Gesundheit

Arthrose beim Hund: Ursachen, Symptome, Behandlung

Rund ein Fünftel aller Hunde soll an Arthrose leiden. Meist sind ältere Tiere betroffen, doch auch junge Hunde können von dem schmerzhaften Gelenkverschleiß betroffen sein. Lesen Sie hier, wie Sie Arthrose beim Hund vorbeugen, erkennen und behandeln.
 
 
Alter Hund © Stock.adobe.com/ Mikkel Bigandt
Jeder fünfte Hund leidet an schmerzhaften Arthrosen.
Arthrosen gehören zu den acht häufigsten Krankheiten bei Hunden. Sie zählen laut einer aktuellen Studie zu jenen Krankheiten, die das Hundewohl auf Dauer am stärksten beeinträchtigen. Grund dafür sind starken Schmerzen und Bewegungseinschränkungen, die die Gelenkkrankheit hervorrufen kann. Da die Krankheit unheilbar ist, gilt es ihr – soweit möglich – vorzubeugen oder therapeutisch alles zu tun, dass der Hund trotz Arthrosen sein Leben beschwerdearm genießen kann.
 

Ursachen und Risikofaktoren für Arthrose beim Hund

Die genauen Ursachen für Arthrosen sind trotz intensiver Forschung immer noch ungeklärt.
Risikofaktoren sind:
  • erbliche Veranlagung
  • Fehlstellungen und Missbildungen des Skeletts
  • Verletzungen
  • Überlastung und Fehlbelastung der Gelenke
  • Bewegungsmangel 
Darüber hinaus steigt das Risiko für die Entwicklung von Arthrosen mit fortschreitendem Alter, zunehmender Körpergröße und dem wachsenden Körpergewicht beträchtlich an.
 

Arthrosen beim Hund frühzeitig vorbeugen

Arthrosen sind bei Mensch, Hund und sogar der Katze eine Volkskrankheit, die mit zunehmendem Alter fast jeden betrifft. Man kann die Gelenkkrankheit kaum völlig verhindern, aber man kann eine Menge dafür tun, dass sie möglichst spät im Leben Beschwerden verursacht und weitgehend milde verläuft:
  • In der Hundezucht können die Züchter viel durch gezielte Auswahl gesunder Zuchttiere erreichen.
  • Bei der Aufzucht junger großer Hunde muss man vor allem darauf achten, dass die Welpen nicht zu schnell Gewicht zulegen, denn ein beschleunigtes Wachstum stört die gesunde Entwicklung von Knochen und Gelenkknorpeln.
  • Als Hundehalter schützt man seinen Vierbeiner am besten vor Arthrosen, wenn man ihn schlank hält und ihm viel arttypische Bewegung bietet.
 

So entsteht eine Arthrose beim Hund

Arthrose beim Hund beginnt immer mit einem Schaden am Gelenkknorpel. Der Gelenkknorpel gewährleistet in Verbindung mit der Gelenkschmiere, dass sich die Knochen bei der Beugung oder Streckung des Gelenks reibungslos bewegen können. Wenn der Gelenkknorpel durch Verschleiß, Verletzungen, falsche Belastung oder auch Infektionen beschädigt wird, kann er seine Funktionen im Gelenk nur noch eingeschränkt erfüllen.

Darüber hinaus löst der Schaden am Gelenkknorpel Entzündungen aus. Eine Arthrose ist entstanden. Die Entzündungen sind schmerzhaft und beschädigen das Gelenk zusätzlich. Ein Teufelskreis aus Entzündungen und Schäden entsteht, der die Arthrose des Hundes immer weiter verschlimmert. Auf Dauer verändert die Arthrose alle am Gelenk beteiligten Strukturen, wenn sie nicht durch therapeutische Maßnahmen abgebremst wird.
 
Hund sitzt auf der Wiese
Arthrose raubt dem Hund viel Lebensqualität. ©stock.adobe.com/Alexandr
 

Behandlung der Arthrose beim Hund: Therapie nach Baukastenprinzip

Einmal entstandene Schäden am Gelenkknorpel sind nicht mehr rückgängig zu machen. Die Therapie der Arthrose hat daher das Ziel, weitere Schäden zu verhindern oder sie möglichst gering zu halten. Ebenso wichtig ist es, die Lebensqualität des Hundes zu verbessern, indem seine Schmerzen gelindert, seine Beweglichkeit erhalten und seine Bewegungsfreude gefördert wird. Das gelingt bei den meisten Patienten am besten mit einer multimodalen Therapie, also einer Behandlung nach dem Baukastenprinzip.
 
Therapiebausteine zur Behandlung von Arthrose beim Hund:
  • Medikamente
  • angepasste Ernährung
  • Bewegung
  • Krankengymnastik
  • physikalische Therapie
  • Einsatz von Hilfsmitteln (z.B. orthopädischen Hundebetten oder Rampen)
 
1. Medikamente gegen die Schmerzen
Schmerzmittel machen die Arthrose für die Hunde erträglich und ermöglichen den Tieren, sich wieder arttypisch zu bewegen und zu verhalten. Die entzündungshemmende Wirkung der eingesetzten Schmerzmittel beugt darüber hinaus einer weiteren Zerstörung des Gelenkknorpels vor und bremst auf diese Weise das Fortschreiten der Gelenkzerstörung ab.
 
Nebenwirkungen bei einer dauerhaften Schmerzmitteltherapie:
  • Blutungen im Magen-Darm-Trakt
  • Schädigung der Nieren
 
2. Ernährung und Bewegung gegen Arthrose beim Hund
Am wichtigsten für die Gelenke ist, dass der Hund rank und schlank ist und es auch bleibt.​ Übergewichtige Hunde mit Arthrosen müssen abnehmen! Der Verlust an Körperfett lindert die Schmerzen durch die Arthrosen. Zu viel Körperfett bildet Entzündungsbotenstoffe, die die schmerzhaften Entzündungsschübe im Gelenk immer wieder anfachen. 
Ideal unterstützt wird eine Diät durch ausreichende Bewegung. Diese sorgt dafür, dass viel Gelenkschmiere gebildet wird, die den Gelenkknorpel ernährt und schützt.

Die Gelenkgesundheit kann außerdem durch Fütterung verschiedene Zusatzstoffe gefördert werden:
  • Omega-3-Fettsäuren
  • Knorpelschutzstoffe (Chondroitinsulfat oder Glykosaminoglykane)
 
3. Gezielter Muskelaufbau und Physiotherapie bei Arthrose
Kräftige Muskeln stabilisieren und entlasten das Gelenk. Mit speziellen Übungen und Trainings können gute Tierphysiotherapeuten genau die Muskeln gezielt stärken, die das kranke Gelenk unterstützen sollen. In der manuellen Medizin kann der Tierphysiotherapeut schmerzhafte Muskelverspannungen lösen und das Gelenk durch passive Bewegung mobilisieren. Physikalische Anwendungen, wie Wärme oder Kälte, Reizstrom, Laser oder Ultraschall, wirken gezielt auf örtliche Schmerzherde und helfen so dabei, die Schmerzmittelmenge noch etwas zu reduzieren
 
Hund auf dem Unterwasserlaufband
Schonender Muskelaufbau auf dem Unterwasserlaufband. ©stock.adobe.com/antoine-photographe
 

Was tun, wenn die Behandlung der Arthrose nicht hilft?

Trotz aller Mühe kann es dazu kommen, dass die genannten Behandlungen nicht mehr ausreichend helfen. Relativ häufig ist das beispielsweise bei Arthrosen durch eine Hüftgelenksdysplasie der Fall, bei der das kranke Gelenk mittlerweile in einer Routineoperation durch ein künstliches Hüftgelenk ersetzt werden kann.
 
Bei andern Gelenken ist solch ein Ersatz jedoch häufig noch nicht möglich oder mit hohen Risiken verbunden. Weitere Optionen sind eine entzündungshemmende Bestrahlungstherapie oder eine Therapie mit Stammzellen. Unter Umständen kann sogar eine Amputation der betroffenen Gliedmaße besser für den Hund sein, als ihn weiterhin ständig unter den Schmerzen leiden zu lassen. Im schlimmsten Fall bleibt nur die Einschläferung , um den Hund von seinen Leiden zu erlösen.