Wildtier-Lexikon: Schwarzschwanz-Präriehund | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Wildtier-Lexikon: Schwarzschwanz-Präriehund

Schwarzschwanz-Präriehunde sind tagaktiv. Sie sind sehr gesellig und leben in großen Gruppen zusammen, die aus mehreren tausend Tieren bestehen können. Steckbrief, Systematik, Aussehen, Fortpflanzung, Entwicklung, Lebensweise, Verhalten und Ernährung. Hätten Sie's gewusst?
 
Schwarzschwanz-Präriehund © Thomas Brodmann / animals-digital.de
Neben dem Schwarzschwanz-Präriehund gehören noch vier weitere Arten zur Gattung der Präriehunde.

Steckbrief

  • Körperlänge: 30 - 35 cm
  • Gewicht: 0,8 - 1,5 kg
  • Lebenserwartung: 7 - 8 Jahre
  • Verbreitung: Kanada, USA, Mexiko
  • Lebensraum: Prärie
  • Artbestand: gefährdet

Systematik

  • Klasse: Säugetiere
  • Ordnung: Nagetiere
  • Familie: Hörnchen
  • Gattung: Präriehunde
  • Art: Schwarschwanz-Präriehund (Cynomys ludovicianus)

Aussehen

Schwarzschwanz-Präriehunde haben einen runden, gedrungenen Körper. Männchen sind etwas größer als Weibchen. Der große Kopf ist mit einer spitzen Schnauze und kleinen, runden Ohren versehen. Die Augen sind klein und dunkel. Um die Nase befinden sich lange, schwarze Tasthaare. An den kurzen Beinen haben die Präriehunde kräftige Krallen. Der Schwanz ist kurz und buschig. Das struppige Fell ist rot- bis dunkelbraun. Am Bauch ist es heller, manchmal sogar weiß. Die Haare rund um Augen, Nase und Maul sind ebenfalls heller. Das letzte Drittel des Schwanzes ist schwarz gefärbt. Im Sommer ist das Fell deutlich dunkler als im Winter.

Fortpflanzung und Entwicklung

Schwarzschwanz-Präriehunde paaren sich von Januar bis April. In dieser Zeit paaren sich die Männchen mit allen Weibchen ihrer Gruppe. Nach gut einem Monat bringt das Weibchen zwei bis sechs Junge zur Welt. Zur Geburt zieht sich die werdende Mutter in den geschützten Bau zurück. Die Jungtiere werden nackt und blind geboren. Sie sind etwa sieben Zentimeter lang und wiegen 15 Gramm. Im Alter von drei Wochen wächst ihnen das Fell, zwei Wochen später öffnen sie ihre Augen. Jetzt beginnen sie zusammen mit der Mutter die Welt außerhalb des Baus zu erkunden. Die Mutter säugt ihren Nachwuchs zwei Monate lang. Dann nehmen die Jungen feste Nahrung zu sich und fressen sich ein Polster für den Winter an. Im Herbst wiegen sie schon über 500 Gramm. Den ersten Winter verbringen die Jungtiere noch bei der Mutter. Im Alter von einem Jahr sind sie selbstständig. Junge Männchen verlassen jetzt ihre Gruppe und gehen eigene Wege. Weibchen bleiben meist ein Leben lang in der Gruppe, in der sie geboren wurden. Mit etwa zwei Jahren werden die Präriehunde geschlechtsreif.

Lebensweise und Verhalten

Schwarzschwanz-Präriehunde sind tagaktiv. Sie sind sehr gesellig und leben in großen Gruppen zusammen, die aus mehreren tausend Tieren bestehen können. Eine solche große Kolonie ist in mehrere Kleingruppen unterteilt. Innerhalb dieser Kleingruppen entwickeln sich starke soziale Bande, die durch Fellpflege und Kommunikation gestärkt werden. Präriehunde wohnen in großen, selbst angelegten Bauten. Diese Bauten sind in mehrere Wohnräume unterteilt und durch lange Gänge verbunden. Ein Gang kann bis zu 30 Zentimeter lang sein. Sie haben mehrere trichterförmige Ein- und Ausgänge und dienen zum Schutz vor Feinden und vor dem Wetter. Präriehunde sind das ganze Jahr über aktiv und halten keine Winterruhe.

Ernährung

Schwarzschwanz-Präriehunde fressen am liebsten Pflanzen. Sie ernähren sich hauptsächlich von Gräsern und Kräutern, aber auch Wurzeln, Rinde und Blätter nehmen sie gerne zu sich. Wenn das Angebot an pflanzlicher Nahrung knapp ist, fressen Präriehunde auch Insekten, Schnecken und Würmer. Im Herbst nehmen die Tiere besonders viel Nahrung zu sich und fressen sich Winterspeck an. Wasser trinken Präriehunde nicht, sondern nehmen die benötigte Flüssigkeit über ihre Nahrung auf.

Hätten Sie's gewusst?

Neben dem Schwarzschwanz-Präriehund gehören noch vier weitere Arten zur Gattung der Präriehunde. Der mexikanische Präriehund, der dem Schwarzschwanzpräriehund sehr ähnlich ist, der Weiß-Schwanz-Präriehund, der Felsengebirgs-Präriehund und der Utah-Präriehund. Die drei Letztgenannten unterscheiden sich vom Schwarzschwanz-Präriehund dadurch, dass sie etwas kleiner sind und eine weiße Schwanzspitze haben. Mit einem Hund hat der Präriehund übrigens gar nichts gemeinsam. Er wird nur so genannt, weil er ab und zu bellende Laute von sich gibt.
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