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Wildtier-Lexikon: Tasmanischer Teufel

Steckbrief, Systematik, Aussehen, Fortpflanzung, Entwicklung, Lebensweise, Verhalten und Ernährung. Hätten Sie's gewusst?
 
Tasmanischer Teufel © melanieplusdaniel.de / Fotolia
Obwohl der Tasmanische Teufel durchaus in der Lage ist selbständig zu jagen, ernährt er sich in der Regel von Aas.

Steckbrief

  • Körperlänge: Weibchen: 60 cm, Männchen: 70 cm
  • Gewicht: Weibchen: 8 kg, Männchen: 12 kg
  • Lebenserwartung: 5 - 8 Jahre
  • Verbreitung: Tasmanien (Australien)
  • Lebensraum: Waldgebiete
  • Artbestand: vom Aussterben bedroht

Systematik

  • Klasse: Säugetiere
  • Ordnung: Beuteltiere
  • Familie: Raubbeutler
  • Gattung: Beutelteufel
  • Art: Tasmanischer Teufel (Sarcophilus harrisii)

Aussehen

Der Tasmanische Teufel, oder Beutelteufel, hat einen muskulösen und gedrungenen Körper. Er ist etwa so groß wie ein Foxterrier. Die Weibchen sind etwas kleiner und leichter als Männchen. Der Schwanz des Beutelteufels ist kräftig und kann bis zu 26 Zentimeter lang werden. Die Beine sind stämmig und leicht gekrümmt. Dabei sind die Vorderbeine etwas länger als die Hinterbeine. Der Kopf ist kurz und breit, die Ohren sind rund, die Schnauze ist dick. Das Fell hat eine schwarze oder dunkelbraune Farbe. An der Kehle hat der Tasmanische Teufel einen weißen Fleck, gelegentlich können auch am Rumpf weiße Stellen auftreten.

Fortpflanzung und Entwicklung

Im Alter von zwei Jahren werden Tasmanische Teufel geschlechtsreif. Die Paarungszeit liegt in der Regel im März. In dieser Zeit kämpfen die Männchen um die paarungsbereiten Weibchen. Beutelteufel sind nicht monogam, ein Weibchen paart sich oft mit mehreren Männchen. 31 Tage nach der Befruchtung bringt das Weibchen zwanzig bis dreißig Junge zur Welt. Die Kleinen kriechen von der Vagina in den nach hinten geöffneten Beutel der Mutter. Dort heften sie sich an die Milchdrüsen, wo sie für die nächsten 100 Tage verbleiben. Da das Weibchen nur vier Milchdrüsen hat, überleben nur vier Junge. Die restlichen werden von der Mutter gefressen. Wenn sich die Jungtiere von der Milchdrüse lösen, verlassen sie den Beutel. Etwa drei Monate bleiben sie noch im Bau der Mutter. Erst mit etwa sieben Monaten unternehmen die kleinen Tasmanischen Teufel erste Ausflüge in die Umgebung. Nur zwei Monate später lösen sie sich von der Mutter.

Lebensweise und Verhalten

Der Tasmanische Teufel ist ein Einzelgänger. Lediglich während der Paarungszeit interagieren Männchen und Weibchen. Ein Beutelteufel bewohnt ein festes Revier von acht bis 20 Quadratmetern. Einzelne Reviere können sich jedoch überschneiden. Der Tasmanische Teufel ist nachtaktiv. In den Abend- und Nachtstunden geht er auf Nahrungssuche, während er die Tage schlafend verbringt. Der Beutelteufel bewohnt fast alle Lebensräume der Insel Tasmanien, dabei bevorzugt er jedoch meist trockene Waldgebiete. Er ist in der Lage zu schwimmen und kann als junges Tier gut klettern. Diese Aktivität fällt ihm jedoch mit zunehmendem Alter immer schwerer.

Ernährung

Obwohl der Tasmanische Teufel durchaus in der Lage ist selbständig zu jagen, ernährt er sich in der Regel von Aas. Dabei ist er nicht sehr wählerisch. Er frisst kleine Säugetiere, wie Wombats oder Schafe, ebenso wie Vögel, Insekten, Frösche oder Reptilien. Der Beutelteufel verschlingt seine Beute vollständig. Er frisst nicht nur das Fleisch sondern auch die Organe und sogar die Knochen und das Fell. Ist es nötig, kann der Tasmanische Teufel große Mengen in kurzer Zeit zu sich nehmen. So verspeist er bis zu 40 Prozent seines Körpergewichts auf einmal. Ist das Angebot an fleischlicher Nahrung gering, nehmen die Beutelteufel gelegentlich auch Pflanzenkost zu sich.

Hätten Sie's gewusst?

Seinen Namen verdankt der Tasmanische Teufel seinem schwarzen Fell, seinem wilden Wesen, vor allem aber auch seinen Ohren. Wenn der Beutelteufel sich aufregt nehmen sie eine leuchtend rote Farbe an. In diesen Situationen sondert er zudem ein übel riechendes Sekret ab und stößt einen schrillen Schrei aus, der über weite Entfernung zu hören ist.
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