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Wildtier-Lexikon: Blauwal

Der Blauwal ist das größte Säugetier der Welt - und das größte Tier, das jemals auf Erden gelebt hat, größer als jeder Dinosaurier. Lesen Sie hier Steckbrief, Systematik, Aussehen, Fortpflanzung, Entwicklung, Lebensweise, Verhalten und Ernährung. Hätten Sie's gewusst?
 
Steckbrief: Blauwal © Pixabay/Janeb13
Der Blauwal ist das größte, lebende Säugetier auf unserer Welt

Steckbrief

  • Körperlänge: 25 - 30 m
  • Gewicht: 100 - 140 t
  • Lebenserwartung: 50 - 80 Jahre
  • Verbreitung: in allen Weltmeeren
  • Lebensraum: Hochsee
  • Artbestand: Vom Aussterben bedroht

Systematik

  • Klasse: Säugetiere
  • Ordnung: Wale
  • Familie: Furchenwale
  • Gattung: Balaenoptera
  • Art: Blauwal (Balaenoptera musculus)

Aussehen

Der Körper des Blauwals ist schlank, stromlinienförmig und dunkel blau-grau gefärbt. Dabei ist die Bauchseite etwas heller getönt und kann nach längerer Zeit in polaren Gewässern auch leicht gelblich gefärbt sein. Wale, die dieses Merkmal aufweisen, werden auch "Schwefelbäuche" genannt. Die großen Meeressäuger besitzen einen auffällig breiten Kopf mit einer flachen Schnauze. An einigen Stellen des Kopfes sind sogar Haare zu finden, vor allem am Kinn. Die Rückflosse des Blauwals befindet sich auf dem hinteren Viertel des Rückens und ist ziemlich klein: Sie erreicht eine maximale Höhe von 45 Zentimeter. Die Schwanzflosse ist sehr breit und in der Mitte eingekerbt.

Fortpflanzung und Entwicklung

Über das Paarungsverhalten von Blauwalen ist nur wenig bekannt, es wird vermutet, dass die Tiere Gelegenheitspaarer sind. Die trächtigen Weibchen wandern in subtropische Gewässer, um dort nach einer Tragzeit von elf Monaten ihr Junges zur Welt zu bringen. Die Entwöhnung der Jungtiere findet nach sechs- bis siebenmonatiger Säugung statt, während der Wanderung in die Nahrungsgründe. Weibliche Blauwale sind etwa alle zwei Jahre trächtig. Sie erreichen ihre Geschlechtsreife frühestens mit fünf Jahren. Männliche Tiere werden mit vier oder fünf Jahren geschlechtsreif.

Lebensweise und Verhalten

Blauwale sind meist Einzelgänger oder bilden Mutter-Kind-Gruppen. Ihre Schwimmgeschwindigkeit liegt bei der Nahrungsaufnahme zwischen zwei und sechs km/h. Bei Wanderungen sind sie bis zu 33 km/h schnell, ihre Höchstgeschwindigkeit liegt bei zirka 48 Stundenkilometern. Blauwale können bis zu 20 Minuten unter Wasser bleiben und 200 Meter tief tauchen. Wenn sie atmen, stoßen sie beim Auftauchen einen Wasser-Luftstrahl nach oben aus. Dieser wird "Blas" genannt und ist zwischen drei und neun Meter hoch. Im Normalfall tauchen Blauwale alle zwei Minuten auf.

Sinnesleistungen

Die Kommunikation zwischen Blauwalen ist nicht sehr ausgeprägt. Sie unterhalten sich mit tieffrequenten Stöhnlauten, Pochen, Raspeln und Brummen. Sehr selten stoßen die Säuger auch ultrafrequente Klicklaute aus. Strophenartige Wahlgesänge wie zum Beispiel bei den Buckelwalen gibt es bei dieser Art nicht. Ob das Schwanzschlagen auf die Wasseroberfläche eine kommunikative Bedeutung hat, ist noch nicht bekannt.

Ernährung

Der Blauwal ernährt sich von Plankton, also kleinen Organismen unterschiedlicher Art, die frei im Wasser schweben. Diese filtert er mit Hilfe seiner Barten aus dem Meerwasser heraus. In der Antarktis ist er auf antarktischen Krill spezialisiert. Die Kleinskrebse, die nur rund sechs Zentimeter lang werden, kommen in großen Schwärmen vor. In seltenen Fällen ernähren sich Blauwale auch von Fischen. Ihre Nahrung suchen Blauwale meist in Tiefen von 100 Metern. In den Sommermonaten frisst ein Blauwal pro Tag bis zu 40 Millionen Kleinkrebse, im Winter lebt er von seinen Fettreserven.

Hätten Sie's gewusst?

Der Blauwal ist das größte Säugetier der Welt - und das größte Tier, das jemals auf Erden gelebt hat, größer als jeder Dinosaurier. Das Herz eines Blauwals wiegt bis zu einer Tonne und seine Hauptschlagader ist so groß, dass ein Mensch durch sie hindurch schwimmen könnte. Der Magen eines Blauwals kann bis zu 2.000 Kilogramm Nahrung aufnehmen. Da ihr Fleisch sehr schmackhaft ist und ihre Knochen gerne als Werkstoff verwendet werden, sind die Tiere seit dem 19. Jahrhundert intensiv gejagt worden. Bis heute ist die Tierart vom Aussterben bedroht.

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Fotos: 
Pixabay/Janeb13
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