Brutale Tierquälerei

In Heidenheim geht ein Igel-Quäler um – 11 Igel bereits tot

Grausame Tierquälerei erschüttert Heidenheim. Reihenweise werden dort Igel auf brutale Art umgebracht. Die Polizei ermittelt.
 
 
Ein Igel im Herbstlaub © shutterstock.com / Ondrej Prosicky
Igel stehen unter Artenschutz
Mit Kabelbinder stranguliert oder an den Pfoten zusammengebunden und zu Tode getreten - elf Igel sind in Heidenheim (Baden-Württemberg) dieser barbarischen Tierquälerei bereits zum Opfer gefallen. Nach Einschätzungen des Veterinäramts und der Polizei ist immer derselbe Täter am Werk. „Hier werden aus purer Rohheit Tiere grausam getötet“, sagt Anja Stöckle, die stellvertretende Leiterin des Veterinäramts, den Stuttgarter Nachrichten .

Igel stehen unter Artenschutz
 
Igel stehen unter Artenschutz. Damit herrscht ein Besitz- und Zugriffsverbot für die kleinen Säugetiere. Das bedeutet, Igel dürfen nicht gefangen, verletzt oder gar getötet werden. Auch ihre Fortpflanzungs- und Ruhestätten zu beschädigen und zu zerstören, ist verboten. Je nach Bundesland drohen mitunter sehr hohe Bußgelder, wenn man sich gegen diese Verbote widersetzt. Laut Bußgeldkatalog 2019 ist in Baden-Württemberg so wie in den meisten anderen Bundesländern für ein Vergehen dieser Art mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro zu rechnen.  

Igel gefunden - was tun?

Um kranken Igeln und jungen Igel-Findlingen Hilfe leisten zu können, gibt es Ausnahmen vom Besitz- und Zugriffsverbot. So dürfen laut § 11 des Bundesnaturschutzgesetz verletzte, hilflose oder kranke Tiere aufgenommen werden, um sie gesund zu pflegen. Die Tiere müssen aber unverzüglich wieder zurück in die Natur entlassen werden, sobald sie sich dort selbständig erhalten können.  
 
Sie müssen also, wenn Sie Erste Hilfe für Igel leisten und zu diesem Zweck einen Igel vorübergehend bei sich aufnehmen, keine Bußgelder fürchten.
 
Sollten Sie einen Igel, der
  • verletzt
  • krank
  • ein Jungtier und verwaist
  • nach Winterbruch noch unterwegs
  • oder untergewichtig
ist, finden, dann informieren Sie umgehend die Igelstation oder den Tierarzt, um sich Rat zu holen und den Igel untersuchen zu lassen.

Erste Tipps zur Versorgung von hilfsbedürftigen Igeln finden Sie auch hier bei uns:
Mehr zum Thema