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Wildtier-Lexikon: Katta

Hätten Sie's gewusst? Der Katta ist der bekannteste Halbaffe der madagassischen Halbinsel. Hier finden Sie Steckbrief, Systematik, Aussehen, Fortpflanzung, Entwicklung, Lebensweise, Verhalten und Ernährung.
 
Katta © Tom Theodore / Fotolia
Die Kommunikationsformen der Kattas sind gut erforscht.

Steckbrief

  • Körperlänge: 40 - 50 cm
  • Gewicht: 3 - 4 kg
  • Lebenserwartung: In freier Wildbahn bis zu 16 Jahre
  • Verbreitung: Süd-West Madagaskar
  • Lebensraum: Trockenwälder
  • Artbestand: bedroht

Systematik

  • Klasse: Säugetiere
  • Ordnung: Primaten
  • Familie: Lemuren
  • Gattung: Kattas
  • Art: Katta (Lemur catta)

Aussehen

Der Katta ist der bekannteste Halbaffe der madagassischen Halbinsel. Er besitzt ein grau bis hellgrau gefärbtes Fell, was zur Bauchseite hin heller wird. Die Ohren und das Gesicht des Kattas sind weiß. Rund um die Augen ist das Fell schwarz. Die Nasenspitze ist schwarz und unbehaart. Das Gesicht des Kattas ist fuchsartig. Er hat eine lange Schnauze und dreieckige Ohren mit abgerundeten Spitzen. Die Augen sind hellbraun oder orange gefärbt. Im Maul hat er kleine Schneidezähne, Backenzähne und verlängerte Eckzähne. Auffällig an ihm ist sein sehr langer Schwanz, der schwarz-weiß geringelt ist und zur Spitze hin enger wird. Kattas tragen ihn, auf dem Boden, wie eine Stange hoch aufgerichtet. Außerdem befinden sich bei männlichen und weiblichen Kattas Duftdrüsen an den Unterarmen. Männchen haben weitere Drüsen unter der Achselhöhle, am Hoden und am Kinn. Weibchen haben Sekretdrüsen an den Geschlechtsorganen.

Fortpflanzung und Entwicklung

Die Fortpflanzungszeit liegt zwischen Mitte April bis Mitte Mai. In dieser Zeit entstehen Machtkämpfe zwischen den Männchen, um einen höheren Platz in der Rangordnung zu erreichen und damit einen besseren Zugang zum paarungsfähigen Weibchen zu bekommen. Wenn das Weibchen paarungsbereit ist, präsentiert es dem Männchen sein Hinterteil. Die Tragzeit beträgt 135 Tage und fällt in die Trockenzeit. Deshalb muss sich das Weibchen in der vorherigen Regenzeit versuchen Fettreserven anzufressen. Kattas bringen meistens nur ein Junges zur Welt. Zwillinge sind aber auch nicht selten. In den ersten Lebenswochen klammern sich die Jungen an den Bauch der Mutter. Später reiten sie auf dem Rücken. In der ersten Zeit kümmert sich die Mutter überwiegend um die Jungen, aber auch ältere Geschwister und andere Weibchen können sich mit dem Nachwuchs beschäftigen. Mit sechs Wochen beginnen die Kleinen mit anderen zu spielen und mit acht Wochen nehmen sie schon feste Nahrung zu sich. Mit vier Monaten lässt die Mutter ihr Junges nicht mehr auf sich reiten und mit fünf Monaten wird es entwöhnt. Kattas erreichen ihre Geschlechtsreife mit drei bis vier Jahren.

Lebensweise und Verhalten

Kattas sind Halbaffen, die die Insel Madagaskar bewohnen. Sie leben in großen Gruppen von bis zu 30 Tieren. Diese Gruppen setzen sich aus gleich vielen Weibchen, Männchen und Jungtieren zusammen. Innerhalb der Gruppe herrscht eine Dominanz der Weibchen, da die weiblichen Tiere fast immer in ihrer Geburtsgruppe bleiben. Männchen hingegen verlassen ihre Geburtsgruppe meistens nach dem Erreichen der Geschlechtsreife. Unter den Männchen in einer Gruppe, herrscht eine feste Rangordnung, die aber am Futterplatz nicht identisch mit der sexuellen Rangordnung ist. Die Gruppe wird von einem Leitweibchen geführt.

Kattas sind tagaktive Lemuren. Morgens kann man sie oft beim Sonnenbaden beobachten. Mittags unternehmen sie eine Wanderung, die bis zu einem Kilometer lang sein kann. Zwischendurch machen sie an einer schattigen Stelle am Boden Rast oder springen durch die Bäume. Das Revier der Kattas hat eine Größe von etwa 20 Hektar.

Die ranghohen Kattas haben ein aktives Markierverhalten. Über Unterarmdrüsen sondern sie ein übel riechendes Drüsensekret ab. Untereinander drohen sie mit offenem Mund. Anderen Artgenossen drohen sie dagegen, indem sie ihren Schwanz mit Sekreten der Unterarmdrüse einreiben. Der Katta zieht dabei den Schwanz zwischen Arm und Körper am Drüsenfeld vorbei. Danach hebt er den Schwanz und schüttelt ihn. Als Waffe gegen tierische und menschliche Feinde werden Urin und Kot eingesetzt, die aus den Bäumen auf sie herunterregnen. Kattas sind jedoch gesellige Tieren und lieben es miteinander zu spielen und sich gegenseitig das Fell zu säubern.

Kommunikation

Kattas kommunizieren mit Gerüchen, Körperhaltungen, Gesten und einer Vielzahl von Lauten. Sie können viele verschiedene Laute von sich geben. Darunter auch eine schnurrende Lautäußerung, wegen der die Kattas auch fälschlicherweise als Katzenmaki bezeichnet werden. Die Tiere rufen sich gegenseitig. Die im Chor abgegebenen Schreie der Männchen teilen anderen Artgenossen mit, wem ein bestimmtes Revier gehört.

Ernährung

Kattas sind Pflanzenfresser. Sie ernähren sich überwiegend von Früchten, Blüten, Gräser, Kräutern, Blättern und Baumrinde. Dabei halten Kattas ihre Nahrung mit den Händen fest. Seinen Flüssigkeitsbedarf deckt der Katta mit saftigen Früchten. Aber er leckt auch Tau und Regen auf. Der Katta trinkt, indem er die vorher in Wasser getauchte Hand ableckt.

Hätten Sie's gewusst?

Die Kommunikationsformen der Kattas sind gut erforscht. In einer Studie wurden insgesamt 28 verschiedene Lautäußerungen erkannt. Davon werden sechs von Jungtieren ausgestoßen. Kreischen wird zum Beispiel eingesetzt, wenn Kattas einen Feind entdecken. Zwitscherlaute drücken Unwohlsein aus und ein schnurrender Ton bedeutet, dass es dem Katta sehr gut geht.
 

Hier ein Video zu Kattas:

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