Parasiten beim Hund

Flöhe: Hund vor Flöhen schützen

Flöhe beim Hund sind nicht selten und haben auch nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Jeder Hund trifft im Laufe seines Lebens mal auf diese Plagegeister. Flöhe sind für den Hund nicht nur lästig, sondern können auch gesundheitliche Probleme mit sich bringen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie den Hund vor Flöhen schützen.
 
Flöhe beim Hund lösen heftigen Juckreiz aus. © shutterstock.com / kosmos111
Flöhe lösen beim Hund heftigen Juckreiz aus.
Flöhe beim Hund können zur großen Plage werden. Flöhe besitzen keine Flügel, sondern kräftige Hinterbeine, die ihnen Sprünge von bis zu einem Meter erlauben. So können sie sich leicht ausbreiten und von Tier zu Tier oder auch von Tier zu Mensch wandern. Flöhe haben Krallen an den Beinen und besitzen dort und am ganzen Körper Borsten und Zahnkämme, die nach hinten gerichtet sind. Das macht es Hundehaltern schwer, die Flöhe aus dem Fell des Hundes zu kämmen. Flöhen muss man also anders an den Kragen – und das sehr rasch. Denn Sie vermehren sich schnell und können dem Hund gefährlich werden.


Gesundheitliche Risiken durch Flöhe beim Hund

Flöhe beim Hund führen zu Entzündungen der Haut und zu Blutarmut. Der Hund wird nervös, das Fell struppig. Daneben gibt es noch weitere gesundheitliche Risiken durch Flöhe:
  • Infektion durch den Gurkenkernbandwurm
  • Flohspeichelallergie
Flöhe übertragen auf den Hund den sogenannten Gurkenkernbandwurm, dessen Zwischenwirt sie sind. Der Gurkenkernbandwurm ist der häufigste Bandwurm beim Hund. Die Wurmeier werden von den Flohlarven aufgenommen und entwickeln sich dort weiter. Durch die Fellpflege nimmt der Hund die befallenen Flöhe auf. Die weiterentwickelten Larven des Bandwurms gelangen so in den Darm des Hundes und werden dort innerhalb von 20 Tagen zum adulten Bandwurm von 10 bis 70 cm Länge, der mit antiparasitären Mitteln bekämpft werden muss. Schützt man den Hund also konsequent vor Flöhen, so reduziert sich auch das Risiko einer Infektion mit dem Gurkenkernbandwurm.
 
Für Hunde mit Flohspeichelallergie ist ein Flohbefall sehr qualvoll. Wenn nur ein einziger Floh bei einem Hund mit Flohspeichelallergie auch nur eine winzige Blutmahlzeit einnimmt, juckt es den Flohspeichelallergiker manchmal über Tage hinweg. Der Hund kratzt und beißt sich fast pausenlos. Lebendige Flöhe findet man auf diesen Hunden jedoch eher selten, denn die Hunde jagen ihre Quälgeister erbarmungslos. Bei Hunden mit Flohspeichelallergie gilt es also, konsequent und lückenlos Flohbefall vorzubeugen.


Flöhe beim Hund bekämpfen und Flohbefall vorbeugen

Es gibt zahlreiche Mittel auf dem Markt, mit den man Flöhe beim Hund bekämpfen und Flohbefall vorbeugen kann. Die Produkte unterscheiden sich in der Verabreichungsart, hinsichtlich Wirkdauer, Wirkungsspektrum und weiteren Eigenschaften wie beispielsweise Wasserfestigkeit. Das beste Produkt für alle Hunde gibt es dabei nicht. Vielmehr muss man das Produkt wählen, das am besten zum Lebensstil des Hundes passt. Zu den Präparaten zur Vorbeugung und Bekämpfung von Flöhen beim Hund gehören:
  • Spot-on-Präparate
  • Sprays
  • Halsbänder
  • Kautabletten
Spot-on-Präparate, die äußerlich aufgetragen werden, wirken auf der Haut des Hundes und greifen Flöhe von außen an. Bei der Verwendung von Spot-On-Präparaten ist darauf zu achten, dass der Hund vor und nach der Spot-On-Behandlung nicht nass wird. Ebenso von außen wirken Sprays oder Halsbänder. Diese Mittel sind auch gegen Zecken beim Hund effektiv.
 
Einen anderen Ansatz verfolgen Kautabletten. Die Tabletten werden dem Hund wie ein Leckerli verabreicht. Die Flöhe nehmen dann die Wirkstoffe mit ihrer Blutmahlzeit auf. Kautabletten bieten gegenüber Spot-On-Präparaten den Vorteil, dass sich kein Anti-Parasiten-Wirkstoff auf Fell und Haut des Hundes befindet. Ein Nachteil ist allerdings, dass die Flöhe erst zubeißen müssen, um den tödlichen Wirkstoff aufzunehmen. Eine Übertragung von Krankheitserregern kann somit nicht völlig ausgeschlossen werden.
 
Auch das beste Antiflohmittel kann allerdings nur dann schützen, wenn es in der richtigen Dosierung regelmäßig angewendet wird.
 
Beachten Sie: Wichtig bei der Flohbekämpfung ist die konsequente und lückenlose Anwendung der Mittel. Mit den Antiparasitika am Tier kann auch der Nachwuchs der Flöhe in der Umgebung bekämpft werden, weil tote Flöhe keine Eier legen. Wer hingegen Behandlungspausen einlegt, gibt den Jungflöhen, die sich in der Umgebung des Wirtes in ihren Kokons bis zu über einem halben Jahr verstecken können, immer wieder die Chance, sich erneut zu vermehren.


Flöhe beim Hund mit Hausmitteln bekämpfen

Hundehalter, die auf chemische Präparate verzichten wollen, greifen auf Präparate auf pflanzlicher Basis, esoterisch-alternative Methoden wie Bernsteinketten und Hausmittel wie Schwarzkümmelöl und Kokosöl zurück. Es ist allerdings nicht nachgewiesen, dass diese Mittel effektiv gegen Flöhe beim Hund wirken. Darüber hinaus sind nicht alle Präparate gut verträglich. Insbesondere Produkte aus undurchsichtigen Quellen im Internet können schadstoffbelastet sein. Einige pflanzliche Produkte können darüber hinaus schwere Nebenwirkungen verursachen. Wer also auf Nummer sicher gehen will, kommt um die chemischen Präparate nicht herum.


Flöhe im Haushalt bekämpfen

Bei einem Flohbefall müssen Halter die lästigen Parasiten nicht nur am Hund bekämpfen, sondern die Umgebung gleich mitbehandeln. Gründliches Staubsaugen und wiederholtes Waschen aller Textilien gehören zum Pflichtprogramm. Bis man die unangenehmen Schmarotzer loswird, kann einige Zeit vergehen. Denn nur etwa zehn Prozent der Eier und Flöhe befinden sich tatsächlich auf dem Hund, der Rest auf Sofas, Teppichen und Kissen in Haus oder Wohnung. Bei starkem Befall von Flöhen muss die gesamte Umgebung mit einem geeigneten Insektizid behandelt werden.