Wildtier-Lexikon: Jaguar | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Wildtier-Lexikon: Jaguar

Steckbrief, Systematik, Aussehen, Fortpflanzung, Entwicklung, Lebensweise, Verhalten und Ernährung. Hätten Sie's gewusst?
 
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Meistens sind die Großkatzen in der Morgen- und Abenddämmerung aktiv.

Steckbrief

  • Körperlänge: 110 - 185 cm
  • Gewicht: Weibchen: 50 - 100 kg, Männchen: 60 - 130 kg
  • Lebenserwartung: 10 - 20 Jahre
  • Verbreitung: Mittel- und Südamerika
  • Lebensraum: dicht bewachsene, wassernahe Gebiete
  • Artbestand: gefährdet

Systematik

  • Klasse: Säugetiere
  • Ordnung: Raubtiere
  • Familie: Katzen
  • Gattung: Panthera
  • Art: Jaguar (Panthera onca)

Aussehen

Auf dem amerikanischen Kontinent ist der Jaguar mit einer Schulterhöhe von durchschnittlich 80 Zentimetern die größte Raubkatze. Sein Körper ist massiger und kräftiger als der des Leoparden, aber deswegen ist er auch kein so guter Kletterer. Das sand- bis goldgelbe Fell ist mit schwarzen unverkennbaren Ringelflecken übersät, die in der Mitte noch einen Tupfer haben. Wegen dieser schönen Zeichnung wurden die majestätischen Großkatzen jahrelang von Pelzjägern verfolgt- heute stehen sie unter Artenschutz.

Fortpflanzung und Entwicklung

Jaguare haben keine feste Paarungszeit. Nach einer Tragezeit von 90 bis 110 Tagen werden ein bis vier vorerst noch blinde Junge geboren, die die Mutter allein aufzieht. Ihr Fell ist noch sehr flauschig. Ab einem Alter von etwa sechs Wochen nimmt die Mutter ihren Nachwuchs mit auf Beutezüge und bringt ihm bei, was er für das Jaguar-Leben braucht. Dabei dürfen die Kleinen aber nicht selbst mitjagen, sondern sehen nur zu. Sie bleiben ungefähr bis zu ihrem zweiten Lebensjahr bei ihr und gehen dann eigene Wege. Völlig ausgewachsen sind sie aber erst nach drei bis vier Jahren, wenn sie sich auch selbst fortpflanzen können.

Lebensweise und Verhalten

Meistens sind die Großkatzen in der Morgen- und Abenddämmerung aktiv. Obwohl sie manchmal längere Wanderungen unternehmen, haben sie eigentlich Reviere, die zwischen fünf und 25 Kilometer Durchmesser haben können. Diese Territorien überlappen sich an den Grenzen oft, und die Tiere markieren sie immer wieder, indem sie auf ihren Wanderungen Duftmarken setzen. Die schönen Einzelgänger gehen sich nämlich, wenn sie sich nicht gerade paaren wollen, so weit wie möglich aus dem Weg.

Ernährung

Der Jaguar hat einen recht abwechslungsreichen Speiseplan: Er frisst Fische, Schildkröten, mittelgroße Huftiere, Gürteltiere, Reptilien (sogar kleine Krokodile) und auch Nutzvieh. Hat die Raubkatze ein Opfer entdeckt, schleicht sie sich langsam und geduckt heran. Dabei sucht sie Deckung im hohen Gras und hinter Büschen und Bäumen. Die letzten Meter sprintet der kraftvolle Jäger darauf zu, und tötet das Tier dann mit einem Prankenhieb oder durch Biss in den Kopf. Nach dem Erlegen der Beute schleppt er sie an einen ruhigen, geschützten Ort und verspeist sie dort; die Reste werden vergraben.

Hätten Sie's gewusst?

Die Raubkatze, die im Volksmund "schwarzer Panther" genannt wird, ist keine eigene Tierart, sondern immer ein Jaguar, Puma oder Leopard. Die vermeintlich pechschwarze Fellfarbe kommt durch ein verändertes Gen zustande und tritt im Tierreich auch bei anderen Arten manchmal auf. Man nennt diese Erscheinung "Melanismus". Bei gutem Licht erkennt man, dass das Fell der Tiere die charakteristische Zeichnung aufweist.
 

Hier ein Video von einem Jaguar:




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