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Steckbrief Kaiserpinguin

Der Kaiserpinguin ist die größte Art der Pinguine. Er lebt in der Antarktis und ernährt sich von Fischen, Tintenfischen und Krill. Erfahren Sie hier mehr über Aussehen, Systematik, Ernährung und Lebensweise. 
 
Steckbrief: Kaiserpinguin © Pixabay: Memorycatcher
Um sich vor der Kälte zu schützen haben Kaiserpinguine ein dichtes Gefieder

Steckbrief

Körpergröße: 100 – 130 cm
Gewicht: 22 bis 37 Kilo
Lebenserwartung: bis zu 50 Jahre
Verbreitung: Antarktis
Lebensraum: kalte Gewässer und antarktische Zonen
Artbestand: potentiell gefährdet
 

Systematik

Klasse: Vögel
Ordnung: Pinguine
Familie: Pinguine
Gattung: Großpinguine
Art: Kaiserpinguin
 

Aussehen

Der Kaiserpinguin ist die größte Art der Pinguine. Im Aussehen gibt es keinen wesentlichen Unterschied zwischen Männchen und Weibchen. Der Kopf ist um den Schnabel herum, bis hin zur Kehle schwarz gefärbt. Farblich scharf getrennt beginnt die Brust mit einem leuchtenden Gelb und verläuft sich weiß über den Bauch bis hin zu den Füßen. Auffällig sind die Ohrflecken. Die etwa vier Zentimeter breiten Flächen beginnen oben mit einem dunklen Gelb, welches nach unten hin weiter verblasst und in die Brustfärbung übergeht. Auf dem Rücken tragen sie einen typischen Frack in dunklem graublau, welches sich über die Flügel bis hin zum Schwanz erstreckt. Die Schnabellänge beträgt ca. 8 cm und ist sehr schmal. Zwischen Ober- und Unterschnabel verläuft je nach Individuum eine rosa, orange oder violette Linie. Die Füße und Beine sind schwarz und auf der äußeren Seite befiedert.
Die Küken besitzen einen schwarzen Kopf, der rund um die Augen verläuft. Die Augen und die Kehle bilden einen starken Kontrast in Weiß. Der restliche Körper ist mit grauem Flaum bedeckt, wobei die Brust einen dunkleren Farbton aufweist.
 

Fortpflanzung und Entwicklung

Junge Kaiserpinguine werden im Alter von 3 – 6 Jahren geschlechtsreif. Für die Paarung wandern sie bis zu 200 km ins Landesinnere, damit im antarktischen Sommer die Brutplätze nicht schmelzen. Die Balz erfolgt dann im April. Statt Nester zu bauen stehen sie in Kolonien in Talsenken zusammen. Legt das Weibchen ihr einziges Ei, wandert sie für Nahrungssuche wieder zum Meer zurück. Für das Ausbrüten ist nun das Männchen verantwortlich. Dafür legt er es auf seine Füße, bedeckt es mit der Bauchfalte und trägt es vor sich her. Nach 64 Tagen Brutzeit schlüpft das Küken dann aus dem Ei. Die Jungen haben jetzt bis zum arktischen Sommer im Januar Zeit flügge zu werden. Anfangs übernehmen die Männchen noch die Fütterung, bis schließlich die Weibchen mit ca. 3 kg vorverdautem Fisch zurückkehren und sie ablösen.
 

Lebensweise und Verhalten

Wie auch andere Pinguinarten schließen sich die Kaiserpinguine in Kolonien zusammen. Sie gehen zusammen zur Jagd und stehen bei der Brut eng aneinander um sich zu wärmen. Während der Brutzeit wechselt sich die Gruppe dann von innen nach außen ab. Um ihren Partner und Jungen in dem Durcheinander zu finden verwenden sie trompetenartige Kontaktrufe. 
 

Ernährung

Die Hauptnahrungsquelle des Großpinguins besteht aus Fischen, Tintenfischen und Krill. Als Seevogel jagt er ausschließlich im Meer nach Beute. Dabei schließen sich die Tiere zu einer Gruppe zusammen und schwimmen direkt durch Fischschwärme, wo sie nach allem schnappen, was ihnen vor den Schnabel kommt. Bei ihren bis zu 20 Minuten langen Tauchgängen bleiben sie in Bereichen wo sie gute Sicht auf Beute haben.  
 

Hätten Sie’s gewusst?

Um sich vor der Kälte zu schützen haben Kaiserpinguine ein dichtes Gefieder, bestehend aus vielen kurzen Federn. Mit Hilfe eines ölig-tranigen Sekrets pflegen sie es, was es wiederum vollständig wasserdicht macht. Zusätzlichen Schutz bringt die dicke Fettschicht unter dem Gefieder. Wie effizient das Gefieder wirkt, wird in einem Schneesturm deutlich. Der auftreffende Schnee beginnt kaum zu schmelzen, weil die Temperatur an der Körperoberfläche unwesentlich über 0 °C liegt. Größter Feind der Kaiserpinguine ist der Mensch. Überfischung,der Verschmutzung der Meere und dem Klimawandel bedrohen den Lebensraum der Tiere stark.


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Pixabay: Memorycatcher
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