musterung, andere wiederum sind stark gemustert. Die Unterseite ist jedoch immer heller als die Oberseite. Über den Augen befinden sich schwarze Flecken. Farbe und Musterung scheinen nicht von der geografischen Herkunft abhängig zu sein und können sich auch im Laufe des Lebens einer Katze ändern. Rund vier Prozent aller Goldkatzen sind vollkommen schwarz.

Fortpflanzung und Entwicklung

Die afrikanische Goldkatze ist eine Einzelgängerin, nur zur Paarungszeit treffen Männchen und Weibchen aufeinander. Nach der Paarung verlässt das Männchen das Weibchen, denn die Aufgabe, die Nachkommen großzuziehen, hat allein das weibliche Tier. In freier Wildbahn soll die afrikanische Wildkatze laut Einheimischen immer nur ein Junges gebären, in menschlicher Obhut (z.B.: in Zoos) gab es jedoch schon Zwillingsgeburten. Die Tragezeit in Gefangenschaft beträgt 78 Tage, das Geburtsgewicht der Jungtiere etwa 200 Gramm. Rund vier Monate lang bleiben die Jungen bei der Mutter, die sie langsam daran gewöhnt, selbstständig zu werden. Nach diesen vier Monaten verlassen die Jungtiere das Weibchen und suchen sich ein eigenes Revier. Nach etwa elf Monaten sind die Weibchen geschlechtsreif, die Männchen erst nach 20 Monaten. Die Lebenserwartung in freier Wildbahn dürfte bei zehn bis zwölf Jahren liegen.

Lebensweise und Verhalten

Über die afrikanische Goldkatze ist nur sehr wenig bekannt da sie sehr scheu ist. Sie verbringt den Tag schlafend im Geäst der Urwaldbäume oder in Bauhöhlen und jagt nachts. Die Wildkatze soll außerdem eine Pirschjägerin sein, so wie viele ihrer Artverwandten. Sie schleicht sich unbemerkt und so nah an ihr Opfer heran, dass sie es mit einem Sprung ergreifen kann, packt es dann mit den scharfen Krallen ihrer Vorderpfoten und tötet die Beute durch einen kräftigen Biss in die Nackenwirbel.

Eine große Gefahr stellt für die Goldkatze die Vernichtung ihrer Rückzugsgebiete dar. Die äquatorial-afrikanischen Wälder werden immer stärker für die Gewinnung von Edel-, Bau- und Brennholz zerstört, landwirtschaftliche Nutzfläche wird auf Kosten der natürlichen Wälder gewonnen, und Viehweiden werden vom Menschen in die ehemaligen Waldflächen hinein ausgedehnt. Durch diese voranschreitende Verkleinerung des Lebensraumes verringert sich auch der Beutetierbestand enorm, d.h. die Goldkatze findet immer schwerer Nahrung. Durch die Abholzung werden einzelne Reviere der Goldkatze isoliert, d.h. in diesem abgegrenzten Gebiet treffen keine fremden Goldkatzen aufeinander, sondern nur die eingeschlossenen Tiere im jeweiligen Revier. Dadurch bleibt der Genpool immer gleich, das heißt: Es kommen keine neuen Erbinformationen, zum Beispiel durch ein fremdes Männchen, hinzu. Als Folge der gleich bleibenden Geninformation steigt die Gefahr von Mutationen.

Ernährung

Die afrikanische Goldkatze ernährt sich von kleinen bis mittelgroßen Säugetieren, beispielsweise Duckern, Baumschliefern und Böckchen, ferner von Kleinhuftieren und Nagetieren. Auch Vögel und Affen, die sich beim Sturz aus Waldkronen verletzt haben, werden von ihr erbeutet. Berichten zufolge erbeuten Goldkatzen auch Ziegen, Hühner und andere Nutztiere des Menschen in Waldnähe.

Hätten Sie's gewusst?

In Liberia halten viele Einwohner die Goldkatze für den "leiblichen Bruder" des Leoparden .


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