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Wildtier-Lexikon: Lama

Lamas sind für ihre Spuck-Attaken bekannt. Es dient als Warnsignal gegenüber Artgenossen und zur Regelung der Rangordnung. Erfahren Sie hier mehr über Steckbrief, Systematik, Aussehen, Fortpflanzung, Entwicklung, Lebensweise, Verhalten und Ernährung. Hätten Sie's gewusst?
 
Lama © animals-digital.de
Schon die Inkas hielten Lamas als Haustiere

Steckbrief

  • Körperlänge: 150 cm
  • Gewicht: 130 - 155 kg
  • Lebenserwartung: 20 Jahre
  • Verbreitung: Südamerika
  • Lebensraum: Gebirge
  • Artbestand: nicht gefährdet


Systematik

  • Klasse: Säugetiere
  • Ordnung: Paarhufer
  • Familie: Kamele
  • Gattung: Lamas
  • Art: Lama (Lama glama)


Aussehen

Mit bis zu 130 Zentimetern Schulterhöhe sind Lamas die größten aller Kleinkamele. Sie haben einen kräftigen Körper ohne Höcker. Die Beine sind schlank und lang. Die Hufe haben bewegliche Zehen und eine dicke Sohle. Dadurch können sich die Lamas gut im Gebirge fortbewegen. Auf dem langgestreckten Hals sitzt ein schmaler Kopf. Die Augen des Lamas sind groß und mit langen Wimpern versehen. Die Oberlippe ist gespalten, die Ohren sind lang und groß. Lamas haben einen kurzen, breiten Schwanz, der an der Unterseite unbehaart ist. Das Fell ist dicht und gekräuselt. Die Haare sind sehr fein und schützen die Tiere nicht vor Nässe. Das Fell kann sowohl braun als auch weiß oder schwarz oder eine Mischung aus diesen Farben sein.


Fortpflanzung und Entwicklung

Lamas werden im Alter von zwei Jahren geschlechtsreif. In ihrer Heimat paaren sie sich im Frühling (August bis September). Die Hengste kämpfen erbittert um die Stuten. Zur Begattung legt sich die Stute hin. Die Paarung kann bis zu einer halben Stunde dauern. Das Weibchen ist elf Monate trächtig bevor es ein Junges zur Welt bringt. Zwillingsgeburten sind selten. Das Fohlen wiegt bei der Geburt rund 15 Kilogramm und steht schon nach wenigen Stunden auf den Beinen. Bereits am zweiten Tag kann es der Mutter folgen. Es wird etwa zehn Wochen lang gesäugt.


Lebensweise und Verhalten

Lamas sind Haustiere, die schon vor den Inkas gezüchtet wurden. Sie sind wegen ihres Fleisches, ihrer Wolle und als Lasttiere beliebt. Sie leben meistens bei Menschen und nur selten völlig wild. Das Haustier Lama entstand durch Züchtung aus dem wild lebenden Guanako. Guanakos sind sehr gesellig. Sie leben in kleinen Herden aus rund zehn Tieren zusammen. Die Herde besteht aus einem Leithengst und einigen Stuten mit ihren Fohlen. Der Hengst schützt die Herde, indem er die Umgebung beobachtet und drohende Gefahr ankündigt. Guanakos sind Fluchttiere, Feinden laufen sie im Zickzack davon. Die reinlichen Tiere haben spezielle Kotplätze, die sie alle benutzen. Zudem lieben sie Sandbäder und können gut schwimmen. Guanakos bewohnen kein festes Revier sondern wandern auf der Suche nach Nahrung. Sie sind tagaktiv. Wenn es hell ist, begeben sie sich auf Nahrungssuche, nachts ruhen sie liegend.


Ernährung

Lamas ernähren sich ausschließlich von Pflanzen. Gräser und Blätter machen den größten Teil ihrer Nahrung aus. Aber auch kleine Zweige und frische Knospen stehen auf ihrem Speiseplan, und Flechten sowie Pilze lassen sich die Tiere ebenfalls gerne schmecken. Lamas sind Wiederkäuer. Sie kauen ihre Nahrung bis zu 30 mal wieder. Anders als andere Kamelartige müssen Lamas regelmäßig Wasser aufnehmen, weil sie nicht in der Lage sind, Flüssigkeit zu speichern.


Hätten Sie's gewusst?

Lamas sind für ihre Spuck-Attacken bekannt. Allerdings ist dies keine Taktik, um Menschen zu ärgern. Das Spucken dient als Warnsignal gegenüber Artgenossen. Dadurch wird die Rangordnung geregelt, und aufdringliche Lamas werden auf Distanz gehalten. Fühlen sich Lamas von Menschen belästigt, spucken sie jedoch auch diese an. Sie spucken übrigens keinen Speichel, sondern halbverdauten Mageninhalt. 


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Fotos: 
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