Wildtier-Lexikon: Zebra | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Wildtier-Lexikon: Zebra

Wie Pferde ernähren sich auch die Verwandten in Afrika von Gras, Kräutern, Blättern und manchmal auch Rinde.  Steckbrief, Systematik, Aussehen, Fortpflanzung, Entwicklung, Lebensweise, Verhalten und Ernährung. Hätten Sie's gewusst?
 
Wildtier-Lexikon: Zebra © Thomas Brodmann / animals-digital.de
Besonders viel Wert legen Zebras auf Körperpflege.

Steckbrief

  • Körperlänge: 120 - 160 cm
  • Gewicht: 250 - 400 kg
  • Lebenserwartung: 15 - 25 Jahre
  • Verbreitung: Afrika südlich der Sahara
  • Lebensraum: Savanne, dünn bewachsener Wald
  • Artbestand: Equus zebra: gefährdet, Equus grevy: stark gefährdet

Systematik

  • Klasse: Säugetiere
  • Ordnung: Unpaarhufer
  • Familie: Pferde
  • Gattung: Zebra
  • Art: Bergzebra (Equus zebra) Steppenzebra (Equus quagga) Grevyzebra (Equus grevy)

Aussehen

Seine charakteristische Fellzeichnung macht das Zebra unverkennbar. Die schwarzen Streifen auf weißem Grund sind bei manchen Unterarten auch rotbraun. Jedes Tier hat ein individuelles Muster. Daran und am Geruch erkennen zum Beispiel Fohlen ihre Mutter. Die Mähne ist ebenfalls gestreift und über dem Rücken läuft ein so genannter Aalstrich.

Trotz dieses scheinbar sehr auffälligen Fells, sind die Steppenpferde für einen weiter entfernten Beobachter im Gegensatz zu Gnus und größeren Antilopen schlecht zu erkennen: Die Streifen lassen in der flirrenden heißen Steppenluft nämlich ihre Umrisse verschwimmen. Diesen Effekt nennt man "Somatolyse".

Fortpflanzung und Entwicklung

Nach einer Tragezeit von etwa einem Jahr wird ein einzelnes Fohlen geboren und nach einer halben Stunde kann es schon stehen. Die Neugeborenen müssen allerdings erst lernen, wer ihre Mutter ist, denn in den ersten Stunden folgen die Kleinen einfach allem, was sich bewegt, seien es nun Menschen, Autos oder andere Zebras.

Einige Tage nach der Geburt hat sich das Junge dann das Streifenmuster der Mutter und ihren Geruch eingeprägt und findet sie zielstrebig immer wieder. Mit zwei bis fünf Jahren werden sie geschlechtsreif. Auch Kreuzungen von Zebras mit Pferden oder Eseln sind möglich. Die sogenannten Zebroide sind aber selbst unfruchtbar.

Lebensweise und Verhalten

Während Berg- und Steppenzebras in Herden und Familienverbänden mit bis zu 20 Tieren ohne feste Territorien zusammenleben, haben die Grevyzebras meist paarweise ein Revier. In den Gruppen gibt es eine Rangordnung, in der der Hengst ganz oben steht. Noch bevor sie geschlechtsreif werden, verlassen junge Hengste ihre Familie und schließen sich Junggesellengruppen an, bis sie sich eine eigene Herde erkämpft haben. Dann ist es ihre Aufgabe, Stuten und Fohlen zu beschützen und Wache zu halten, wenn diese grasen.

Kommunikation

Zur Begrüßung beschnuppern sich die Zebras und berühren sich mit den Nasenspitzen. Man glaubt auch, dass die Tiere die Mitglieder der eigenen Herde an deren Streifenmusterung "persönlich" erkennen. Hat sich eine Gruppe einmal verloren, wird solange gerufen, bis wieder alle versammelt sind. Der Laut, den sie dabei ausstoßen, klingt wie ein pfeifendes "Kwah-ha!", was dem Steppenzebra den wissenschaftlichen Namen Equus quagga hat. Untereinander verständigen sie sich außerdem, wie unsere heimischen Pferde auch, durch Gesten wie Ohrenstellung und Kopfhaltung.

Ernährung

Wie Pferde ernähren sich auch die Verwandten in Afrika von Gras, Kräutern, Blättern und manchmal auch Rinde. Zebras können maximal drei Tage ohne Wasser auskommen. Um Dürren zu entkommen, unternehmen die Herden daher weite Wanderungen. Besonders bemerkenswert bei Bergzebras: Ihre Kenntnis über die Lage von Wasserlöchern wird scheinbar von Generation zu Generation weitergegeben – so haben sich im Laufe der Zeit regelrecht abgeschliffene Trampelpfade in den felsigen Untergrund eingraviert, denen die Tiere immer wieder folgen. Wenn die "Tigerpferde", wie der Philosoph Aristoteles sie nannte, dann trotzdem vor ausgetrockneten Tränkstellen stehen, beginnen sie, mit den Vorderhufen tiefe Löcher in den Grund zu graben, um an frisches Wasser zu gelangen.

Hätten Sie's gewusst?

Besonders viel Wert legen Zebras auf Körperpflege. Sie lassen sich nicht nur von Artgenossen an jenen Stellen beknabbern, die sie selbst nicht erreichen, sondern manchmal sieht man sie auch einen Vogel auf Ihren Rücken reiten: Der verspeist dann das Ungeziefer, das sich im Fell der Zebras tummelt und befreit sie – nicht ganz uneigennützig – von den Plagegeistern. Das Wälzen in Staub oder Schlamm dient ebenfalls der Reinigung, denn es säubert die Haut von Schuppen und losen Haaren.

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