Wildtier-Lexikon: Südamerikanischer Nasenbär | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Wildtier-Lexikon: Südamerikanischer Nasenbär

Neben dem südamerikanischen Nasenbären gehören auch der Weißrüssel-Nasenbär und der Nelson-Nasenbär zur Gattung der Nasenbären. Steckbrief, Systematik, Aussehen, Fortpflanzung, Entwicklung, Lebensweise, Verhalten und Ernährung. Hätten Sie's gewusst?
 
Südamerikanischer Nasenbär © animals-digital.de
Der südamerikanische Nasenbär ist ein Allesfresser.

Steckbrief

  • Körperlänge: Weibchen: 40 - 55 cm, Männchen: 50 - 70 cm
  • Gewicht: 30 cm
  • Lebenserwartung: 16 - 18 Jahre
  • Verbreitung: Mittel- und Südamerika
  • Lebensraum: Regenwald, Trockenwald, Savanne
  • Artbestand: nicht gefährdet

Systematik

  • Klasse: Säugetiere
  • Ordnung: Raubtiere
  • Familie: Kleinbären
  • Gattung: Nasenbären
  • Art: Südamerikanischer Nasenbär (Nasua nasua)

Aussehen

Südamerikanische Nasenbären haben einen schlanken, aber kompakten Körper. Männchen werden deutlich größer und schwerer als Weibchen. Die muskulösen Beine enden in kurzen Füßen mit kräftigen, scharfen Krallen. Die Krallen an den Vorderbeinen sind kürzer als die an den Hinterbeinen. Der Hals ist kurz, der Kopf lang. Das auffälligste Merkmal ist die langgezogene und sehr bewegliche Schnauze. Die Ohren sind klein und abgerundet, die Augen dunkel. Der Schwanz des südamerikanischen Nasebären ist länger als sein Körper und läuft zum Ende hin spitz zu. Das dichte Fell hat eine rot- bis graubraune Farbe. Am Schwanz hat der Nasenbär eine dunkle Ringelzeichnung. Die Füße und die Schnauze sind ebenfalls dunkel gefärbt.

Fortpflanzung und Entwicklung

Die Paarungszeit der südamerikanischen Nasenbären beginnt im Januar und dauert bis zum März an. In dieser Zeit schließt sich ein Männchen einer Gruppe von Weibchen an und verteidigt diese gegen Nebenbuhler. Nach der Paarung ist das Weibchen knapp drei Monate trächtig. Kurz vor der Geburt sondert es sich von der Gruppe ab und legt ein Baumnest für seinen Nachwuchs an. Dort bringt es zwei bis sieben Junge zur Welt.

In den ersten Wochen kümmert sich die Mutter sehr intensiv um ihren Nachwuchs. Wenn die Jungtiere etwa vier Wochen alt sind, unternehmen sie mit der Mutter schon längere Ausflüge. Kurze Zeit später schließt sich die Familie wieder der großen Gruppe an. Die Mutter säugt ihren Nachwuchs etwa 26 Wochen lang. Sie kümmert sich aber auch danach noch um ihre Jungtiere. Erst wenn sie erneut trächtig wird, vertreibt sie die jungen Nasenbären. Südamerikanische Nasenbären werden mit etwa drei Jahren geschlechtsreif.

Lebensweise und Verhalten

Südamerikanische Nasenbären sind bewegungsfreudige, tagaktive Tiere. Sie sind außerdem sehr anpassungsfähig und kommen in fast jedem Lebensraum zurecht. Nasenbären fühlen sich sowohl in tropischen Wäldern als auch in Savannen wohl. Sie bewegen sich flink am Boden vorwärts und sind sehr geschickte Kletterer. Zum Schlafen, zur Paarung und zur Aufzucht ihrer Jungtiere ziehen sie sich in die Bäume zurück. Ihr langer Schwanz dient dabei zur Balance.

Nasenbären sind zudem gute Schwimmer. Weibchen sind sehr gesellig und leben mit ihrem Nachwuchs und gleichgeschlechtlichen Artgenossen in großen Gruppen zusammen. Männchen sind Einzelgänger, die in festen Revieren leben. Auch die Weibchen bleiben gerne im selben Gebiet, verhalten sich aber nicht so territorial wie die Männchen.

Ernährung

Der südamerikanische Nasenbär ist ein Allesfresser. Er ernährt sich hauptsächlich von kleinen, wirbellosen Tiere. Diese wälzt er vor dem Verzehr am Boden, um sie so von giftigen Stacheln und ungenießbaren Chitinpanzern zu befreien. Auch kleine Wirbeltiere stehen auf dem Speiseplan des Nasenbären. Diese tötet er mit einem gezielten Kopfbiss. Der Nasenbär liebt süße, fleischige Früchte. Mit seinen scharfen Krallen entfernt er die Schalen und kommt so an das begehrte Fruchtfleisch.

Hätten Sie's gewusst?

Neben dem südamerikanischen Nasenbären gehören auch der Weißrüssel-Nasenbär und der Nelson-Nasenbär zur Gattung der Nasenbären. Der Weißrüssel-Nasenbär ist etwas kleiner und dunkler als sein südamerikanischer Verwandter. Er lebt vor allem im Süden der USA und in Mexiko. Den Nelson-Nasenbäen gibt es nur auf der mexikanischen Insel Cozumel. Er ist deutlich kleiner als die beiden anderen Arten und hat ein kürzeres, seidiges Fell. 
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