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Wildtier-Lexikon: Weißer Hai

Der Weiße Hai ist ein reiner Fleischfresser. Die Größe seiner Beutetiere richtet sich nach dem Alter des Hais. Steckbrief, Systematik, Aussehen, Fortpflanzung, Entwicklung, Lebensweise, Verhalten und Ernährung. Hätten Sie's gewusst?
 
Wildtier-Lexikon: Weißer Hai © Leito / Fotolia
Spätestens seit dem Horrorfilm "Der Weiße Hai" haben diese Tiere einen sehr schlechten Ruf.

Steckbrief

  • Körperlänge: 4,5m - 6,5m
  • Gewicht: von 800kg bis 2t
  • Lebenserwartung: bis zu 70 Jahre
  • Verbreitung: weltweit
  • Lebensraum: Meer
  • Artbestand: stark gefährdet

Systematik

  • Klasse: Fische
  • Ordnung: Markrelenhaiartige
  • Familie: Markrelenhaie
  • Gattung: Carcharodon
  • Art: Weißer Hai (Carcharodon carcharias)

Aussehen

Der mächtige, elegante Körper des Weißen Hais kann über sechs Meter lang werden. Im Durchschnitt wird dieser Hai jedoch nur etwa fünf Meter lang. Der Übergang zum Kopf ist nicht sichtbar. Die Schnauze läuft spitz zu. Das Maul ist groß, kegelförmig und mit spitzen, scharfen Zähnen versehen. Die großen Augen sind schwarz. Der Weiße Hai besitzt sehr ausgeprägte Kiemenspalten. Die Brustflossen sind sichelförmig und laufen ebenso wie die Rückenflosse spitz zu. Die Schwanzflosse ist halbmondförmig und symmetrisch, der obere Teil ist ebenso lang wie der untere Teil. Der Körper des Weißen Hais hat eine blau- oder braungraue Farbe. Lediglich der Bauch ist weiß gefärbt. Die Spitzen der Brustflossen sind oft schwarz.

Fortpflanzung und Entwicklung

Über die Fortpflanzung und die Entwicklung des Weißen Hais ist nur wenig bekannt. Trächtige Weibchen werden selten gesehen. Wahrscheinlich entfernt sich eine werdende Mutter von ihren Artgenossen. Weiße Haie bringen ihre Jungen, anders als die meisten Fische, lebend zu Welt, das heißt sie entwickeln sich im Mutterleib.

Es wird vermutet, dass das Weibchen etwa 12 bis 18 Monate trächtig ist. Nach dieser Zeit bringt es zirka zehn Junge zur Welt. Ein Jungtier ist etwa 1,50m lang. Männchen werden geschlechtsreif, sobald sie eine Länge von etwa drei Metern erreicht haben, Weibchen müssen vier Meter lang werden. Diese Längen zu erreichen kann acht bis zehn Jahre dauern.

Lebensweise und Verhalten

Weiße Haie leben sowohl als Einzelgänger als auch in kleinen Gruppen. In diesen Gruppen gibt es eine ausgeprägte Sozialstruktur und eine feste Rangordnung. Ein Weißer Hai kann auch für Artgenossen eine tödliche Gefahr sein. Treffen zwei unbekannte Haie zusammen, schwimmen sie oftmals direkt aufeinander zu. Der Schwächere weicht vor dem Zusammenprall aus.

Auch kräftiges Schlagen mit der Schwanzflosse dient zur Klärung der Rangordnung. Der Weiße Hai ist nicht wirklich kaltblütig, seine Körpertemperatur entspricht also nicht der Wassertemperatur. Ein spezielles Netz aus Blutgefäßen ist dafür verantwortlich, dass die Körpertemperatur etwa 15 Grad höher ist als die Außentemperatur. Daher kann sich der Weiße Hai auch in sehr kalten Gewässern aufhalten und sehr schnell schwimmen.

Sinnesleistungen

Der Weiße Hai hat verhältnismäßig große Augen, die über ein gutes Sehvermögen verfügen. Spezielle Blutgefäße versorgen die Augen, sodass die Tiere schnell reagieren können. Der Weiße Hai kann sogar Farben sehen, und auch sein Geruchsinn ist hervorragend entwickelt.

Zudem hat er in der Nase ein spezielles Organ, die Lorenzinischen Ampullen. Diese Öffnungen sind mit einer gallertartigen Masse gefüllt und ermöglichen es dem Hai, die elektromagnetischen Felder seiner Beutetiere aus großer Entfernung aufzuspüren.

Ernährung

Der Weiße Hai ist ein reiner Fleischfresser. Die Größe seiner Beutetiere richtet sich nach dem Alter des Hais. Junge Haie ernähren sich hauptsächlich von kleineren Fischen und Tintenfischen. Ein erwachsener Hai macht Jagd auf große Fische wie Thunfisch und andere Haiarten.

Auch Robben, Schweinswale und Delfine stehen auf seinem Speiseplan. Der Weiße Hai braucht fettreiche Nahrung. Von einer ausgewachsenen Robbe kann er etwa einen Monat lang leben. Er bewegt sich bei der Jagd nahe am Meeresgrund fort und greift seine Beute von unten an.

Hätten Sie's gewusst?

Spätestens seit dem Horrorfilm "Der Weiße Hai" haben diese Tiere einen sehr schlechten Ruf. Diesem Ruf wird er jedoch nicht gerecht. Entgegen der verbreiteten Meinung ist der Weiße Hai ein friedlicher und scheuer Meeresbewohner. Er meidet die Begegnung mit Menschen so weit wie möglich. Menschen passen auch nicht in sein Beuteschema. Wird die Aufmerksamkeit eines hungrigen Hais durch Geräusche und hektische Bewegungen auf einen Menschen gelenkt, testet das Tier, wenn überhaupt, durch einen Gaumenbiss, ob das Objekt fressbar ist. Allerdings kann auch ein solcher Biss, bei dem die scharfen Zähne noch nicht involviert sind, für den Menschen tödlich enden. Mit den Schauergeschichten ist auch die Jagd auf den Weißen Hai schlimmer geworden. Daher ist er heute stark gefährdet.

40 Jahre "Der Weiße Hai"

Der Weiße Hai zählt zu den gefürchtetsten Tieren auf der Welt. Daran ist der Hollywood-Film "Der Weiße Hai" nicht ganz unschuldig. Vor 40 Jahren, am 20. Juni 1975, kam der Streifen in die Kinos. Zum Jubiläum wurde er in einigen US-Kinos erneut gezeigt. Doch sind Haie wirklich so gefährlich für Menschen? Und was ist dran am Monster-Image? Mehr dazu
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