Hund Verhalten

Die 12 größten Missverständnisse zwischen Hund und Mensch

Der Hund gilt als der beste Freund des Menschen. Und trotzdem verstehen wir ihn nicht immer richtig. Viele Fehlinterpretationen des Hundeverhaltens haben sich bei vielen Hundhaltern hartnäckig eingeprägt. Hier finden Sie die 12 häufigsten Missverständnisse.
 
 
Hund und Mann blicken sich in die Augen © Shutterstock.com/Olena Yakobchuk
Selbst erfahrene Hundehalter unterliegen einigen Irrtümern.
Wie gut, dass die meisten Hunde so nachsichtig mit uns sind. Denn oft interpretieren Hundehalter das Verhalten ihrer Vierbeiner völlig falsch. Selbst bei erfahrenen Hundehaltern hat sich so mancher Irrglaube in den Köpfen festgesetzt. Wir klären die 12 häufigsten Missverständnisse auf ­– für eine harmonische Mensch-Hund-Beziehung.
 

1. Ohren anlegen bedeutet Aggression

Angelegte Ohren sind bei Hunden keineswegs immer eine Drohgeste. Es kommt nämlich stark auf den Kontext an. Man muss darauf achten, in welcher Form sie zurückgelegt werden (z.B. eng an den Kopf gedrückt oder leicht gedreht) und wie die übliche Körpersprache aussieht.
 

2. Lass dich mal drücken

Feste Umarmungen gehören zu den 10 Dingen, die jeder Hund hasst . Wenn wir unseren Hunden etwas Gutes tun wollen, sollten wir sie ganz zart streicheln, und zwar an Stellen, wo sie es sichtlich genießen. Sanftes Kraulen am Hals oder am Bauch ist zum Beispiel sehr beliebt.
 
Frau umarmt Hund
In einer Umarmung fühlt sich der Hund eingeengt.         ©adobestock.com/Nadezhda
 

3. Wedeln zeigt Freude

Schwanzwedeln ist ein Ausdruck von Aufregung. Und die kann sowohl positiv als auch negativ sein. Auch hier kommt es wieder auf den Kontext an. Sieht ein Hund schon aus der Ferne seinen Erzrivalen, drückt er durch schnelle Rutenbewegung seine „Genervtheit“ aus. Begrüßt er dagegen wedelnd seine Menschen, freut er sich natürlich.
 

4. Hunde, die hecheln, schwitzen

Hecheln kann bei Hunden auch ein Ausdruck von Stress sein. Stress-Hecheln erkennt man daran, dass die Lefzen weit nach hinten gezogen werden und die Zunge steif erscheint. Ist dem Hund nur heiß, sind Lefzen und Zunge des Hundes entspannter.
 

5. Aber das muss er doch hören/sehen/riechen!

Hunde haben hervorragende Sinne, doch alles auf einmal ist selbst ihnen nicht möglich. Ist der Hund gerade mit Schnüffeln beschäftigt, so kann es sein, dass er für alles andere gerade unzugänglich ist. Kein Rufen wird er in diesem Modus bemerken. Wenn wir ihm nun deswegen Ungehorsam unterstellen, tun wir ihm eigentlich unrecht.
 
Brauner Hund schnüffelt am Boden
Folgt der Hund einer Fährte, kann er alles andere ausblenden. ©adobestock.com/Martin Schlecht
 

6. Wer angreift, ist dominant

Wenn ein Hund angreift, ist er meist ängstlich und weiß keinen anderen Ausweg. Es ist erwiesen, dass Hunde in einer Konfliktsituation vier Strategien haben, die 4 Fs:
  • Flight (Flucht)
  • Flirt
  • Freeze (Erstarren)
  • Fight (Kampf)
Die meisten Hunde wählen die Flucht. Ist das nicht möglich, kann es je nach Charakter und Erfahrung aber auch der Angriff sein. Bei Aggressionen gegenüber anderen Hunden , muss der Hundehalter einen kühlen Kopf bewahren und richtig reagieren. 
 

7. Wenn der Hund sich die Lefzen leckt, hat er Durst

Ein Hund, der sich die Lefzen leckt, fühlt sich gerade unwohl. Das Lecken der Lefzen gilt als Beschwichtigungssignal und der Hund zeigt, dass er gerade sehr unsicher und ängstlich ist. Statt einer Schüssel Wasser benötigt er jetzt Ruhe.
 

8. Bloß nicht in die Augen schauen!

Dem Hund bloß nicht in die Augen schauen, ist eine sehr pauschale Aussage. Natürlich ist Anstarren aus Hundesicht eine Provokation – gerade gegenüber fremden Hunden. Es gibt aber auch Hunde, die beim Kuscheln und Streicheln den Blickkontakt zu ihrem Besitzer suchen. In diesem Fall kann es sogar bindungsstärkend sein, dem Hund in die Augen zu schauen.
 

9. Wer bellt, ist angriffslustig

Genau wie bei der Körpersprache muss auch bei der Lautsprache die Gesamtsituation betrachtet werden. Hohes, schnelles Bellen ist meist Ausdruck der Freude und Erregung. Hohes Kläffen geht eher in Richtung Angst/Aufregung, tiefes Bellen in Richtung Warnung. Kurzes, scharfes Bellen bedeutet in der Regel so viel wie: Geh weg!
 
Jack Russel Terrier bellt
Bellen kann auch Ausdruck freudiger Erregung sein.      ©adobestock.com/viktoriia1974
 

10. Der hat ein schlechtes Gewissen

Hunde empfinden keine Reue, darüber sind sich Experten relativ einig. Viele Hundehalter sind dennoch davon überzeugt, dass ihr Hund ein schlechtes Gewissen hat, wenn er etwas abgestellt hat. Aber nein, sagen die Fachleute. Der Hund spürt die Wut seines Besitzers und reagiert mit Beschwichtigung. Reue fühlt er nicht, erst recht nicht für Dinge, die er in unserer Abwesenheit getan hat.
 

11. Gähnen bedeutet Müdigkeit

Gähnen bei Hunden kann viele Auslöser haben. Es kann durchaus auf Müdigkeit hindeuten, aber ebenso auch eine Stressreaktion sein. Gähnen ist also ein wichtiges Körpersignal, das viel über den Zustand des Hundes verraten kann.
 

12. Mythos Welpenschutz

Leider ist es mit dem berühmten Welpenschutz nicht weit her. Welpen aus der eigenen sozialen Gruppe sind okay, aber fremde? Die sind nur dann erwünscht, wenn sie sich gut benehmen. Natürlich geht nicht jeder ausgewachsene Hund auf einen Welpen los. Seine Reaktion ist situations- und charakterabhängig. Aber einen generellen Welpenschutz bei Hunden gibt es nach neuen Erkenntnissen leider nicht.