Wildtier-Lexikon: Fischkatze | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Wildtier-Lexikon: Fischkatze

Keine andere Kleinkatze hat eine so enge Verbindung zum Wasser wie die Fischkatze. Steckbrief, Systematik, Aussehen, Fortpflanzung, Entwicklung, Lebensweise, Verhalten und Ernährung. Hätten Sie's gewusst?
 
Fischkatze © Christian Musat / Fotolia
Fischkatzen ernähren sich hauptsächlich von Fischen.

Steckbrief

  • Körperlänge: Weibchen: 65 - 75 cm, Männchen: 75 - 85 cm
  • Gewicht: 8 - 15 kg
  • Lebenserwartung: bis zu 9 Jahre
  • Verbreitung: Indien, Sri Lanka, Java, Malaysia, Thailand und Pakistan
  • Lebensraum: immer in der unmittelbaren Nähe von Wasser (Sumpfwälder, Riedwiesen, Ufergehölz)
  • Artbestand: gefährdet

Systematik

  • Klasse: Säugetiere
  • Ordnung: Raubtiere
  • Familie: Katzen
  • Gattung: Prionailurus
  • Art: Fischkatze (Prionailurus viverrinus)

Aussehen

Das Fell der Fischkatze ist olivgrau bis braun, Rücken und Flanken sind mit weißen und schwarzen Tupfen übersät. Der Kopfbereich ist mit Streifen versehen, die im Nackenbereich auslaufen. Ihr Fell ist in Anpassung an das Leben am Wasser besonders dicht und sehr wasserundurchlässig. Außerdem hat sie zwischen den Zehen eine Art Schwimmhaut – die optimale Anpassung an das Wasser. Ihre vier bis fünf Zentimeter langen Ohren sind abgerundet und auf der Rückseite schwarz. Anders als viele andere Katzen kann sie ihre Krallen nicht vollständig einziehen.

Fortpflanzung und Entwicklung

Die Paarungszeit der Fischkatzen beginnt für gewöhnlich im Januar oder Februar. Nur zu dieser Gelegenheit treffen sich die ansonsten einzelgängerischen Tiere. Nach einer Tragezeit von 63 bis 70 Tagen zieht sich das Weibchen in einen Unterschlupf zurück, zum Beispiel einen hohlen Baum, zwischen Felsen oder an eine andere sichere Stelle. Dort bringt sie ein bis vier Jungtiere auf die Welt. Die Jungen sind blind und öffnen erst ab dem 16. Tag ihre Augen. Bei der Geburt wiegen die Jungen zwischen 100 und 170 Gramm. Ab dem 53. Tag nehmen die Kätzchen auch Fleisch zu sich. Mit etwa fünf bis sechs Monaten werden sie dann langsam von der Mutter entwöhnt und verlassen sie spätestens nach zehn Monaten. Mit zehn bis zwölf Monaten erreichen sie die Geschlechtsreife.

Lebensweise und Verhalten

Keine andere Kleinkatze hat eine so enge Verbindung zum Wasser wie die Fischkatze. Ihr bevorzugter Lebensraum und ihre speziellen Körpereigenschaften wie zum Beispiel ihre Schwimmhäute deuten an, wie gut sie an das Leben mit dem nassen Element angepasst ist. Wie ihr Name vermuten lässt, ist die Fischkatze eine geschickte Fischfängerin. Besonders gerne kauert sie am Rande von Gewässern und wartet geduldig auf Beute. Kommt ein Fisch in ihre Reichweite, krallt sie ihn mit einem gezielten Pfotenschlag aus dem Wasser. Während ihrer Pirschgänge durchquert sie als ausgezeichnete Schwimmerin auch Wasserläufe, die ihren Weg kreuzen. Häufig watet sie auch durchs seichte Wasser auf der Suche nach Krabben, Fröschen, Krebsen und Wasserschnecken. Manchmal jagt die Fischkatze zudem an Land und erbeutet Mäuse, Vögel und Insekten. Außerhalb der Paarungszeit führen die Fischkatzen ein einzelgängerisches Leben; die Territorien, die sie durchstreifen, können eine Größe von bis zu 20 Quadratkilometern haben.

Ernährung

Fischkatzen ernähren sich hauptsächlich von Fischen. Sie fressen außerdem Krabben, Krebse, Insekten und Wasserschnecken. Auch Landtiere wie Vögel, Mäuse und Insekten werden von ihnen nicht verschmäht.

Hätten Sie's gewusst?

Wenn die Fischkatze in die Enge getrieben wird oder sich angegriffen fühlt, ist sie sogar fähig, sich gegen einen ausgewachsenen Hund zu verteidigen!
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