Wenn eine Schmetterlingsraupe gefährlich wird

Eichenprozessionsspinner: So gefährlich ist er für Tiere

Was auf den ersten Blick wie eine harmlose kleine Raupe wirkt, kann schlimme Folgen für Mensch und Tier haben. Denn der Eichenprozessionsspinner ist nicht zu unterschätzen! Was ihn so gefährlich macht und wie Sie in einer betroffenen Situation am besten reagieren, erklären wir Ihnen hier.
 
Eichenprozessionsspinner: So gefährlich ist er © agrarmotive - stock.adobe.com
Was macht den Eichenprozessionsspinner so gefährlich?

Auch wenn der Eichenprozessionsspinner anfangs einen harmlosen Eindruck macht, kann er für andere Lebewesen in seiner Umgebung gefährlich werden. Doch nicht der Falter – also der Eichenprozessionsspinner an sich – sorgt für gesundheitliche Schäden, sondern die Raupe . Bereits in den vergangenen Jahren hörte man immer wieder von Vorfällen, dass sich der Eichenprozessionsspinner in Deutschland mehr und mehr ansiedelt. Mitunter ein Grund dafür sind die warmen Temperaturen, die ihm während seiner vielen Larvenstadien zugutekommen.

Eichenprozessionsspinner: Was macht ihn so gefährlich?

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners durchlaufen in der Zeit ihrer Verpuppung insgesamt sechs Larvenstadien. Über diesen Prozess hinweg bildet die Raupe um sich herum eine Art Nest aus Brennhaaren, die sie vor Angreifern schützen soll. Diese enthalten das Nesselgift Thaumetopoein, welches bereits bei dem kleinsten Kontakt abgesondert wird. Das Problem ist, dass diese Härchen mit dem Wind bis zu mehrere hundert Meter durch die Luft verbreitet werden. Aufgrund ihrer kleinen Widerhaken bleiben die Härchen schnell an Kleidung, Schuhen oder dem Fell von Haustieren hängen. Sobald die Brennhaare in Kontakt mit den Schleimhäuten kommen, kann das zu schlimmen Beschwerden kommen. Da reicht es schon, wenn das Tier beginnt, sich sein Fell zu lecken.

Und auch mit dem Schlüpfen des Falters ist es nicht getan. Die hartnäckigen Härchen bleiben im Nest zurück und können auch noch jahrelang das Nesselgift abgeben.

Das sind die Symptome

Kommen Tiere mit diesen Härchen in Berührung, kann es zu starken Reaktionen kommen. Das Nesselgift dringt in die Schleimhäute ein und hat so die Möglichkeit, sich dort festzusetzen. Auch der Kontakt über das Fell und dann die Haut kann bereits gefährlich für Mensch, Hund , Katze & Co. werden. Es drohen punktuelle Hautirritationen wie Rötungen, Quaddeln oder Eiterbläschen sowie starker Juckreiz. Aber auch die Schleimhäute sind in den meisten Fällen betroffen. Atembeschwerden und Augenreizungen sind nicht untypisch. Dazu können auch allgemeinere Symptome wie Schwindel, Müdigkeit oder Fieber auftauchen. Im Einzelfall können die giftigen Brennhaare sogar einen allergischen Schock auslösen.

Sobald Sie Symptome dieser Art feststellen, sollten Sie schnellstmöglich einen Tierarzt aufsuchen. Dort wird dem Tier dann meist ein Medikament verabreicht, was bereits das Schlimmste verhindern kann und einen möglichen allergischen Schock lindert.

Auch Menschen sollten im Falle des Auftretens dieser Symptome Kleidung sowie Köper gründlich waschen, um mögliche Brennhaare des Eichenprozessionsspinners zu entfernen. Sollte es bereits zu einem Hautkontakt gekommen sein, können entzündungshemmende Cremes und Antihistaminika helfen.

In diesen Bundesländern tritt der Eichenprozessionsspinner häufig auf:

  • Baden-Württemberg
  • Bayern
  • Brandenburg
  • Berlin
  • Hessen
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Niedersachsen
  • Nordrhein-Westfalen
  • Sachsen-Anhalt
Doch auch in anderen Bundesländern kann sich der Eichenprozessionsspinner ansiedeln. 

Wann sind Eichenprozessionsspinner gefährlich?

Die ersten Eichenprozessionsspinner-Raupen schlüpfen in der ersten April-Hälfte und durchlaufen ab diesem Zeitpunkt sechs Larvenstadien. Ab dem 3. Larvenstadium entwickeln sie die mit Widerhaken versehenen Brennhaare, die dann in die Luft getragen werden und für Mensch und Tier sehr gefährlich sind. Diese kritische Phase fällt meist auf den Zeitraum Ende Mai bis Ende Juni. Ist ein Winter jedoch ungewöhnlich warm, kann es bereits früher dazu kommen, dass die Eichenprozessionsspinner-Raupe ihre Entwicklungsphase startet.

Erst ab Ende Juni beginnen die Raupen sich zu harmlosen Nachtfaltern zu verwandeln und stellen dann keine Gefahr mehr dar.

Eichenprozessionsspinner© agrarmotive - stock.adobe.com

Eichenprozessionsspinner bekämpfen: Ja oder nein?

Deutschlandweit werden immer mehr Fälle eines Eichenprozessionsspinner-Befalls gemeldet. Teilweise setzen Städte oder Gemeinden Schädlingsbekämpfungsmittel ein, um die Raupe unschädlich zu machen. Mancherorts sind Grundstücksbesitzer sogar dazu verpflichtet, diese Tiere zu entfernen. Das kommt vor allem vor, wenn die Nachbarschaft bereits unter gesundheitlichen Störungen durch die Brennhaare der Raupe leidet. Dennoch sollten Sie sich nicht eigenständig an die Bekämpfung machen. Sichten Sie in Ihrem Garten oder auf Ihrem Spaziergang ein eindeutiges Eichenprozessionsspinner-Nest, melden Sie dies der zuständigen Behörde wie dem Pflanzenschutz- oder Gesundheitsamt. Auch viele Baumpflegebetriebe sowie Kammerjäger haben sich mittlerweile auf den Eichenprozessionsspinner spezialisiert.

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