Tierschutz

Tierärzte weltweit – ehrenamtlich für den Tierschutz

Ähnlich wie die Hilfsorganisation “Ärzte ohne Grenzen” gehen die ehrenamtlichen Helfer von „Tierärzte weltweit“ dorthin, wo ihre Hilfe am dringendsten benötigt wird. In Entwicklungs- und Schwellenländern helfen sie, Tierärzte auszubilden und das Leid der Tiere zu mindern.   
 
 
Ehrenamtliche Ärzte setzen sich für den Tierschutz ein © skeeze (CC0 1.0) – pixabay.com
Weltweit starten Tierärzte ihre Projekte, um dort zu helfen, wo es am dringendsten benötigt wird
Viele Tierärzte kommen in ihrer beruflichen Laufbahn an den Punkt, sich an den Impuls zu erinnern, warum sie diesen Beruf ursprünglich ergreifen wollten: um Tieren zu helfen. Dieser Wunsch lässt viele Tierärzte zu engagierten Tierschützern werden, die sich über ihren Beruf hinaus für das Wohl der Tierwelt einsetzen. Vielfältige Möglichkeiten dazu bietet das Programm „Tierärzte weltweit“ der Welttierschutzgesellschaft . Der Verein wurde 1998 in Bonn gegründet und engagiert sich weltweit für den Tierschutz, besonders durch medizinische Ausbildung und Aufklärungsarbeit in den ärmsten Ländern der Erde.


Wo die Menschen hungern, leiden die Tiere umso mehr

In Entwicklungsländern in Afrika und Asien ist die Tierhaltung für die Ärmsten der Armen oft eine lebensnotwenige Existenzsicherung. Esel und Pferde werden zum Transport und zur Landwirtschaft gebraucht, Kühe, Ziegen, Schafe oder Hühner geben Nahrung und Fleisch, Hunde bewachen das Haus. So weit verbreitet die Tierhaltung ist, so miserabel ist der Gesundheitszustand vieler Tiere: Wenn schon die Menschen mit wenig über die Runden kommen müssen, trifft es die Tiere meist umso härter.
Die Haltungsbedingungen und die Versorgung sind schlecht, viele Tiere leiden an Unterernährung und Wunden, die nicht fachgerecht behandelt werden können. Denn in Ländern wie Gambia (Rang 152 von 175 in der Armutsrankingliste) gibt es keine universitäre Ausbildung für Tierärzte und in Malawi (Rang 163 von 175 in der Armutsrankingliste) gibt es im ganzen Land gerade einmal 33 qualifizierte Tierärzte.


Hilfe zur Selbsthilfe

In genau diesen Ländern – neben Gambia und Malawi gibt es bislang Engagements in Tansania und Sri Lanka – starten die „Tierärzte weltweit“ ihre Projekte, um dort zu helfen, wo es am dringendsten benötigt wird. Die Organisation setzt dabei auf Hilfe zur Selbsthilfe: Im Vordergrund steht die Ausbildung und Weiterbildung von Tierärzten vor Ort, um Know-how aufzubauen und die medizinische Tierversorgung im Land nachhaltig zu verbessern. Der Bedarf ist groß: Eine Umfrage der Welttierschutzgesellschaft in 44 Entwicklungs- und Schwellenländern ergab, dass alle Befragten Ärzte große Defizite in der tiermedizinischen Ausbildung ihres Landes sehen. Auch fehlt es in Ländern, in denen Tiere vorwiegend als Nutztiere oder Schädlinge und kaum als Haustiere in Erscheinung treten, oft an Bewusstsein für die Bedürfnisse von Tieren. Auch hier will das Programm aufklären und damit den Tierschutz in der Gesellschaft stärken.


Ehrenamtlich aktiv werden

Geleitet werden die Kurse ehrenamtlichen von Tierärzten aus Deutschland. Sie werden mehrere Male wiederholt, bis die Partnerorganisationen vor Ort genügend Know-how aufgebaut haben, um die Kurse eigenständig fortzuführen und weitere Ärzte auszubilden. Die Anreise und andere Kosten wie Impfungen und Visa müssen die deutschen Ärzte selbst bezahlen, die Kosten vor Ort werden übernommen. Das sind keine geringen Kosten und Mühen, dennoch nehmen immer mehr Ärzte diese Möglichkeit wahr. Sich ehrenamtlich bei „Tierärzte weltweit“ zu engagieren, ist eine tolle Möglichkeit, Tieren direkt zu helfen, Wissen zu vermitteln und zum Tierschutz beizutragen.
Wer einen Urlaub in Afrika oder Asien plant, verbindet dies möglicherweise gerne mit einem ehrenamtlichen Engagement, und wer nach sich nach einer neuen Arbeitsstelle als Tierarzt umsieht, hat vielleicht eine Auszeit zu überbrücken, in der er mal etwas ganz anderes versuchen will. Bei den Einsätzen von „Tierärzte weltweit“ kommt es auf Teamwork an, oft muss man in Bereichen mit anpacken, in denen man sonst nicht arbeitet, muss sich auf die Verhältnisse vor Ort einstellen und improvisieren. Genau das macht möglicherweise für viele Helfer den Reiz des Ganzen aus. Denn am Ende geht es allen um die gute Sache: das Wohl der Tiere. 
Fotos: 
skeeze (CC0 1.0) – pixabay.com
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