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„It’s All About Family“

Cesar Millan Live on Tour 2019: Interview mit dem Hundeflüsterer

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Cesar Millan ist ein weltweit bekannter Experte in Sachen Hundeerziehung. Im Rahmen seiner neuen Show „It’s All About Family“ teilt er sein Expertenwissen mit seinem Publikum. 
Cesar Millan mit seinen Söhnen Calvin und Andre © Peter Jacob
Cesar Millan mit seinen Söhnen Calvin und Andre
Cesar Millan ist ein weltweit bekannter Experte in Sachen Hundeerziehung. Seine Methoden sollen eine glücklichere und gesündere Beziehung zwischen den Menschen und ihren vierbeinigen Begleitern ermöglichen. In seiner über 25-jährigen Arbeit mit Hunden hat er eine erfolgreiche Philosophie entwickelt, um aggressive, ängstliche und zwangsgestörte Hunde zu resozialisieren, aber auch das alltägliche, normale Miteinander zwischen Menschen und ihrem treuen Hausgenossen zu entspannen. Anhand echter Geschichten, persönlicher Erinnerungen und mittels Live Demonstrationen entwickelt der Starhundetrainer eine emotionale Geschichte der Aufs und Abs im Leben mit Hund und gibt Aufschluss darüber, wie Mensch und Tier zu einer glücklichen und ausgewogenen Beziehung gelangen können.
 
Er teilt im Rahmen seiner neuen Show „It’s All About Family“ – nicht nur für Hundeliebhaber – sein Expertenwissen mit seinem Publikum, das ihm an den Lippen hängt. Zum ersten Mal wird Cesar Millan dabei live von seinen beiden Söhnen Calvin und Andre begleitet, die beide bereits bei seinen TV-Shows zu sehen waren.

Sie sind der bekannteste Hundetrainer weltweit. Was machen Sie anders als Ihre Kollegen?
Millan: Schon der Begriff Hundetrainer passt nicht zu mir. Ich widme mich zuallererst den Menschen, also den Besitzern. Sie sind in der Regel die Wurzel des Übels. Wenn ein Hund verängstigt oder aggressiv ist, liegt das an seinem Halter. Das Tier spiegelt wider, was der Mensch fühlt. Darum ist es mein Job, den Leuten klarzumachen: „Dein Hund ändert sich nur, wenn du bereit bist, an dir zu arbeiten.“
 
Das gefällt bestimmt nicht jedem…
Millan: Natürlich nicht. Gerade Männer wollen solche Sätze nicht hören. Sie haben einen Hundetrainer engagiert, der ihren Hund therapieren soll. Nicht sie selbst. Da muss ich zunächst einiges an Überzeugungsarbeit leisten. Ich demonstriere ihnen, wie sich ihr Hund in meiner Gegenwart plötzlich ganz anders verhält. Weil ich ruhig und bestimmt auf ihn zugehe, bleibt er entspannt. Meine Energie überträgt sich auf ihn.
 
Wieso überrascht das so viele Hundebesitzer?
Millan: Wir leben in einer Gesellschaft, die durch die sogenannten Milleniums geprägt ist. Das sind hochqualifizierte Menschen mit einem fundierten Computerwissen. Sie kommunizieren am liebsten über Facebook. Es fällt ihnen schwer, direkte Kontakte aufzubauen. Deshalb zögern sie die Familienplanung immer weiter hinaus. Das erzeugt oft eine innere Leere. Um die zu beseitigen, legen sich die Leute einen Hund zu. Er ist ein Kinderersatz und wird vermenschlicht. Das tut dem Tier aber nicht gut.
 
Was braucht ein Hund denn Ihrer Ansicht nach?
Millan: Sie müssen Ihrem Tier vorgeben, was es zu tun hat – sonst übernimmt es die Führung. Liebe allein genügt für einen Hund nicht. Für ihn ist eine eindeutige Rangordnung nebst Disziplin wichtig. Ich weiß, dass sich viele mit dem Wort Disziplin schwertun. Darum möchte ich es näher definieren. Mit Disziplin meine ich keine Schläge oder Strafen. Ein Hund benötigt einfach feste Regeln, nach denen er sich richten muss. Wenn ich um Hilfe gebeten werde, mangelt es einem Hund eigentlich nie an Zuneigung. Was ihm fehlt, sind Übung, Disziplin, Stimulation. Ohne genügend Auslauf kommt ein Hund nicht zurecht. Er sucht sich dann ein Ventil für seinen Frust. Vielleicht kaut er an Ihren Schuhen, vielleicht attackiert er Sie.
 
Und darf er auf keinen Fall in meinem Bett schlafen?
Millan: Grundsätzlich spricht nichts dagegen, dass Sie Ihr Bett mit Ihrem Hund teilen. Er darf sich allerdings nur mit Ihrer Zustimmung zu Ihnen legen. Sie entscheiden, wo er sich niederlässt. Der Hund darf das Bett niemals als sein Territorium ansehen. Das könnte Probleme geben… Womöglich lässt er Ihnen keinen Platz mehr oder verteidigt das Bett gegen Ihren Partner.
 
Predigen Sie das auch Ihrer prominenten Klientel, zu der Pink oder Charlize Theron gehören?
Millan: Ja. Einen Hund interessiert es nicht, ob sein Halter berühmt, reich oder intelligent ist. Bei ihm können Sie einzig mit Ihrer Energie punkten. Sie dürfen sich nie aus der Fassung bringen lassen. Ich bleibe sogar dann ruhig, wenn ich von einem Tier gebissen werde.
 
Woher kommt Ihre Gelassenheit?
Millan: Ich wurde in Mexiko in eine Familie mit Hunden hineingeboren. Sie waren stets ganz selbstverständlich um mich herum. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie ein Leben ohne Hunde wäre.
 
Gibt es etwas, das Sie von den Vierbeinern gelernt haben?
Millan: Im Augenblick zu leben. Hunde sind nicht nachtragend. Ihnen fällt das Loslassen wesentlich leichter als uns Menschen.