Wildtier-Lexikon: Kleiner Panda | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Wildtier-Lexikon: Kleiner Panda

Die kleinen Pandabären sehen in ihrem braunroten, buschigen Fellkleid aus wie niedliche Plüschtiere. Steckbrief, Systematik, Aussehen, Fortpflanzung, Entwicklung, Lebensweise, Verhalten und Ernährung. Hätten Sie's gewusst?
 
Kleiner Panda © Thomas Brodmann / animals-digital.de
Kleine Pandas haben ihre eigene kleine Trinktechnik entwickelt.

Steckbrief

  • Körperlänge: 40 - 64 cm (je nach Unterart)
  • Gewicht: Weibchen: 3 - 4,5 kg, Männchen: 4,5 - 6 kg
  • Lebenserwartung: 8 - 14 Jahre
  • Verbreitung: in Teilen Chinas, Bhutan, Nepal, Indien
  • Lebensraum: Bergwald und Bambusdickicht in Hochlagen
  • Artbestand: stark gefährdet

Systematik

  • Klasse: Säugetiere
  • Ordnung: Raubtiere
  • Familie: Katzenbären
  • Gattung: Ailurus
  • Art: Kleiner Panda (Ailurus fulgens)

Aussehen

Die kleinen Pandabären sehen in ihrem braunroten, buschigen Fellkleid aus wie niedliche Plüschtiere. Doch der Schein trügt: An den kurzen Beinchen tragen sie messerscharfe Krallen, die sie benutzen, sobald ihnen jemand zu nahe kommt. Im Gesicht ähneln sie ein wenig einem Waschbären, denn auch sie haben einen rundlichen Kopf mit spitzen Ohren, eine weiße Maske im Gesicht und die sogenannte Tränenzeichnung an den Augen. Der geringelte Schwanz ist fast genauso lang wie Kopf und Rumpf zusammen und hilft ihnen, beim Spazieren in den Baumkronen die Balance zu halten. Auch die behaarten Fußsohlen sind ganz auf ein Leben dort oben ausgerichtet. Sie verhindern nämlich, dass die Vierbeiner auf den Ästen ausrutschen.

Fortpflanzung und Entwicklung

Um sich zu paaren, treffen sich die Pandas in den Monaten Januar und Februar. Das Männchen geht danach wieder allein seines Weges. Die bis zu vier Jungen werden nach der Tragzeit (vier bis fünf Monate) von der Mutter allein umsorgt. Direkt nach der Geburt sind die Pandakinder noch blind und grau – ihre arttypische Fellzeichnung wird erst sechs Wochen später sichtbar. Nach einem knappen halben Jahr vertreibt die Mutter sie und fortan müssen sie sich selber durchschlagen. Erst ab einem Alter von 18 Monaten suchen sie einen Partner, um selber Junge zu bekommen.

Lebensweise und Verhalten

Die putzigen Tiere sind vor allem in der Dämmerung aktiv. Man nennt sie auch "Katzenbären", denn genau wie unsere Stubentiger widmen sie sich ausgiebig der Körperpflege: Nach jedem Aufstehen und jeder Mahlzeit "waschen" sie sich das Gesicht, indem sie ihre Pfoten ablecken und sich dann damit über den Kopf wischen.

Die Kletterkünstler sind tagsüber meist in Bäumen oder kleinen Höhlen anzutreffen, weil sie sehr hitzeempfindlich sind. Temperaturen über 25°C vertragen sie nur schlecht. Ein Grund mehr, um die längste Zeit des Tages in kühlen Höhlen zu faulenzen oder in einem schattigen Baumwipfel alle Viere von sich zu strecken.

Kommunikation

Untereinander verständigen sich die kleinen Bären durch Schreie, Quieken und Pfeifen. Bei Angriffen fauchen oder knurren sie sogar, richten sich auf und versuchen, Tatzenhiebe auszuteilen. Die Männchen markieren ihr Revier mit einem Sekret, das nach Moschus riecht. Es wird auf Ästen und am Boden verspritzt, um das Territorium abzugrenzen. Zusätzlich patrouillieren die Vierbeiner jeden Tag darin, um sicher zu gehen, dass keine Eindringlinge kommen.

Ernährung

Obwohl sie als Raubtiere eingestuft sind, fressen kleine Pandas ebenso wie ihre großen Namensvettern am liebsten Bambussprossen. Auch sie haben im Laufe der Evolution aus einem Knochen an der Vorderpfoten eine Art "zusätzlichen Daumen" entwickelt, um ihr Leibgericht besser handhaben zu können. Aber auch saftiges Gras, Wurzeln, Früchte und Beeren stehen auf dem Speiseplan. Hin und wieder ergattern sie Eier, kleine Nager und Insekten. Beim Essen sitzen sie meist aufrecht auf den Hinterbeinen, halten ihr Futter in den Vorderpfoten und beißen Stück für Stück davon ab.

Hätten Sie’s gewusst?

Kleine Pandas haben ihre eigene kleine Trinktechnik entwickelt. Statt direkt aus einer Wasserstelle zu schlürfen, tauchen sie erst eine Vorderpfote ins Wasser und lecken sie anschließend genüsslich mit der Zunge ab.

Hier ein Video:

Fotos: 
Thomas Brodmann / animals-digital.de
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