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Wildtier-Lexikon: See-Elefant

See-Elefanten ernähren sich von Fischen, Krebstieren und Tintenfischen. Sie verbringen fast die ganze Zeit mit Nahrungssuche. Lesen Sie hier Steckbrief, Systematik, Aussehen, Fortpflanzung, Entwicklung, Lebensweise, Verhalten und Ernährung. Hätten Sie's gewusst?
 
Wildtier-Lexikon: See-Elefant © Stephan Hoerold / iStockphoto
Die Gattung des See-Elefanten besteht aus zwei Arten, dem Nördlichen und dem Südlichen See-Elefant.

Steckbrief

  • Körperlänge: Weibchen: 2,5 - 3 m, Männchen: 3,5 - 6 m
  • Gewicht: Weibchen: 700 - 900 kg, Männchen: 3.000 - 3.800 kg
  • Lebenserwartung: 15 Jahre
  • Verbreitung: Antarktis (Südl. See-Elefant), Westküste der USA (Nördl. See-Elefant)
  • Lebensraum: Meer, Küste
  • Artbestand: gesichert

Systematik

  • Klasse: Säugetiere
  • Ordnung: Raubtiere
  • Familie: Hundsrobben
  • Gattung: See-Elefant
  • Art: Nördlicher See-Elefant (Mirounga angustirostris), Südlicher See-Elefant (Mirounga leonina )

Aussehen

Die Gattung des See-Elefanten besteht aus zwei Arten, dem Nördlichen und dem Südlichen See-Elefant. Beide Arten sind einander sehr ähnlich, der Südliche See-Elefant ist jedoch deutlich größer als der Nördliche und somit der größte Vertreter aller Robben. See-Elefanten haben einen massigen, schweren Körper. Der Übergang von Körper zum Kopf ist fließend. Der See-Elefant hat große, dunkle Augen, die Ohren sind nicht sichtbar. Das auffälligste Merkmal ist die rüsselartig verlängerte Nase. Dieses Phänomen tritt jedoch nur bei Männchen auf. Wenn sie geschlechtsreif werden, ist der Rüssel vollständig ausgebildet und hängt über das Maul herab. Die Gliedmaßen der See-Elefanten sind zu kurzen Flossen zurückgebildet. Das Fell ist dicht und hat eine graubraune bis dunkelbraune Farbe.

Fortpflanzung und Entwicklung

Weibchen werden mit drei bis vier Jahren geschlechtsreif, Männchen erst einige Jahre später. Der Nördliche See-Elefant braucht meist etwas länger, um die Geschlechtsreife zu erreichen als der Südliche. Zur Paarungszeit im August schaffen sich die Männchen an Land ein Revier. Dort versammeln sie bis zu 60 Weibchen um sich. Der Bulle verteidigt seinen Harem äußerst aggressiv gegenüber Rivalen. Nach der Paarung befindet sich das befruchtete Ei erst in einer dreimonatigen Keimruhe. Danach ist das Weibchen rund acht Monate trächtig. Die Geburt des Jungtieres findet an Land statt. Zwillingsgeburten sind sehr selten. Das Junge (Welpe) wiegt bei der Geburt 30 bis 50 Kilogramm. Dank der fettreichen Muttermilch verdreifacht sich sein Gewicht innerhalb eines Monats. Der Welpe wird vier Wochen von der Mutter gesäugt. Dann verlässt das Weibchen ihren Nachwuchs, der sofort auf sich gestellt ist. Die Jungtiere schließen sich zu kleinen Gruppen zusammen. Im Alter von drei Monaten zieht es sie das erste Mal ins Wasser. Etwa 30 Prozent der Welpen sterben sehr früh.

Lebensweise und Verhalten

See-Elefanten sind hauptsächlich nachtaktiv. Sie verbringen die meiste Zeit im Wasser, wo sie sehr geschickt und schnell schwimmen. Zum Ausruhen begeben sie sich manchmal an Land; dort bewegen sie sich sehr unbeholfen fort. See-Elefanten sind eigentlich Einzelgänger. Zweimal im Jahr finden sie sich jedoch in großen Gruppen an immer den gleichen Orten entlang einer Küste ein. Im August treffen Männchen und Weibchen zur Paarung aufeinander, und im Oktober verbringen die Tiere die Zeit des Fellwechsels gemeinsam an Land, bevor sie sich wieder ins offene Meer begeben.

Ernährung

See-Elefanten ernähren sich von Fischen, Krebstieren und Tintenfischen. Sie verbringen fast die ganze Zeit mit Nahrungssuche. Sie können bis zu 700 Meter, in Ausnahmefällen sogar bis zu 1.500 Meter tief tauchen. In der Regel bleiben sie bei einem Tauchgang bis zu 30 Minuten unter Wasser. Männchen und Weibchen haben unterschiedliche Jagdgebiete: Männchen suchen ihre Nahrung in der Nähe der Küsten, während Weibchen ins offene Meer hinausschwimmen. Wie alle Meersäuger nehmen sie ihren Wasserbedarf ausschließlich über die Nahrung auf.

Hätten Sie's gewusst?

Während der Paarungszeit sind die Männchen sehr aggressiv und stets darauf bedacht, ihren Harem vor Rivalen zu beschützen. Dabei kann es zu blutigen Kämpfen kommen. Die Bullen richten dann ihren Oberkörper auf und lassen sich der Länge nach auf ihren Angreifer fallen. Werden sie gereizt, setzen sie sich auch Menschen gegenüber so zur Wehr. Diese Kämpfe mit Rivalen sind für See-Elefanten sehr anstrengend. Sie halten meist nicht lange an. Nach einem Kampf fällt der erschöpfte Bulle in der Regel sofort in den Tiefschlaf. 
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