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Wildtier-Lexikon: Feldhase

Steckbrief, Systematik, Aussehen, Fortpflanzung, Entwicklung, Lebensweise, Verhalten und Ernährung. Hätten Sie's gewusst?
 
Feldhase © Wolfgang Kruck / Fotolia

Steckbrief

  • Körperlänge: 42 - 68 cm
  • Gewicht: 4 - 7,5 kg
  • Lebenserwartung: bis 12,5 Jahre
  • Verbreitung: Europa, Asien, Australien, Tasmanien, Neuseeland
  • Lebensraum: offene und halboffene Landschaften, zwischen Waldsteppe und Wüstensteppe, Ackerland und Dauergrünland
  • Artbestand: nicht gefährdet


Systematik

  • Klasse: Säugetiere
  • Ordnung: Hasenartige
  • Familie: Hasen
  • Gattung: Echte Hasen
  • Art: Feldhase (Lepus europaeus)


Aussehen

Feldhasen haben ein mittellanges Fell, das braunrot, aber auch gelblich oder ockerbraun sein kann. Der Bauch ist cremeweiß. Der Feldhase hat sehr lange Ohren mit denen er viel besser hören kann als wir Menschen. Die Ohren eines Feldhasen werden auch Löffel genannt und dienen im Sommer zur Abgabe von Körperwärme. Im Winter bekommt der Feldhase ein dickeres Fell, das jedoch nicht seine Farbe wechselt. Der Schwanz des Hasen wird auch Blume genannt.


Fortpflanzung und Entwicklung

Hasen sind mit sieben Monaten geschlechtsreif. Bei einem Paarungskampf, der mehrmals im Jahr stattfinden kann, kommen bis zu 50 Hasen zusammen. Zuerst verlassen ein paar Rammler die Mulde, in der sie drin lagen und beginnen im schnellen Galopp das Treiben. Bald laufen auch Häsinnen mit. Bereits bestehende Paare beteiligen sich am Gruppenbalz. Dann sondern sich Paare ab um mit der eigentlichen Paarung zu beginnen. Fortpflanzungszeit ist von Januar bis Oktober. Hat sich ein Paar gefunden bleibt es jedoch nur zur Paarungszeit zusammen danach gehen die Hasen wieder ihre eignen Wege. Nach etwa 42 Tagen Tragezeit werden ein bis fünf Junge geboren. Pro Jahr können Feldhasen etwa drei bis vier Würfe haben. Beim Zeitpunkt der Geburt wiegen sie 100 bis 150 Gramm. Die jungen Hasen können von Anfang an sehen und haben schon ein vollständiges Fell. Nach dem Säugen verlässt die Mutter immer den Bau, damit die Kleinen sicherer sind; junge Hasen haben noch kein Eigengeruch und sind durch ihre Farbe gut getarnt. Noch etwa 33 Tage werden die Hasenkinder gesäugt, bis sie völlig auf sich selbst gestellt sind.


Lebensweise und Verhalten

Hasen sind hauptsächlich dämmerungs- und nachtaktiv - im Spätwinter und Frühjahr allerdings auch tagaktiv. Feldhasen sind Einzelgänger und leben nur in der Paarungszeit zusammen. Bei Gefahr drücken sie sich flach auf den Boden und bleiben dort bewegungslos liegen. Feldhasen ergreifen erst im letzten Moment die Flucht. Auf kurze Distanz können sie dann aber schon Mal bis zu 70 Stundenkilometer schnell rennen und bis zu zwei Meter hoch springen.


Sinnesleistungen

Feldhasen sehen und hören sehr gut. Das ist sehr wichtig, da sie oft das Beuteopfer anderer Tiere sind. Der Stimmlaut ist hingegen kaum entwickelt. Junge Hasen quietschen und knurren genauso, wie ausgewachsene Tiere.


Kommunikation

Feldhasen sind sehr leise Tiere. Bei Gefahr jedoch stoßen sie einen hohen Schrei als Warnton für andere Hasen aus. Verfolgt ein Rammler die Spur einer paarungsbereiten Häsin, so kann man auch ein Räuspern oder Knurren hören. Dieses Geräusch machen auch Rammler beim Kampf. Beim Säugen geben junge Hasen sehr leise zarte Laute von sich, die Menschen nicht hören können.


Ernährung

Hasen sind reine Vegetarier. Sie fressen grüne Pflanzenteile, Knollen, Wurzeln, Getreide aber auch die Rinde junger Bäume. Diese dient dazu, dass die Schneidezähne nicht zu lang werden.


Hätten Sie's gewusst?

Meist bekommt man nur die vier Schneidezähne von Hasen zu Gesicht. Tatsächlich besitzen sie aber insgesamt 28 Zähne. Hasen sind außerdem sehr gute Schwimmer. Häufig kommt diese Fähigkeit bei der Flucht vor einem Verfolger zum Einsatz.

Fotos: 
Wolfgang Kruck / Fotolia
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