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Wildtier-Lexikon: Tiger

Der Tiger ist mit seinem muskulösen Körperbau die größte Raubkatze. Die Einzelgänger leben in Asien und sind vom Aussterben bedroht. Erfahren Sie im Steckbrief mehr über Systematik, Aussehen, Fortpflanzung, Entwicklung, Lebensweise, Verhalten und Ernährung. Hätten Sie's gewusst?
 
Tiger © animals-digital.de
Seine Nahrung wählt er sorgfältig aus und springt sie aus dem Hinterhalt an

Steckbrief

  • Körperlänge: Weibchen: 1,8 - 2,4 m, Männchen: 2,3 - 3 m
  • Gewicht: Weibchen: 90 - 170 kg, Männchen: 140 - 420 kg (je nach Unterart)
  • Lebenserwartung: 15 - 25 Jahre
  • Verbreitung: Asien
  • Lebensraum: bevorzugt in Wassernähe, Gras- und Waldland
  • Artbestand: vom Aussterben bedroht
     

Systematik

  • Klasse: Säugetiere
  • Ordnung: Raubtiere
  • Familie: Echte Katzen
  • Gattung: Großkatzen
  • Art: Tiger (Panthera tigris) Unterarten: 8
     

Aussehen

Als größte aller Raubkatzen ist der Tiger allein durch seine Körpermaße eine imposante Erscheinung. Er hat einen kraftvollen, muskulösen Körperbau, riesige Pranken mit scharfen Krallen – und ein unverwechselbares Fell: Im Winter ist die Grundfarbe unter den schwarzen Streifen ein wenig gelblicher, das Sommerfell erscheint in eher orangen Farbtönen dunkler und die Bauchseite ist immer weiß. Der Backenbart ist bei Männchen stärker ausgeprägt als bei den Weibchen und fast immer – ebenso wie die Schnauze – weiß.


Fortpflanzung und Entwicklung

Paarungen sind bei den Tigern das ganze Jahr über möglich, die Tragezeit der Weibchen beträgt drei bis vier Monate. Von den bis zu vier Jungen, die zur Welt kommen, überleben aber oft nur ein oder zwei bis ins Erwachsenenalter.  Die Jungen lernen von der Mutter das Jagen und bleiben manchmal auch noch einige Zeit lang als "Kinderfamilie" zusammen wenn sie die Mutter schon verlassen haben. Weibchen werden mit etwa drei Jahren geschlechtsreif, die Männchen rund ein Jahr später.


Lebensweise und Verhalten

Tiger sind Einzelgänger. Sie haben Reviere mit bis zu 50 QuadratkilometernAusmaß. Um diese auch gegenüber ihren Artgenossen zu kennzeichnen, hinterlassen sie Duftmarken aus Urin und einem Drüsensekret. Damit legen sie nicht nur die Grenzen fest, sie werden während der Paarungszeit auch besser von potentiellen Partnern gefunden. Tagsüber dösen sie oft an versteckten, mit Laub ausgepolsterten Schlafplätzen, damit sie bei Einbruch der Abenddämmerung dann gut ausgeschlafen auf die Jagd gehen können. 


Sinnesleistungen

Die Raubkatzen haben ein sehr gut entwickeltes Gehör und sehr scharfe Augen – das ist besonders wichtig, wenn sie ihrer Beute im Dickicht von Dschungel und Wäldern erfolgreich auflauern wollen: Schließlich versteckt sich nicht nur der Tiger selbst gern im Gestrüpp, sondern auch seine Opfer wie Antilopen, Wildschweine und Co. versuchen, möglichst nicht aufzufallen. Der Geruchssinn der majestätischen Jäger scheint nicht allzu gut ausgebildet zu sein.


Ernährung

Während seiner nächtlichen Streifzüge legt der Tiger oft Strecken weit über 20 Kilometer zurück. Hat er ein Opfer – bevorzugt Großwild – entdeckt, wird es erst sorgfältig ausgespäht. In der Deckung von Gräsern und Büschen schleicht der lautlose Jäger sich so nah wie möglich heran, springt es dann aus dem Hinterhalt an und reißt es mit seinen mächtigen Tatzen zu Boden. Dort tötet er es mit einem Biss in Kehle oder Nacken und schleppt es zum Fressen an einen geschützten Ort. Da die Großkatzen nicht jede Nacht einen großen Fang machen, begnügen sie sich oft auch mit Fischen, Echsen oder kleineren Huftieren, denn immerhin brauchen sie nach Schätzungen sieben bis neun Kilogramm Fleisch pro Tag, um nicht abzumagern.


Hätten Sie's gewusst?

Tiger sind im Gegensatz zu anderen Angehörigen der Katzenfamilie alles andere als wasserscheu und sehr gute Schwimmer – auch weiter vom Land entfernte Inseln werden von ihnen besiedelt, und es sind schon manche dabei beobachtet worden, wie sie sich im kühlen Nass von Seen und Tümpeln von der Mittagshitze abgekühlt haben.
 

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Fotos: 
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