Wildtier-Lexikon: Stinktier / Streifenskunk | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin
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Wildtier-Lexikon: Stinktier / Streifenskunk

Der kleine Kopf des Streifenskunks ist mit einer kurzen, breiten Schnauze, kleinen Augen und runden Ohren versehen. Erfahren Sie in dem Steckbrief mehr über Systematik, Aussehen, Fortpflanzung, Entwicklung, Lebensweise, Verhalten und Ernährung des kleinen Säugetiers. Hätten Sie's gewusst?
 
Stinktier / Streifenskunk © animals-digital.de
Die Bezeichnung "Stinktiere" haben Streifenskunks ihren Analdrüsen zu verdanken

Steckbrief

  • Körperlänge: 35 - 45 cm
  • Gewicht: Weibchen: 0,7 - 2 kg, Männchen: 1 - 2,5 kg
  • Lebenserwartung: 2 - 3 Jahre
  • Verbreitung: Nord- und Mittelamerika
  • Lebensraum: Wälder, Grasländer, Wüsten
  • Artbestand: nicht gefährdet

Systematik

  • Klasse: Säugetiere
  • Ordnung: Raubtiere
  • Familie: Skunks
  • Gattung: Streifenskunks
  • Art: Streifenskunk (Mephitis mephitis)

Aussehen

Der Streifenskunk hat einen länglichen, schlanken Körper. Die Beine sind kurz, stämmig und enden in kleinen Füßen mit jeweils fünf Zehen. An den Vorderpfoten haben sie lange Krallen. Der Schwanz ist buschig und kann bis zu 25 Zentimeter lang werden. Der kleine Kopf des Streifenskunks ist mit einer kurzen, breiten Schnauze, kleinen Augen und runden Ohren versehen. Das Fell der Tiere ist hauptsächlich schwarz. Die Oberseite des Kopfes ist weiß, am Rücken teilt sich die weiße Fläche in zwei Streifen, die ein schwarzes Rückenfeld umrahmen und an der Schwanzwurzel wieder zu einem Streifen zusammenlaufen.


Fortpflanzung und Entwicklung

Streifenskunks paaren sich zwischen Februar und April. Die Männchen werden zuerst paarungswillig und suchen sich dann ein Weibchen. Dabei sind sie sehr rigoros und decken auch paarungsunwillige Weibchen. Ein Männchen paart sich in der Regel mit mehreren Weibchen. Nach einer Tragzeit von 60 bis 80 Tagen bringt das Weibchen vier bis fünf Babys zur Welt. Die ersten drei Wochen ihres Lebens verbringen die Jungtiere völlig hilflos in der Wohnhöhle ihrer Mutter. Diese Höhle befindet sich unter großen Steinen, Bäumen oder auch Häusern. Erst nach drei Wochen öffnen sich ihrer Augen. Bis zum Alter von etwa zehn Wochen werden die Kleinen von der Mutter gesäugt, nur wenig später gehen sie ihre eigenen Wege. Junge Streifenskunks haben eine relativ geringe Lebenserwartung. Fast 90 Prozent der Tiere überleben den Winter nicht. Die, die ihn überstehen paaren sich schon im nächsten Frühjahr weiter fort.


Lebensweise und Verhalten

Streifenskunks sind sehr anpassungsfähig und bewohnen verschiedene Lebensräume. Sie leben sowohl in Wäldern als auch in Grasländern oder Wüstengebieten. Der Streifenskunk ist ein Einzelgänger und lebt in einem festen Revier. Ein Weibchen bewohnt ein Revier von rund 3 km², die Reviere der Männchen sind deutlich größer. Skunks sind dämmerungs- und nachtaktiv. Die Tage verschlafen sie in selbstgegrabenen Höhlen. Manchmal übernehmen sie auch Höhlen anderer Tiere wie beispielsweise Ziesel. Nachts gehen die Tiere auf Nahrungssuche. Streifenskunks, die im Norden Amerikas leben, halten mehrere Wochen Winterruhe. In dieser Zeit verkriechen sich oft mehrere dieser Einzelgänger zusammen in einer Höhle. In der Regel verbringen ein Männchen und mehrere Weibchen in kleinen Gruppen von 20 Tieren so den Winter zusammen.


Sinnesleistungen

Steifenskunks haben ein sehr feines Gehör, das ihnen in der Nacht zur Orientierung dient. Ihr Sehsinn ist schlecht entwickelt. Dagegen ist der Geruchssinn gut ausgeprägt. Er ist besonders in der Paarungszeit und zur Reviermarkierung wichtig.


Ernährung

Streifenskunks sind Allesfresser. Pflanzen sind der Hauptbestandteil der Nahrung, aber auch Insekten und Nagetiere stehen auf dem Speiseplan dieser Stinktiere. Dabei sind Kaninchen die größten Tiere die sie erlegen. Die Nahrung schwankt je nach Jahreszeit. Im Sommer ernähren sich die Tiere hauptsächlich von Nüssen, Früchten und Blättern, während sie im Winter hauptsächlich auf Nager Jagd machen. Wenn es dunkel wird, schlüpfen sie aus ihren Höhlen und trotten mit der Nase immer auf dem Boden auf der Suche nach Nahrung durch ihr Revier. Auch Fische schmecken den Streifenskunks sehr gut. Allerdings schwimmen die kleinen Raubtiere nicht sehr gerne. Stattdessen fischen sie diesen Leckerbissen mit den Pfoten aus dem Wasser.


Hätten Sie's gewusst?

Die Bezeichnung "Stinktiere" haben Streifenskunks ihren Analdrüsen zu verdanken. Die auffällige Fellfärbung der Tiere warnt potenzielle Feinde bereits vor dem übelriechenden Sekret, dass die Analdrüsen absondern. Fühlt sich ein Streifenskunk angegriffen, fletscht er die Zähne und stampft mit den Füßen auf den Boden. Hilft das alles nichts, kommen die Analdrüsen zum Einsatz. Der Skunk zielt auf das Gesicht des Feindes und kann das Sekret bis zu vier Meter weit spritzen.


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Fotos: 
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