Wildtier-Lexikon: Alpaka | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Wildtier-Lexikon: Alpaka

Steckbrief, Systematik, Aussehen, Fortpflanzung, Entwicklung, Lebensweise, Verhalten und Ernährung. Hätten Sie's gewusst?
 
Alpaka © animal-digital.de
Steckbrief
  • Körperlänge: Weibchen: 120 - 200 cm, Männchen: 140 - 225 cm
  • Gewicht: Weibchen: 50 - 60 kg, Männchen: 60 - 80 kg
  • Lebenserwartung: 18 - 20 Jahre
  • Verbreitung: Südamerika
  • Lebensraum: Gebirge
  • Artbestand: etwa 3 Millionen
Systematik
  • Klasse: Säugetiere
  • Ordnung: Paarhufer
  • Familie: Kamele
  • Gattung: Lamas
  • Art: Alpaka (Lama pacos)
Aussehen

Der Körperbau des Alpakas ist dem des Lamas sehr ähnlich. Das Alpaka hat lange, dünne Beine, die in paarigen Hufen mit weichen Sohlen enden. Sie besitzen einen langen, schlanken Hals auf dem ein dreieckiger Kopf sitzt. Im Vergleich zum Körper ist der Kopf klein. Alpakas haben große, dunkle Augen und gerade, ovale Ohren. Die Oberlippe des Alpakas ist gespalten und eignet sich daher sehr gut zum Abrupfen von Blättern und Gräsern. Der Schwanz der Alpakas ist kurz. Das Fell ist meist schwarz, grau oder dunkelbraun gefärbt, aber auch weiße oder gescheckte Tiere kommen vor. Die Fellstruktur unterscheidet sich bei den beiden Unterarten. Das Huakaya Alpaka hat ein dichtes Fell mit ausgeprägter Unterwolle. Da sich die längeren Haare stark kräuseln wirkt das Huakaya sehr flauschig. Das Suri Alpaka hat wenig Unterwolle und die langen Grannenhaare sind nicht gekräuselt, sondern leicht gewellt und liegen dicht am Körper an.

Fortpflanzung und Entwicklung

Alpakas werden mit etwa zwei Jahren geschlechtsreif, wobei Stuten ihre Entwicklung meist etwas früher abschließen als Hengste. Alpakas sind das ganze Jahr über zur Befruchtung bereit. Sie haben eine sehr lange Tragzeit. Die Stute wird einmal im Jahr von dem Hengst gedeckt und ist dann zirka 11,5 Monate trächtig. Alpakas gebären ihre Fohlen meist am Vormittag, damit sie gleich von der Sonne gewärmt und getrocknet werden. Eine Alpakastute hat meist nur ein Cria (spanische Bezeichnung für Fohlen). Zwillingsgeburten sind sehr selten. Bei der Geburt wiegt das Fohlen nur um die acht Kilogramm. Die Crias sind Nestflüchter, bereits wenige Stunden nach der Geburt stehen sie auf den Beinen und trinken bei der Mutter. Nach der Geburt bleiben die Fohlen etwa ein Jahr an der Seite ihrer Mutter. Diese kann jedoch bereits nach zwei bis drei Wochen erneut gedeckt werden.

Lebensweise und Verhalten

Alpakas sind sehr soziale und gesellige Tiere. Sie leben in großen Herdenverbänden. Unter ausgewachsenen Hengsten kommt es jedoch zu Kämpfen, so dass in der Regel nur ein ausgewachsenes männliches Alpaka in einer Herde lebt. Alpakas sind tagaktiv. Mit ihrem dichten Fell und den weichen Hufen sind sie ideal an das Leben in Hochgebirgen angepasst. Alpakas sind Fluchttiere, wenn ihnen jedoch keine Wahl bleibt können sich die friedlichen Tiere mit kräftigem Spuken zur Wehr setzen.

Kommunikation

Alpakas kommunizieren sowohl mit der Körper- als auch mit der Lautsprache. Dabei spielt die Körpersprache die wichtigere Rolle. So verrät beispielsweise die Stellung der Ohren oder des Schwanzes den Gemütszustand eines Tieres. Ein gesenkter Kopf gilt als Warnung und deutet auf Angriff hin. Wie Lamas, spucken auch Alpakas. Spucken dient vor allem dazu, die Rangordnung innerhalb der Herde zu klären. Manchmal werden auch potenzielle Feinde mit kräftigem Spucken abgewehrt. Die Lautsprache gehört ebenso zur Kommunikation in der Herde. Durch ein charakteristisches, leises Brummen gibt ein Alpaka zu verstehen, dass es zufrieden ist. Ein leises Wiehern hingegen dient als Alarmsignal.

Ernährung

In ihrer Heimat, den Anden, ist das Nahrungsangebot sehr karg. Die Alpakas haben sich sehr gut an diese Bedingungen angepasst. Sie sind reine Pflanzenfresser und ernähren sich hauptsächlich von harten, proteinarmen Gräsern. Obwohl Alpakas wiederkäuen, werden sie nicht als Wiederkäuer bezeichnet, da ihr Magen lediglich aus drei Teilen besteht. Werden Alpakas als Haustiere gehalten, ist Heu das wichtigste Grundnahrungsmittel, das den Tieren stets zur Verfügung stehen muss. Ebenso sollte natürlich frisches Wasser stets zugänglich sein.

Hätten Sie's gewusst?

Je nach dem wie eilig sie es haben, bewegen sich Alpakas im gemütlichen Pass oder im flotten Galopp fort. Neben diesen beiden Gangarten haben diese Tiere jedoch noch eine dritte, die so bei keinem anderen Tier zu sehen ist. Sie wird als "stotting" bezeichnet. Dabei unterbrechen die Alpakas den Galopp immer wieder indem sie mit allen Vieren gleichzeitig in die Luft hüpfen.


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