Wildtier-Lexikon: Giraffe | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Wildtier-Lexikon: Giraffe

Steckbrief, Systematik, Aussehen, Fortpflanzung, Entwicklung, Lebensweise, Verhalten und Ernährung. Hätten Sie's gewusst?
 
Giraffe © animals-digital.de
Giraffen haben den Überblick! Mit 5,50 m sind sie über dreimal so groß wie ein Mensch!

Steckbrief

  • Körperlänge: Weibchen: 3,5 - 4,5 m, Männchen: 4,5 - 6 m
  • Gewicht: Weibchen: 550 - 1000 kg, Männchen: 700 - 1900 kg
  • Lebenserwartung: 10 - 30 Jahre
  • Verbreitung: Afrika, südlich der Sahara
  • Lebensraum: Savanne, Buschland
  • Artbestand: sechs Unterarten vom Aussterben bedroht

Systematik

  • Klasse: Säugetiere
  • Ordnung: Paarhufer
  • Familie: Giraffenartige
  • Gattung: Steppengiraffen
  • Art: Giraffe (Giraffa camelopardalis) Unterarten: 8

Aussehen

Die langbeinigen Steppenbewohner fallen vor allem durch ihre Hälse auf: Sie erreichen mit bis zu 2,5 Metern Länge im Tierreich einzigartige Ausmaße und sind mit einer Stehmähne geschmückt. Auf dem Kopf befinden sich zwei mit Fell überzogene Stirnfortsätze mit schwarzen Haarbüscheln an den Enden. Das Fell ist von hell- bis dunkelbraunen, eckigen Flecken bedeckt, die je nach Unterart verschieden aussehen können. So haben zum Beispiel die Flecken der Netzgiraffe ausgefranste Ränder.

Fortpflanzung und Entwicklung

Giraffenbullen erkennen durch 'Flehmen', ob das Weibchen ihrer Wahl paarungsbereit ist. Dabei heben sie den Kopf leicht an, schieben die Oberlippe hoch und öffen den Mund leicht. So können sie den Geruch der Giraffendame besser wahrnehmen. Rund 14 bis 15 Monate nach der Paarung kommt ein Junges zur Welt. Die Giraffe gebirt im Stehen und so fällt das Junge recht unsanft aus etwa zwei Metern Höhe auf den Boden. Schon nach 30 Minuten können die meisten Neugeborenen – wenn auch noch unsicher – stehen. Der Nachwuchs wird etwa ein Jahr lang gesäugt. Nach vier bis fünf Jahren ist es dann selbst geschlechtsreif.

Lebensweise und Verhalten

Giraffen sind sehr gesellig und leben in lockeren Herden von zehn bis 20 Tieren zusammen. Innerhalb der Gruppen gibt es zwar Rangordnungen, aber die Langhälse sind so friedfertig, dass man diese kaum erkennt. Kommt es doch einmal zum Kampf zwischen zwei Bullen, wird dieser mit Hals und Kopf ausgetragen: Sie holen weit aus und schlagen dem Gegner dann mit der Kopfseite gegen den Hals. Der Verlierer wird nach dem Streit aber nicht vertrieben, denn die Rangfolge ist geklärt und er muss sich unterordnen. Mit den Hufen wird bei diesen Rangeleien nie getreten. Aus gutem Grund: Die heftigen Tritte der Paarhufer haben schon so manche Raubkatze das Leben gekostet und sind viel zu gefährlich für einen Kampf unter Artgenossen.

Kommunikation

Giraffen verständigen sich in einem für Menschen nicht hörbaren, sehr tiefen Frequenzbereich unter 20 Hertz. Nur ab und zu ist ein Blöken zu hören. Dank ihrer scharfen Augen und der Fähigkeit, Farben zu sehen, erkennen sie sogar auf mehrere hundert Meter Entfernung die Mitglieder ihres Rudels. Die Rangordnung ist nur daran zu erkennen, dass die niedriger gestellten Tiere ein wenig den Kopf senken, wenn ein "hohes Tier" ihren Weg kreuzt.  Das erhobene Haupt soll imponieren oder auch drohen.

Ernährung

Am liebsten fressen Giraffen Blätter, Knospen und besonders gerne Akazienlaub aus den Baumkronen. Giraffen sind, wie unsere heimischen Kühe, Wiederkäuer. Ihr langer Hals ermöglicht ihnen, höchste Baumkronen zu erreichen. Allerdings hat eine solche Körpergröße auch Nachteile: Zum Trinken müssen sie ihre Vorderbeine spreizen und in den Ellbogen einknicken, um an Wasser zu gelangen. Aus diesem Grund fressen die Tiere auch sehr selten Gras: Es ist einfach zu umständlich.  

Hätten Sie's gewusst?

Giraffen haben eine blaue, sehr bewegliche Zunge, die bis zu einem halben Meter lang sein kann. Mit ihr können sie auch Blätter in großen Höhen erreichen und abreißen. Eine Hornhaut schützt sie vor spitzen Zweigen und scharfen Dornen.
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