Wildtier-Lexikon: Opossum | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Wildtier-Lexikon: Opossum

Die Opossums haben ein sehr empfindliches Gehör; ihr Geruchs- und Sehsinn sind dagegen nicht gut entwickelt. Steckbrief, Systematik, Aussehen, Fortpflanzung, Entwicklung, Lebensweise, Verhalten und Ernährung. Hätten Sie's gewusst?
 
Wildtier-Lexikon: Opossum © Tammy Wolfe / iStockphoto
Opossums stellen sich tot, wenn sie in Gefahr sind.

Steckbrief

  • Körperlänge: 30 - 50 cm
  • Gewicht: 0,5 - 5,5 kg
  • Lebenserwartung: 2 - 7 Jahre
  • Verbreitung: Nord-, Mittel- und Südamerika
  • Lebensraum: Wald und Buschland, Plantage, Park
  • Artbestand: nicht gefährdet

Systematik

  • Klasse: Säugetiere
  • Ordnung: Beutelrattenartige
  • Familie: Beutelratten
  • Gattung: Opossums (Didelphis)
  • Art: Nordopossum (Didelphis virginiana), Südopossum (Didelphis marsupialis), Großohropossum (Didelphis aurita), Weißohropossum (Didelphis albiventris), Didelphis imperfecta, Didelphis pernigra

Aussehen

Opossums gibt es in den verschiedensten Farben: schwarz, weiß, bräunlich, gefleckt, meliert. Allen gemeinsam ist ihr dichtes und struppiges Fell. Wie wir Menschen haben sie fünf Zehen, von denen aber einer daumenartig ausgebildet ist, damit sie besser Greifen und Klettern können. Sie haben eine spitze Schnauze und dünne Ohren. Der Schwanz ist unbehaart und fast genauso lang wie der Rumpf. Opossmus erinnern an Ratten – allerdings in Größe einer Hauskatze.

Fortpflanzung und Entwicklung

Die Tragzeit der Opossums dauert durchschnittlich 13 Tage. Wie bei allen Beuteltieren sind die Babys bei der Geburt noch winzige Würmchen. Sie klettern selbständig in den Bauchbeutel der Mutter und wachsen dort heran. Bis sie aussehen wie "normale" Junge, dauert es noch einmal 60 Tage. Da die Mutter zirka 20 Junge pro Wurf bekommt, passiert es öfter, dass die Schwächeren es nicht in den sicheren Beutel schaffen oder dort keinen Platz mehr haben und sterben. Wenn die Kinder älter sind, lassen sie sich gern auf dem Rücken der Mutter herumtragen. Mit drei bis vier Monaten sind sie selbständig.

Lebensweise und Verhalten

Diese nachtaktiven Beutelratten sind, sieht man einmal von der Paarungszeit ab, Einzelgänger. Sobald die Dämmerung anbricht, wandern sie in ihrem Streifgebiet (bis zu 20 Hektar groß) umher und können recht aggressiv reagieren, wenn ihnen ein Artgenosse über den Weg läuft. Ihre Lebensweise ist flexibel und recht anpassungsfähig: Sie fühlen sich auf dem Boden genauso wohl wie in den Bäumen. Beim Klettern hilft ihnen ihr Greifschwanz.

Sinnesleistungen

Die Opossums haben ein sehr empfindliches Gehör; ihr Geruchs- und Sehsinn sind dagegen nicht gut entwickelt. Außerdem wird den amerikanischen Beuteltieren nachgesagt, sie seien nicht besonders schlau. Ihr Gehirn hat nur ungefähr ein Fünftel so viel Volumen wie das einer Katze, obwohl die Tiere ähnlich groß sind. Einen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass die Tiere deswegen tatsächlich weniger intelligent sind als andere, gibt es bislang jedoch nicht.

Ernährung

Die Vierbeiner sind Allesfresser. Etwa zwei Drittel ihrer Nahrung besteht aus Insekten, Mäusen, Würmern, Kröten und Schnecken. Daneben fressen sie auch Früchte, Samen und Aas. Außerdem sind sie klassische Kulturfolger. Das bedeutet, wenn sie sich in menschlichen Siedlungen niederlassen, suchen sie ihr Futter oft in Mülleimern, Fressnäpfen von Haustieren und auf Plantagen und angeblich sollen sie auch Geflügel reißen.

Hätten Sie's gewusst?

Opossums stellen sich tot, wenn sie in Gefahr sind. Dann fallen sie zur Seite um, schließen die Augen, lassen den Mund halb offen und die Zunge heraushängen. Dieses schauspielerische Talent ist sogar in der amerikanischen Sprache aufgegriffen worden: "sich tot stellen" heißt "to play opossum".
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