Erste Schritte im neuen Zuhause

Der Einzug einer neuen Katze ist für Mensch und Katze gleichermaßen spannend und aufregend. Damit Ihre neue Katze sich rasch eingewöhnt, sollte schon die Ankunft ruhig und planmäßig ablaufen. Worauf Sie dabei achten müssen, lesen Sie hier.  

Neue Katze 01
So kann Ihre Katze stressfrei bei Ihnen einziehen.© olezzo-stock.adobe.com

Bevor eine Katze bei Ihnen einzieht, sollten Sie bereits alles nötige Katzenzubehör sowie Futter und Streu für die ersten Tage eingekauft und aufgestellt haben. Bereiten Sie einen gemütlichen Raum ohne allzu viele Versteckmöglichkeiten vor. In diesem Raum wird alles untergebracht, was die Katze benötigt:

Bitte verwenden Sie zunächst nur das gewohnte Futter und auch die gewohnte Einstreu sowie den Toilettentyp, den die Katze bereits kennt. Ein Umzug ist schon Stress genug, Veränderungen, die Sie gerne vornehmen würden, verschieben Sie auf die Zeit nach der Eingewöhnung. Kommt man mit der neuen Katze zu Hause an, bringt man die Transportbox in das vorbereitete Zimmer und schließt die Tür.

Die Katze aus der Transportbox lassen

Nun öffnen Sie die Tür des Transportbehälters und warten ab. Je nach der individuellen Persönlichkeit wird die Katze nun entweder sofort aus der Transportbox kommen oder erst einmal im geschützten Versteck bleiben wollen. Widerstehen Sie der Versuchung, die Katze aus ihrer Box herauszuziehen. Sprechen Sie beruhigend mit sanfter Stimme mit der Katze. Halten Sie Abstand und warten Sie, bis die Katze von sich aus den Behälter verlässt.

Macht das Tier auch nach einer Stunde noch keine Anstalten herauszukommen, können Sie versuchen, es mit einem Spielzeug, wie zum Beispiel einer Katzenangel, herauszulocken. Auch ein besonders leckerer, duftender Futterhappen kann helfen. Zieht die Katze es dennoch vor, im Versteck zu bleiben, hat sie vermutlich viel Angst. Verlassen Sie in diesem Fall das Zimmer und warten Sie ein paar Stunden ab, bis Sie wieder hineingehen.

So lange dauert die Eingewöhnung bei Katzen

Normalerweise brauchen Katzen zwei bis vier Wochen, um sich in ihrem neuen Zuhause einzufinden. Bis das Eis bricht, kann es bei schwierigen erwachsenen Katzen auch einmal Monate dauern, bis sie sich das erste Mal anfassen lassen. Auch Jungkatzen, die als "Wildlinge" ohne Menschenkontakt auswuchsen, brauchen oft länger, bis sie zutraulich werden. Haben Sie Geduld und geben Sie Ihrer Katze Zeit, das wird sich auf jeden Fall auszahlen.

Nächste Schritte im neuen Zuhause

Hat die Katze schließlich von sich aus den Transportbehälter verlassen, wird sie beginnen, vorsichtig den Raum zu erkunden. Vielleicht erledigt sie auch schon ein dringendes Geschäft oder hat den Futternapf entdeckt. Viele Katzen sind nach dem Umzug zunächst so aufgeregt, dass sie die Nahrung erst einmal verweigern. Das ist durchaus in Ordnung, solange die Katze trinkt.

Bei einem Jungtier kann man durchaus 24 Stunden abwarten, bevor man den Tierarzt aufsucht. Bei einer gut genährten erwachsenen Katze auch zwei Tage, wenn sie einen munteren Eindruck macht, trinkt, die Toilette aufsucht und die Ausscheidungen normal sind. Spätestens nach dieser Zeitspanne sollte aber unbedingt ein Tierarzt zu Rate gezogen werden, wenn die Katze immer noch nichts frisst.

Neue Katze 03
Manche Katzen fressen in den ersten Stunden im neuen Zuhause noch nicht. Behalten Sie genau im Auge, wie lange die Katze das Futter verweigert und suchen Sie zur Not einen Tierarzt auf.© Impact Photography-stock.adobe.com

Eingewöhnung von mutigen und zutraulichen Katzen

Gehört Ihre neue Katze zum forschen Typus, der sofort aus der Transportbox marschiert und sein neues Reich in Besitz nimmt, können Sie schon früh beginnen, der Katze weitere Räume des Hauses zu zeigen.

Hat man bereits Katzen zu Hause, sollte man allerdings sicherheitshalber jeden Neuzugang so lange im Quarantänezimmer belassen, bis geklärt ist, ob die Katze wirklich gesund ist. Hierzu bietet sich immer auch ein Besuch beim Tierarzt an, der die neue Katze nochmals gründlich untersucht. Die Zeit in der Quarantäne hat zudem den Vorteil, dass die neue Katze bereits den "Hausgeruch" angenommen hat, wenn sie den anderen Katzen begegnet. Sie riecht dann nicht mehr fremd und wird eher akzeptiert. 

Ist die Katze so weit, dass sie problemlos frisst, die Toilette besucht und dem Menschen ein wenig vertraut, werden nach und nach die restlichen Zimmer des Hauses beziehungsweise der Wohnung erkundet.

Ängstliche Katzen brauchen mehr Zeit zur Eingewöhnung

Die scheue, ängstliche oder gar angstaggressive Katze hat bei der Eingewöhnung deutlich mehr Schwierigkeiten als der forsche neugierige Typ. Hält die Katze von sich aus zum Menschen Distanz, sollte man sie mit Spielangeboten locken, aber sie nicht bedrängen. Neue Menschen werden erst ins Zimmer gelassen, wenn die Katze wenigstens einer Person etwas vertraut.

Gerade Kinder freuen sich zwar riesig über den Neuzugang und werden sicher quengeln, wenn sie zunächst nicht zur Katze dürfen. Es erleichtert aber die Eingewöhnung, wenn man dem Tier zunächst die Ruhe gönnt, die es braucht, um sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden. Stellt man die Katze schließlich den Kindern vor, bittet man sie, sich ruhig und leise zu verhalten. Ein Spiel mit dem Federwedel oder der Katzenangel macht Kindern und Katze Spaß.

So gewöhnt sich die Katze noch schneller ein

Gerade bei den schwierigen Katzentypen hat es sich als günstig erwiesen, einfach Zeit bei dem Tier zu verbringen, ohne die Katze zu offensichtlich zu beachten. Setzen Sie sich in einem Sessel und lesen Sie gemütlich ein Buch. Da die Katze von sich aus neugierig ist, wird sie sicher irgendwann den neuen Menschen beschnuppern wollen. Man verhält sich dabei völlig passiv, spricht aber lockend und sanft mit dem Tier, wenn es Kontakt sucht. Reibt es den Kopf am Bein oder an der Hand des Menschen, hat man schon eine große Schlacht geschlagen.

In ganz problematischen Fällen kann es auch von Vorteil sein, einfach die Nacht bei der Katze zu verbringen. Schlafende Menschen wirken viel ungefährlicher, und so manche ängstliche Katze wagt schließlich den Sprung auf die warme Bettdecke und rollt sich gemütlich bei dem Menschen zusammen, vor dem sie tagsüber noch Angst hatte.

Neue Katze 02
Manche Katzen tauen schnell auf, andere brauchen länger bis sie sich eingewöhnen und zutraulich werden.© Omega-stock.adobe.com

Die Katze zum ersten Mal hochheben

Hochgenommen wird die Katze frühestens, wenn sie sich bereits problemlos streicheln lässt. Duldet sie das Hochgenommen-Werden nicht, lässt man sie wieder herunter, wenn sie sich einen Moment lang ruhig verhält. Es gibt Katzen, die sich überhaupt nicht gerne auf den Arm nehmen lassen und nicht getragen werden wollen. Dafür kommen sie aber gern auf das Sofa und liegen entweder auf dem Schoß oder aber neben dem Menschen. Das sollte man akzeptieren können.

Wie lange muss eine neue Katze im Haus bleiben?

Soll Ihre neue Katze ein Freigänger werden, sollten Sie sie nicht aus dem Haus lassen, ehe sie sich dort nicht wirklich ganz zu Hause fühlt und Ihnen vertraut. Auch wenn die Katze schnell zutraulich wird, sollten Sie mindestens drei bis vier Wochen warten. Vor dem ersten Freigang muss außerdem sichergestellt sein, dass:

"Ein Herz für Tiere" – Die neue Ausgabe jetzt am Kiosk
Aktuelle Meldungen aus der Tierwelt
Großer Haustierratgeber
Mensch & Tier
Wildes Tierleben
Spannende Unterhaltung
632106.jpg