Wildtier-Lexikon: Polarfuchs | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Wildtier-Lexikon: Polarfuchs

Steckbrief, Systematik, Aussehen, Fortpflanzung, Entwicklung, Lebensweise, Verhalten und Ernährung. Hätten Sie's gewusst?
 
Polarfuchs © Dmitry Deshevykh / iStockphoto
Der Polarfuchs ernährt sich hauptsächlich von Lemmingen und ähnlichen Nagetieren.

Steckbrief

  • Körperlänge: Weibchen: 50 - 70 cm
  • Körperhöhe: Weibchen: 28 - 34 cm
  • Gewicht: Weibchen: 2,5 - 9 kg
  • Lebenserwartung: 10 Jahre
  • Verbreitung: nördliche Polargebiete Eurasiens, Nordamerikas und Grönlands
  • Lebensraum: baumlose Ebene, Tundra
  • Artbestand: mehrere 100.000

Systematik

  • Klasse: Säugetiere
  • Ordnung: Raubtiere
  • Familie: Hunde
  • Gattung: Polarfüchse
  • Art: Polarfuchs (Alopex lagopus)

Aussehen

Der Polarfuchs hat einen kräftigen und gedrungenen Körper. Er steht auf langen, muskulösen Beinen, die in pelzigen Pfoten enden. Die Schnauze ist spitz, die Ohren sind kurz und schmal. Der Schwanz des Polarfuchses kann bis zu 40 Zentimeter lang werden und ist sehr buschig. Der Pelz ändert den Jahreszeichen entsprechend die Farbe. Im Sommer ist das Fell kurz und braun. Dabei sind Bauch und Flanken heller als der Rest des Körpers. Im Winter treten zwei Farbvarianten auf. So genannte "Weißfüchse" haben im Winter ein rein weißes Fell. "Blaufüchse" hingegen bekommen ein hellgraues bis dunkelblaues Fell. Manchmal kann es sogar schwarz sein. Die Winterfärbung der Polarfüchse ist sowohl genetisch als auch geographisch bedingt.

Fortpflanzung und Entwicklung

Mit etwa einem Jahr werden Polarfüchse geschlechtsreif. Das Weibchen gräbt bereits im Spätwinter einen großräumigen Bau in geeigneten Lehm- oder Sandhügeln. Im März und April ist sie dann paarungsbereit. Haben sich ein Männchen und ein Weibchen einmal gefunden leben sie für den Rest ihres Lebens monogam zusammen. Nach erfolgreicher Paarung ist das Weibchen etwa 50 Tage trächtig. Je nach Nahrungsangebot und Lebensbedingungen wirft das Weibchen ein bis 14 Junge. Die Welpen sind bei der Geburt blind, besitzen jedoch schon ein Fell. Die ersten Wochen verbringen sie im geschützten Bau der Mutter. Der Vater unterstützt das Weibchen bei der Aufzucht, in dem er Futter besorgt und den Bau bewacht. Ab der vierten Lebenswoche beginnen die Jungen die Gegend um den Bau zu erkunden. Im Alter von sechs Wochen werden sie entwöhnt. Sie leben dann noch einige Wochen bei den Eltern bevor sie von diesen verstoßen werden und den Winter alleine verbringen.

Lebensweise und Verhalten

Polarfüchse sind soziale Tiere. Sie leben nicht alleine, allerdings können die Formen des Zusammenlebens variieren. Manche Füchse leben als Paar zusammen, andere schließen sich zu kleinen Gruppen zusammen. Polarfüchse sind sowohl tag- als auch nachtaktiv. Sie sind territorial und leben in einem festen Revier. Die Größe dieser Reviere unterscheidet sich jedoch stark. Ist das Nahrungsangebot groß, beschränkt der Polarfuchs sein Revier auf acht Quadratkilometer. Wenn das Nahrungsangebot knapp ist, weitet er sein Jagdgebiet auf bis zu 60 Quadratkilometer aus.

Sinnesleistungen

Der Sehsinn des Polarfuchses ist, ähnlich dem der Katze, sehr gut entwickelt. Er kann auch in der Nacht gut sehen. Das Gehör ist ebenfalls gut ausgeprägt. Der Polarfuchs verfügt über einen hervorragenden Geruchsinn. Dieser ist für ihn überlebenswichtig, dann nur so kann er im Winter Nahrung unter einer dichten Schneeschicht aufspüren.

Ernährung

Der Polarfuchs ernährt sich hauptsächlich von Lemmingen und ähnlichen Nagetieren. Im Sommer jagt er die Nager in der offenen Tundra, im Winter spürt er ihre Nester und Bauten unter der dicken Schneeschicht auf. Neben Nagetieren stehen auch Vögel und deren Eier auf dem Speiseplan des Fuchses. Lebt er in der Nähe der Küste, frisst der Polarfuchs auch Fische und Schalenweichtiere. Ist das Nahrungsangebot karg, frisst er fast alles, was er finden kann. Weder Insekten noch Beeren werden dann verschmäht. Selbst den fettreichen Kot von Eisbären und anderen Tieren nehmen Polarfüchse in der Not zu sich.

Hätten Sie's gewusst?

Der Polarfuchs hat in seiner Heimat keine natürlichen Feinde. Sein einziger Feind ist der Mensch. Wegen seines Felles wird der Polarfuchs seit langem gejagt und in Pelztierfarmen gehalten. In Skandinavien und Island sind Polarfüchse durch die Jagd fast ausgestorben. In ihren restlichen Lebensräumen sind sie jedoch nach wie vor weit verbreitet.
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren