Wildtier-Lexikon: Afrikanischer Elefant | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Wildtier-Lexikon: Afrikanischer Elefant

Auch wenn der Elefant das größte Landsäugetier der Welt ist, seine Verdauung ist nicht gerade rekordverdächtig. Lesen Sie hier Steckbrief, Systematik, Aussehen, Fortpflanzung, Entwicklung, Lebensweise, Verhalten und Ernährung. Hätten Sie's gewusst?
 
Wildtier-Lexikon: Afrikanischer Elefant © Thomas Brodmann / animals-digital.de
Afrikanische Elefanten sind sehr gesellige Tiere und leben in großen Herden.

Steckbrief

  • Körperlänge: Weibchen: 4 - 6 m, Männchen: 5 - 7,5 m (mit Rüssel)
  • Gewicht: Weibchen: 1800 - 3500 kg, Männchen: 3000 - 6000 kg
  • Lebenserwartung: 50 - 70 Jahre
  • Verbreitung: in Afrika, fast nur noch in Nationalparks
  • Lebensraum: Savanne, Regenwald
  • Artbestand: gefährdet

Systematik

  • Klasse: Säugetiere
  • Ordnung: Rüsseltiere
  • Familie: Elefanten
  • Gattung: Loxodonta
  • Art: Afrikanischer Elefant (Loxodonta africana)

Aussehen

Die grauen Giganten sind in Größe und Gewicht einzigartig in der Welt der Landlebewesen, wobei der Waldelefant kleiner und leichter ist als der Steppenelefant. Ihre runzelige, graue Haut kann bis zu vier Zentimeter dick werden und ist trotzdem sehr empfindlich. Junge Elefanten haben meist noch ein dünnes Haarkleid, das aber mit dem Alter bei den Steppenelefanten verschwindet; nur an Maul und Augen bleiben Borsten zurück und am Schwanzende ein Haarbüschel. Die Waldelefanten behalten ein wenig mehr Körperbehaarung.

Die riesigen nach oben gebogenen Stoßzähne der Steppenelefanten sind bei beiden Geschlechtern zu sehen; bei den Bullen erreichen sie eine gewaltige Länge von bis zu drei Metern. Die der Waldelefanten sind dünner, kleiner und kaum gebogen. Auch die Ohren sind ein Unterscheidungsmerkmal, denn die der Steppenelefanten sind größer und eckiger als die kleinen rundlichen ihrer waldlebenden Verwandten. Ein weiteres besonderes Merkmal beider Spezies ist der lange Rüssel mit zwei lippenähnlichen Fortsätzen, der vor allem zum Tasten, Greifen und natürlich zum Riechen und Atmen dient.

Fortpflanzung und Entwicklung

Sowohl Weibchen als auch Männchen, man nennt sie Elefantenkühe und -bullen, haben bestimmte Brunftzeiten, die allerdings nicht an eine Jahreszeit geknüpft sind. Bei den Männchen ist während dieser Tage eine Drüse hinter dem Auge zu sehen, die eine stark riechende Flüssigkeit absondert. Während dieser so genannten "Musth" sind die Dickhäuter sehr aggressiv und kampflustig. Zur Paarung suchen sie Anschluss an eine weibliche Herde. Etwa 21 Monate danach bringt die Elefantenkuh in den meisten Fällen ein einzelnes Junges zur Welt, das bereits bei der Geburt über 100 Kilogramm wiegen und bis zu einem Meter groß sein kann. Nach etwa zehn Jahren sind Elefantenkühe geschlechtsreif, die Bullen erst später. Sie verlassen ihre Familie. Ihre volle Größe erreichen die Tiere  erst sehr spät mit etwa 15 bis 25 Jahren, und selbst danach wachsen sie bis zu ihrem Lebensende immer noch langsam weiter.

Lebensweise und Verhalten

Afrikanische Elefanten sind sehr gesellige Tiere und leben in Herden, die hauptsächlich aus Elefantenkühen und ihren Sprösslingen bestehen. Durchschnittlich sind es etwa zehn Tiere in einem Familienverband, aber zu bestimmten Zeiten wurden auch über 100 gemeinsam umherziehende gesichtet.

Die Bullen streifen, nachdem sie ihre Mutter verlassen haben, entweder alleine durch die Steppen oder bilden Bullen-Herden, in denen eine Rangfolge ausgefochten wird.

Sinnesleistungen

Das Gehirn der Elefanten ist enorm groß und leistungsfähig. Zusammen mit Delfinen und Menschenaffen werden sie zu den intelligentesten Tieren der Welt gezählt. So stammt die Redewendung "ein Gedächtnis wie ein Elefant haben" (für einen nachtragenden Menschen) vermutlich daher, dass die gutmütigen Riesen oft noch Jahre später wissen, wenn ihnen einmal Schmerz oder Leid zugefügt wurden. Besonders ausgeprägt sind ihr Gehör sowie Tast- und Geruchssinn. So können die Dickhäuter zum Beispiel auch Töne wahrnehmen, die sehr tief und für das menschliche Ohr nicht hörbar sind.

Kommunikation

Elefantenkinder werden von ihrer Mutter wahrscheinlich unter anderem durch das Schlagen ihrer Ohren gegen den Kopf gerufen, und zur freundlichen Begrüßung untereinander wird gequietscht und gegrollt. Vor allem aber verständigen sich die Tiere durch gegenseitiges Beschnuppern und Betasten von Kopf und Körper. Bei Gefahr oder Aufregung stoßen sie lautes Tröten und Brüllen aus, das bis weit in die Wildnis zu hören ist. Außerdem haben Forscher kürzlich entdeckt, dass sich Elefanten zusätzlich mit sehr tiefen Tönen im so genannten Infraschallbereich "unterhalten".

Ernährung

Auch wenn der Elefant das größte Landsäugetier der Welt ist, seine Verdauung ist nicht gerade rekordverdächtig: etwa die Hälfte der aufgenommen Nahrung verlässt den Körper unverdaut wieder. Um trotzdem genug Nährstoffe zu bekommen, ist er jeden Tag etwa 18 bis 20 Stunden mit Fressen beschäftigt, und nimmt dabei oft über 200 Kilogramm Gras, Wurzeln und Rinden zu sich. Besonders gern haben die Dickhäuter auch Früchte - vor allem wenn sie schon überreif sind. Bereits vor mehr als 100 Jahren beobachtete man, wie die robusten Riesen sich daran satt aßen und anschließend (durch den beim Faulen entstandenen Alkohol) betrunken herumtorkelten. Die tägliche Wasseraufnahme steht den Mengen an festem Futter in nichts nach: Insgesamt rund 80 Liter Wasser saugen Elefanten über den Tag verteilt mit dem Rüssel auf, um es sich dann in den Mund zu spritzen.

Hätten Sie’s gewusst?

Oft wird behauptet, Elefanten hätten Angst vor Mäusen, weil diese ihnen in den Rüssel kriechen könnten. Der Zoologe Bernhard Grzimek wollte das genauer wissen, und probierte es aus. Der Elefant ließ die Maus zu seiner Überraschung sehr nah an den Rüssel herankommen und stampfte sie dann mit dem Fuß tot. Als man aber Kaninchen in den Stall ließ, schreckten die Dickhäuter ängstlich zurück und versuchten, die Eindringlinge mit aufgewirbeltem Schmutz einzustauben.

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Hier ein Elefanten-Video:

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