Wildtier-Lexikon: Kegelrobbe | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Wildtier-Lexikon: Kegelrobbe

Langes Tauchen im kalten Wasser ist für Kegelrobben kein Problem. Ihr Körper ist durch den sogenannten Blubber gut isoliert.  Steckbrief, Systematik, Aussehen, Fortpflanzung, Entwicklung, Lebensweise, Verhalten und Ernährung. Hätten Sie's gewusst?
 
Wildtier-Lexikon: Kegelrobbe © Helgo / Fotolia
Kegelrobben haben sich hervorragend an das Leben im Wasser angepasst.

Steckbrief

  • Körperlänge: Weibchen: 170 - 180 cm, Männchen: 200 - 230 cm
  • Gewicht: Weibchen: 130 - 150 kg, Männchen: 200 - 300 kg
  • Lebenserwartung: 20 Jahre
  • Verbreitung: Island, Großbritannien, Grönland, Kanada, Deutschland
  • Lebensraum: Meer, Küste
  • Artbestand: ca. 300.000

Systematik

  • Klasse: Säugetiere
  • Ordnung: Raubtiere
  • Familie: Hundsrobben
  • Gattung: Halichoerus
  • Art: Kegelrobbe (Halichoerus grypus)

Aussehen

Die Kegelrobbe ist Deutschlands größtes Raubtier. Männchen können bis zu 230 Zentimeter lang werden und über 200 Kilogramm wiegen. Weibchen sind deutlich kleiner und leichter. Die Kegelrobbe hat einen runden, massigen Körper. Der Hals ist kurz und kaum sichtbar. Ihren Namen verdankt sie dem kegelförmigen Kopf. Die Nase ist spitz, die Augen sind klein und dunkel. Männchen haben eine größere Nase als Weibchen. Die Gliedmaßen der Kegelrobbe haben sich zu Flossen entwickelt. An Land können sich die Tiere nur noch schwer fortbewegen. Das Fell der Kegelrobbe ist dicht und kurz. Männchen haben ein dunkelgraues Fell mit hellgrauem Fleckenmuster, Weibchen ein hellgraues Fell mit dunklem Muster.

Fortpflanzung und Entwicklung

Obwohl Kegelrobben das Leben im Wasser bevorzugen, suchen sie zur Paarungszeit felsige Küsten auf. Die Paarungszeit liegt im März und April. Die Männchen kommen vor den Weibchen an Land an und richten sich Reviere ein. Hierbei kann es zu erbitterten Kämpfen zwischen einzelnen Tieren um die besten Plätze kommen. Wenn auch die Weibchen an Land kommen, schart jedes Männchen etwa sieben Damen um sich. Das Männchen verteidigt seinen Harem gegenüber Artgenossen und paart sich mit allen seinen Weibchen. Ein Weibchen ist rund elf Monate trächtig. Es bekommt in der Regel ein einzelnes Junges. Die kleine Kegelrobbe wiegt bei der Geburt zirka 15 Kilogramm und hat ein flauschiges, weißes Fell. Das Junge wird etwa einen Monat gesäugt. Dann verliert es sein weißes Babyfell und ist auf sich gestellt. Die Mutter paart sich erneut. Kegelrobben werden mit vier bis fünf Jahren geschlechtsreif. Männchen sind jedoch erst mit etwa acht Jahren in der Lage, einen Harem um sich zu scharen.

Lebensweise und Verhalten

Kegelrobben haben sich hervorragend an das Leben im Wasser angepasst. Sie sind sehr schnelle und gute Schwimmer und können ausgezeichnet tauchen. An Land bewegen sie sich dagegen behäbig und schwerfällig vorwärts. Dennoch sind sie für Ruhephasen und die Paarungszeit immer noch auf das Festland angewiesen. Außerhalb der Paarungszeit leben sie in lockeren Rudeln zusammen. Während der Paarungszeit bilden sich kurzzeitig feste Haremsgruppen. Kegelrobben sind tagaktiv. Ihr Lebensrhythmus richtet sich nach Ebbe und Flut. Herrscht Ebbe, ruhen sie sich am Strand aus, kommt die Flut, gehen sie auf die Jagd. Kegelrobben bevorzugen Felsenstrände gegenüber Sandstränden.  

Ernährung

Das Hauptnahrungsmittel der Kegelrobbe ist Fisch. Sie jagt und frisst vor allem Heringe, Lachse, Schollen und Dorsche. Aber auch Garnelen, Krebse, Tintenfische und Schnecken stehen auf ihrem Speiseplan. Auf Nahrungssuche können Kegelrobben bis zu 300 Meter tief tauchen. In der Regel suchen sie sich ihr Futter jedoch nur 100 Meter unter der Wasseroberfläche. Eine ausgewachsene Kegelrobbe braucht etwa sechs Kilogramm Nahrung am Tag.

Hätten Sie's gewusst?

Langes Tauchen im kalten Wasser ist für Kegelrobben kein Problem. Ihr Körper ist durch den sogenannten Blubber gut isoliert. Der Blubber ist eine dicke Fettschicht unter der Haut. Er schützt nicht nur vor Kälte, sondern versorgt die Kegelrobbe auch mit Energie. Dank einer speziellen Technik können Kegelrobben übrigens fast eine halbe Stunde unter Wasser bleiben, ohne zu atmen. Bevor sie abtauchen, atmen sie kräftig aus. Eine volle Lunge könnte dem Wasserdruck nicht standhalten. Den Sauerstoff, den die Robbe während des Tauchgangs braucht, speichert sie in den Muskeln.

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