Verstoß gegen Bundesnaturschutzgesetz

Storchennest von Pfarrgemeinde in Ramspau unerlaubt entfernt

Der Weißstorch ist streng geschützt. Das Entfernen von Nestern ist nur mit Ausnahmegenehmigung möglich. Das hielt die Pfarrgemeinde von Ramspau im Kreis Regensburg (Bayern) nicht davon ab, den Storchenhorst unerlaubt zu entfernen.
 
Storchenhorst auf dem Kirchendach © shutterstock.com / WalterWeiss
Pfarrgemeinde entfernt Storchenhorst ohne Genehmigung (Symbolbild)
Der Storchenhorst befand sich am Giebel oberhalb des Kirchenportals. Um Kirchenbesucher und Hochzeitsgesellschaften vom herabfallenden Storchen-Kot zu schützen, lies die Pfarrgemeinde das Nest der streng geschützten Weißstörche kurzerhand entfernen. Dass dafür eine Ausnahmegenehmigung der Regierung Oberpfalz notwendig ist, war den Verantwortlichen unbekannt. „Dass wir uns beim Landratsamt melden mussten, war uns nicht bewusst“, äußert Pfarrer Johann Schottenhammel gegenüber TV aktuell.
 
Mit dem unerlaubten Entfernen des Storchenhorsts haben die Verantwortlichen gegen das Bundesnaturschutzgesetz verstoßen. Ihnen drohen jetzt Geld- oder Freiheitsstrafen. Eine Strafanzeige ist bereits gestellt.
 
Währenddessen ist das Storchenpaar zurückgekehrt und baut an gleicher Stelle erneut ein Nest.


Weißstorch weiterhin bedroht

Auch wenn die Bestandsentwicklung von Weißstorchenpaaren in den letzten 30 Jahren wieder aufwärts geht, reichen die Bruterfolge in Deutschland nicht aus, um die natürlichen Verluste auszugleichen. Lebensraumverluste beispielsweise durch intensive Landwirtschaft, tödliche Stromleitungen und Gefahren auf der Reise durch Jagd, giftige Chemikalien und Dürreperioden bedrohen den Weißstorch .


Hilfe für den Weißstorch

Der Storch braucht daher weiterhin eine starke Lobby, die sich für seinen Schutz einsetzt. Jeder einzelne kann etwas tun, um das Überleben des Weißstorchs zu sichern. Der Naturschutzbund (NABU) gibt Tipps dazu an die Hand:
  • Kaufen Sie Bioprodukte. So unterstützen Sie eine naturverträgliche Landwirtschaft.
  • Kaufen Sie Rindfleisch aus extensiver Weidehaltung. So unterstützen Sie extensiv genutztes Grünland, das für den Storch wichtigen Lebensraum darstellt.
  • Engagieren Sie sich dafür, dass Feuchtgrünland erhalten und gepflegt wird.
  • Setzen Sie sich dafür ein, dass gefährliche Strommasten und -leitungen entfernt werden.
  • Errichten Sie künstliche Nisthilfen. Eine Bauanleitung für Nisthilfen stellt der NABU zur Verfügung.
  • Viele Storche sind beringt, um Erkenntnisse über Zugrouten, Ortstreue und Lebensalter zu erhalten. Sollten Sie einen solchen Ring finden, dann melden Sie den Ringfund umgehend. Der Ring beinhaltet Angaben zur Beringungsstation und dem zuständigen Land. Ein Verzeichnis aller europäischen Beringungszentralen hilft Ihnen, die richtige Stelle zu ermitteln.