Wildtier-Lexikon: Panda | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Wildtier-Lexikon: Panda

Steckbrief, Systematik, Aussehen, Fortpflanzung, Entwicklung, Lebensweise, Verhalten und Ernährung. Hätten Sie's gewusst?
 
Großer Panda © Sam Lee/iStockphoto
Der Pandabär, das Wappentier des WWF, ist vom Aussterben bedroht.

Steckbrief

  • Körperlänge: 120 - 170 cm
  • Gewicht: 80 - 120 kg
  • Lebenserwartung: 12 - 30 Jahre
  • Verbreitung: sehr kleines Gebiet in Mittelchina
  • Lebensraum: dichte, feuchte Bambuswälder
  • Artbestand: vom Aussterben bedroht

Systematik

  • Klasse: Säugetier
  • Ordnung: Raubtiere
  • Familie: Bären
  • Gattung: Ailuropoda
  • Art: Großer Panda (Ailuropoda melanoleuca)

Aussehen

Der Große Panda besitzt die mächtigsten Mahlzähne im Reich der Raubtiere und hat, verglichen mit anderen Bärenarten, einen recht großen Kopf mit stark ausgeprägten Kaumuskeln. Er ist mollig gebaut und vor allem durch sein auffälliges und dichtes Fell sehr einprägsam: Beine, Arme, Brust, sowie Augen- und Ohrenbereich sind stets schwarz, der Rest des Körpers ist weiß. Da der Panda in großen Höhen lebt, in denen es auch Schnee zwischen den Bäumen gibt, tarnt ihn diese Fellzeichnung recht gut.

Fortpflanzung und Entwicklung

Pandaweibchen sind nur alle zwei Jahre wenige Tage lang paarungsbereit,  meist zwischen April und Mai. Die Tragezeit beträgt in etwa fünf Monate. Direkt nach der Geburt sind die Jungen noch haarlos, rosa und nur rund 15 Zentimeter groß. Doch schon 18 Monate später ist das Bärenkind ausgewachsen und verlässt die Mutter. Die Zucht der extrem vom Aussterben bedrohten Bären ist in Gefangenschaft besonders schwierig, da sie oft zu sehr an den Menschen gewöhnt sind, und ihre eigenen Artgenossen ablehnen.

Lebensweise und Verhalten

Pandabären sind Einzelgänger und haben feste Reviere, ziehen nicht weit umher. Im Gegensatz zu anderen Vertretern der Bärenfamilie halten sie auch keinen Winterschlaf. Besonders gesprächig ist das Wappentier des "WWF" nicht: Bei Angriffen und in der Paarungszeit ist manchmal tiefes Brüllen zu hören, ansonsten verständigen sich die Bambusbären, wie sie auch genannt werden, vor allem durch Duftmarken. Wer das Glück hat, einen Blick auf die seltenen, wild lebenden Tiere zu erhaschen, findet sie meist an Baumstämmen sitzend, wenn sie ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgehen – Bambusessen.

Ernährung

Obwohl er zur Ordnung der Raubtiere gezählt wird, frisst der Panda eigentlich ausschließlich Bambussprossen. Da diese Nahrungsquelle aber nicht besonders nährstoffreich ist, verbringen die Tiere durchschnittlich zehn bis zwölf Stunden täglich mit Fressen. Dabei verzehren sie ungeheure Mengen von zehn bis 25 Kilogramm. Der Bär ist aber kein reiner Vegetarier: Wenn ihm die Natur oder der Zufall (zum Beispiel der Mensch) doch einmal Fleisch oder Fisch serviert, lässt er sich auch diese Nahrung schmecken. Allerdings ist er selbst kein geschickter Jäger, sodass solche Abwechslungen im Speiseplan in der Wildnis selten sind.

Hätten Sie's gewusst?

Im Laufe der Evolution hat der Große Panda einen verlängerten Handwurzelknochen an den Vorderpfoten entwickelt, der ihm als eine Art zusätzlicher "Daumen" bei der Handhabung von Bambussprossen nützlich ist. Leider wird dem Großen Panda der Lebensraum genommen, da im letzten Jahrzehnt die Bergwälder Chinas immer weiter abgeholzt werden. Die Bambusbäume, Nahrungsgeber für Pandas, müssen unter anderem für Siedlungen, landwirtschaftliche Nutzflächen und Schienen weichen. In freier Wildbahn leben nur noch 1.860 Tiere (letzte Zählung Anfang 2015). Das sind zwar 17 Prozent mehr als noch im Jahr 2004, allerdings ist der Bestand weiterhin stark gefährdet. In China werden daher in speziellen Forschungs- und Schutzzentren Pandas gezüchtet, groß gezogen und ausgewildert in Schutzgebiete, damit der Pandabär, das Wappentier des WWF (World Wide Fund For Nature, auf Deutsch "Welt-Naturstiftung"), nicht ausstirbt.


Hier ein Video mit einem Pandabär:

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