Wildtier-Lexikon: Gepard | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Wildtier-Lexikon: Gepard

Steckbrief, Systematik, Aussehen, Fortpflanzung, Entwicklung, Lebensweise, Verhalten und Ernährung. Hätten Sie's gewusst?
 
Gepard © animals-digital.de
Steckbrief
  • Körperlänge: Weibchen: 100 - 140 cm, Männchen: 110 - 150 cm
  • Gewicht: Weibchen: 30 - 40 kg, Männchen: 45 - 55 kg
  • Lebenserwartung: 14 Jahre
  • Verbreitung: Afrika
  • Lebensraum: Savanne
  • Artbestand: 10.000, gefährdet
Systematik
  • Klasse: Säugetiere
  • Ordnung: Raubtiere
  • Familie: Katzen
  • Gattung: Acinonyx
  • Art: Gepard (Acinonyx jubatus)
Aussehen

Der Gepard hat einen geschmeidigen, stromlinienförmigen Körper. Trotz seiner stattlichen Größe ist er sehr leicht. Er steht auf langen, dünnen Beinen die in kleinen Füßen enden. Anders als bei den meisten Katzen hat er sehr harte Fußsohlen und kann seine Krallen nicht einziehen. Der Schwanz des Geparden kann bis zu 70 Zentimeter lang werden. Der runde Kopf dieser Raubkatze ist klein im Vergleich zum Körper. Die Ohren sind ebenfalls klein und die Augen hoch angesetzt. Das Fell des Geparden ist rot-braun gefärbt und mit schwarzen Tupfen versehen. Das Gesicht ist dunkler und statt Tupfen laufen im Gesicht zwei schwarze Streifen von den Augen zu den Mundwinkeln.

Fortpflanzung und Entwicklung

Geparden werden mit zwei bis drei Jahren geschlechtsreif. Dabei entwickeln sich die Weibchen meist etwas schneller als die Männchen. Das Weibchen kann das ganze Jahr über Junge bekommen. Am Urin erkennt das Männchen ob das Weibchen läufig ist. Es schließt sich dann dem Weibchen an und die beiden paaren sich über etwa vier Tage sehr häufig. Nach zirka 90 Tagen bringt die Mutter dann drei bis fünf Junge zur Welt. In seltenen Fällen kann ein Wurf aus bis zu acht Babys bestehen. Die Kleinen haben die ersten Monate lange silbrige Haare am Rücken, die zur Tarnung dienen. Die Mutter und der Nachwuchs verbringen die ersten acht Wochen in einem geschützten Bau. Kleine Geparden haben viele Feinde. Um ihre Kinder zu schützen wechselt die Mutter häufig den Bau. Wenn sie alt genug sind begleiten die Kleinen die Mutter auf der Jagd, ab dem siebten Monat nehmen sie aktiv daran teil. Wenn sie geschlechtsreif werden lösen sich die Jungen von der Mutter.

Lebensweise und Verhalten

Geparden leben und jagen alleine. Wenn Nahrungsmangel herrscht, bilden sie manchmal kleine Gruppen um effizienter jagen zu können. Auch Familien sind gelegentlich anzutreffen, da der Vater oft die Mutter bei der Aufzucht unterstützt. Obwohl Geparden in einem festen Revier leben kennen sie kein Revierverhalten. Ihr Revier umfasst bis zu 600 km², die sie ohne Probleme mit Artgenossen teilen, da die Population so gering ist. Der Gepard ist tagaktiv. Er verbringt die Tage gerne auf kleinen Anhöhen, um seine Beute auszuspähen. Nachts zieht er sich in geschützte Verstecke zurück. Ein erwachsener Gepard hat dank seiner Schnelligkeit kaum natürliche Feinde.

Sinnesleistungen

Der Gepard hat ein sehr gutes Gehör. Er kann hohe Frequenzen wahrnehmen, die für Menschen nicht mehr hörbar sind. Wie alle Katzen hat auch der Gepard einen hervorragenden Sehsinn. Eine breite Überschneidung der Sehachsen ermöglich ihm ein ausgezeichnetes räumliches Sehen. Bei Nacht sieht diese Raubkatze sechsmal besser als der Mensch. Der Geruchssinn ist der am höchsten entwickelte Sinn des Geparden. Allein durch Riechen kann das Tier sich vollständig orientieren. Mit seinen Tasthaaren nimmt der Gepard feinste Berührungen war. Das ist besonders für die Orientierung in den Höhlen und Bauen wichtig.

Ernährung

Gazellen, Antilopen, Zebras, Impalas und Kudus stehen auf dem Speiseplan des Geparden. Gelegentlich frisst er auch Vögel, Kaninchen oder Nutztiere. Der Gepard liebt frisches Fleisch, Aas frisst er nur im Notfall. Er jagt etwa alle zwei bis drei Tage; nur wenn ein Weibchen Junge hat, jagt sie täglich. Die Raubkatze bevorzugt die kühlen Morgen- und Abendstunden für die Jagd. Aber auch die heißen Tage haben ihre Vorteile. In dieser Zeit ist die Beute träge und die Konkurrenz gering. Der Gepard ist ein schneller und geschickter Jäger. Allerdings hält er eine schnelle Hetzjagd nicht lange durch und muss sich auch nach dem Erlegen der Beute erst ausruhen bevor er fressen kann. In dieser Zeit wird ihnen das Futter oft von anderen Raubtieren geklaut. 

Hätten Sie's gewusst?

Der Gepard ist das schnellste Landtier der Welt. Er kann innerhalb zwei Sekunden auf 60 Stundenkilometer beschleunigen und erreicht Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 120 Stundenkilometer. Allerdings kann er diese Geschwindigkeit nur 800 Meter durchhalten. Danach muss die Raubkatze sich ausruhen.

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