Wildtier-Lexikon: Alpensteinbock | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Wildtier-Lexikon: Alpensteinbock

Steckbrief, Systematik, Aussehen, Fortpflanzung, Entwicklung, Lebensweise, Verhalten und Ernährung. Hätten Sie's gewusst?
 
Alpensteinbock © animal-digital.de
Steckbrief
  • Körperlänge: Weibchen: 80 - 115 cm, Männchen: 150 - 170 cm
  • Gewicht: Weibchen: 40 - 50 kg, Männchen: 90 - 110 kg
  • Lebenserwartung: 10 - 14 Jahre
  • Verbreitung: Alpen
  • Lebensraum: Gebirge
  • Artbestand: ca. 40.000
Systematik
  • Klasse: Säugetiere
  • Ordnung: Paarhufer
  • Familie: Hornträger
  • Gattung: Ziegen
  • Art: Steinbock (Capra ibex)
Aussehen

Der Alpensteinbock hat einen stämmigen, kräftigen Körper. Das Männchen (Bock) ist deutlich größer und schwerer als das Weibchen (Geiß). Beide Geschlechter tragen Hörner. Die Hörner der Geiß sind kurz, dünn und gerade. Der Bock trägt mächtige Hörner, die säbelartig nach hinten gebogen sind und an der Vorderseite kräftige Wülste haben. Sie können bis zu einen Meter lang werden. Im Winter ist das dichte, raue Fell beider Geschlechter graubraun. Im Sommer hat der Bock ein dunkelbraunes und die Geiß ein rötliches Fell. Männchen tragen einen Ziegenbart. Der Schwanz des Steinbocks ist kurz und buschig. Der Steinbock steht auf langen, starken Beinen. Die Hinterbeine sind etwas länger als die Vorderbeine. Dadurch wird dem Steinbock das Klettern an steilen Hängen erleichtert.

Fortpflanzung und Entwicklung

Im Winter lösen sich die Herden der Böcke auf. Die Böcke versuchen nun, sich einer Geißenherde anzuschließen und diese für sich zu gewinnen. Zwischen den Böcken finden Rivalenkämpfe statt. Die Tiere stellen sich dabei auf ihre Hinterbeine und stoßen mit den Hörnern zusammen. Hat ein Bock eine Geißenherde gefunden, verbringt er mit ihr den Winter und deckt alle Weibchen. Im Frühling verlässt er die Herde. Nach etwa fünfmonatiger Tragezeit bringt die Geiß ein, selten auch zwei Junge (Kitze) zur Welt. Steinböcke sind Nestflüchter, die Jungen sind bereits wenige Stunden nach der Geburt in der Lage, der Mutter zu folgen. Sie werden jedoch erst im Alter von etwa einem Jahr entwöhnt. Böcke werden mit zwei Jahren geschlechtsreif, Geißen ein wenig später. Allerdings ist ein Bock erst mit etwa sechs Jahren in der Lage, sich gegen ältere Artgenossen durchzusetzen und Weibchen für sich gewinnen. Junge Böcke verlassen die Herde ihrer Mutter, sobald sie geschlechtsreif werden. Die Geißen bleiben meist ein Leben lang in derselben Gruppe.

Lebensweise und Verhalten

Der Alpensteinbock ist hauptsächlich über der Baumgrenze zu Hause. Er ist sehr sozial und lebt in Herden von bis zu 40 Tieren. In diesen Herden sind die Geschlechter nicht vermischt: Geißen und ihre Kitze leben in kleinen Gruppen von fünf bis zehn Tieren, Böcke schließen sich mit gleichaltrigen Artgenossen zu großen Herden von bis zu 40 Tieren zusammen. Sie haben eine feste Rangordnung. Nur in der Paarungszeit begegnen sich die Geschlechter. Alte Böcke leben oft als Einzelgänger. Der Alpensteinbock ist tagaktiv. Er ist ein äußerst geschickter Kletterer und kann sich auch an steilen Felshängen sicher fortbewegen.

Ernährung

Der Steinbock ist ein reiner Vegetarier. Er ernährt sich hauptsächlich von Gräsern und Kräutern. Ist das Nahrungsangebot gering, frisst der Alpensteinbock auch Äste und Rinde. Im Sommer steigt der Steinbock auf alpine Wiesen herab, um dort zu grasen. Im Winter gräbt er unter dem Schnee nach Gras und Moos.

Hätten Sie's gewusst?

Seit dem Mittelalter galten viele Teile des Steinbocks als Wundermittel. Hörner, Magensteine, Blut und Herzknorpel der Tiere sollten eine Vielzahl von Krankheiten heilen. Apotheker zahlten viel Geld für erlegte Tiere. Deshalb stellten Jäger und Wilddiebe den Alpensteinböcken stark nach. Anfang des 19. Jahrhunderts waren die Tiere daher fast ausgestorben, nur etwa 50 Steinböcke überlebten. Von diesen stammen die heutigen Steinböcke ab. 


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