Wildtier-Lexikon: Przewalskipferd | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Wildtier-Lexikon: Przewalskipferd

Steckbrief, Systematik, Aussehen, Fortpflanzung, Entwicklung, Lebensweise, Verhalten und Ernährung. Hätten Sie's gewusst?
 
Przewalski-Pferd © Linda More / iStockphoto
Przewalskipferde können Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 70 Stundenkilometern erreichen.

Steckbrief

  • Körperlänge: 280 cm
  • Gewicht: 250 - 300 kg
  • Lebenserwartung: 20 Jahre
  • Verbreitung: beide Seiten des Altaigebirges in der Mongolei
  • Lebensraum: Grasland, Steppe
  • Artbestand: bedroht

Systematik

  • Klasse: Säugetiere
  • Ordnung: Unpaarhufer
  • Familie: Pferde
  • Gattung: Pferde
  • Art: Przewalskipferd (Equus ferus przewalskii)

Aussehen

Das Przewalskipferd - auch asiatisches Wildpferd oder mongolisches Wildpferd genannt - ist die einzige Urart des Wildpferdes, die bis heute überlebt hat. Es hat eine Größe von 130 bis 140 Zentimetern. Der Körperbau des Przewalskipferdes wirkt gedrungen. Hals und Kopf sind massig. Am Kopf befinden sich dunkle Nüstern und spitz zulaufende Ohren. Die Partie ums Maul ist gräulich bis weiß gefärbt. Die Beine des Pzewalskipferdes sind kräftig und haben auf den Innenseiten Kastanien. Das Fell ist überwiegend hell oder dunkelbraun. Auf dem Rücken befindet sich ein dunkler Aalstrick, der je nach Pferd eine andere Breite oder Farbintensität haben kann. Das Mähnen- und Schweifhaar ist dick und dunkelbraun bis schwarz. Die Form der Mähne schwankt und ist abhängig von der Jahreszeit oder dem Zustand des Tieres. Das Przewalskipferd hat dunkle Beine. An der Hinterseite der Vorderhand sind meistens braune, querlaufende Beinstreifen zu erkennen.

Fortpflanzung und Entwicklung

Die Trächtigkeit der Przewalskistute dauert 47 bis 51 Wochen, wobei Hengstfohlen länger als Stutfohlen ausgetragen werden. Die Fohlen kommen zwischen Ende April und Anfang Juli zur Welt. Zu dieser Zeit ist das Nahrungsangebot reichhaltig. Bereits eine Stunde nach der Geburt kann das Fohlen laufen und der Mutter folgen. Die eigentliche Säugezeit beträgt einige Wochen. Dann beginnt der Nachwuchs eigenständig Nahrung aufzunehmen. Bis zum Alter von zehn Monaten werden die Fohlen zusätzlich mit Muttermilch versorgt. Kurz nach der Geburt wird die Stute wieder empfängnisbereit und lässt sich von einem Hengst decken. Dadurch bringt sie, trotz langer Tragzeit, ein Fohlen pro Jahr zur Welt. Die Geschlechtsreife tritt bei der Stute im 14. Lebensmonat und beim Hengst im 25. Lebensmonat ein.

Lebensweise und Verhalten

Przewalskipferde leben in Gruppen, die aus einem Leithengst, einigen Stuten und dem Nachwuchs bestehen. Junghengste werden mit etwa drei Jahren aus der Herde ausgeschlossen und schließen sich anderen Herde mit jüngeren Tieren an. Weibliche, geschlechtsreife Tiere verlassen die Herde von selbst und gründen mit einem Hengst eine eigene Herde. Auf Wanderungen wird die Herde von der ranghöchsten Stute geführt. Der dominante Hengst hält die Gruppe zusammen und sichert sie gegen Gefahren. Przewalski- Herden durchqueren riesige Gebiete, immer auf der Suche nach Weiden und Wasserquellen. Dabei begegnen sie gelegentlich anderen Herden. Die Hengste zeigen zwar ihr Drohverhalten, zu Kämpfen kommt es in der Regel nicht. Nur Junghengste, die in ihr Revier wollen, werden attackiert. Bei solchen Kämpfen kommen Zähne und Hufe zum Einsatz. Ist der Leithengst älter oder krank, kann es sein, dass der junge Hengst ihn vertreibt und seine Herde übernimmt.

Ernährung

Przewalskipferde sind Pflanzenfresser. Sie ernähren sich von Gräsern und Kräutern. In den Wintermonaten decken sie ihren Wasserbedarf mit Schnee. Im Sommer halten sie sich in Umgebungen von Wasserstellen auf. Dorthin kehren sie immer zurück, da sie höchstens vier Tage ohne Wasser auskommen.

Hätten Sie's gewusst?

Przewalskipferde können Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 70 Stundenkilometern erreichen.
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