Wenn Futter krank macht

Futtermittelallergie beim Hund: Symptome, Ursachen und Test

Wenn es beim Hund mal juckt oder er ein Magen-Darm-Problem hat, wird schnell eine Futtermittelallergie dafür verantwortlich gemacht. Doch ist sie wirklich so häufig wie behauptet wird? Wie äußert sie sich? Was ist der Unterschied zwischen Allergie und Unverträglichkeit? Und wie kann man darauf testen? Wir klären auf.
 
Futtermittelallergie beim Hund © shutterstock.com / Jaromir Chalabala
Nicht immer ist eine Futtermittelallergie beim Hund verantwortlich für Hautprobleme und Durchfall.
Nicht immer handelt es sich um eine Futtermittelallergie beim Hund, wenn der Vierbeiner Juckreiz oder Durchfall hat. Oft stecken andere Ursachen dahinter. Hinzu kommt, dass die Futtermittelallergie und die Unverträglichkeit gegen Nahrungsmittel häufig in einen Topf geworfen werden. Laut einer Studie der Universität Gent ist eine Futtermittelallergie aber nur für 1 Prozent aller Hauterkrankungen verantwortlich. Und nur bei 10 Prozent aller Hauterkrankungen, die auf eine Allergie zurückzuführen sind, handelt es sich tatsächlich um eine Futtermittelallergie.


Futtermittelallergie beim Hund vs. Unverträglichkeit: Symptome und Ursachen

Rein äußerlich machen sich sowohl die Futtermittelallergie beim Hund als auch die Unverträglichkeit gegen bestimmte Nahrungsmittel durch dieselben Symptome bemerkbar.

Symptome bei Futtermittelallergie und Unverträglichkeit beim Hund:
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Blähungen
  • Blähungen
  • Juckreiz
  • Schuppige und entzündete Haut
  • Haarausfall
 Der Unterschied liegt aber darin, dass bei einer Futtermittelallergie das Immunsystem beteiligt ist und bei einer Unverträglichkeit nicht.

Bei einer Futtermittelallergie beim Hund reichen schon kleinste Mengen des allergenen (allergieauslösenden) Nahrungsbestandteils aus, um meist sehr heftige Reaktionen des Körpers hervorzurufen. Auch macht es keinen Unterschied, in welcher Form der allergene Nahrungsbestandteil dargereicht wird. Es ist also egal, ob der Hund es gekocht oder roh, als Geschmacksträger oder als Bestandteil eines Medikaments verzehrt hat. Ein weiteres Kennzeichen der Futtermittelallergie ist, dass der Hund permanent auf den allergenen Nahrungsbestandteil reagiert und entsprechende Symptome zeigt. Wird dem Vierbeiner immer das gleiche Futter serviert und er zeigt aber nur unregelmäßig Symptome (beispielsweise immer nur im Herbst), leider er vermutlich nicht unter einer Futtermittelallergie.

Bei einer Unverträglichkeit (Intoleranz) gegen Nahrungsmittel dagegen reagiert der Körper des Hundes auf bestimmte Inhaltsstoffe wie Laktose und Gluten besonders sensibel oder es fehlen wichtige Verdauungsenzyme, sodass die Verdauung dieser Inhaltsstoffe beeinträchtigt ist. Die Symptome werden meist dann umso heftiger, je mehr der Hund von dem Inhaltsstoff verzehrt.


Die häufigsten Auslöser für eine Futtermittelallergie beim Hund

Egal ob in Trocken- oder Nassfutter oder auch in Leckerlis - folgende Zutaten finden sich am häufigsten in den herkömmlichen Futtermitteln und werden am meisten verzehrt. Daher führen sie die Liste der häufigsten Auslöser für Futtermittelallergien beim Hund auch an:
  • Huhn
  • Rind
  • Getreide
  • Reis
„Da viele Hunde Kontakt mit einem dieser Futtermittel haben, ist der Anteil an Allergikern unter ihnen also naturgemäß auch höher als bei anderen Zutaten. In den USA beispielsweise ist die Zahl der Soja-Allergiker besonders hoch, weil dort mehr Soja in Futtermitteln verwendet wird als bei uns“, erklärt Ernährungsexpertin Dr. Julia Fritz.

Die allergene Wirkung von Futtermitteln ist immer auf die darin enthaltenen tierischen oder pflanzlichen Eiweiße (Proteine) zurückzuführen. Fett, Zucker und Kohlenhydrate sind keine Eiweiße. Reagiert der Hund auf diese Stoffe, handelt es sich eher um eine Unverträglichkeit. Ebenso sind die oftmals verteufelten Zusatz- und Konservierungsstoffe als Auslöser eher unwahrscheinlich. Erst wenn sich ihre Moleküle an ein körpereigenes Trägerprotein binden, beginnt das Immunsystem des Hundes, es zu bekämpfen.


Wie hoch ist das Risiko für eine Futtermittelallergie beim Hund?

Bei einem gesunden Hund ist das Risiko für eine Futtermittelallergie sehr gering. Denn die Darmschranke sorgt dafür, dass nur die vollständig in ihre Einzelkomponenten verdauten Nahrungsbestandteile in den Organismus gelangen. Ist die Darmschleimhaut aber beschädigt und entzündet, funktioniert diese natürliche Barriere nicht. Zu große Moleküle dringen dann in den Organismus. Das Immunsystem bewertet sie als feindlich und bekämpft sie.

Eine Studie der Uni München zeigt außerdem auf, dass es bei bestimmten Hunderassen ein erhöhtes Risiko dafür gibt, eine Futtermittelallergie zu entwickeln.

Hunderassen mit erhöhtem Risiko für eine Futtermittelallergie:
  • Golden Retriever
  • West Highland White Terrier
  • Deutscher Schäferhund
  • Weißer Schweizer Schäferhund
  • Boxer
Das Alter und Geschlecht eines Hundes spielt als Risikofaktor aber keine Rolle.


Verdacht auf Futtermittelallergie – was tun?

Zeigt Ihr Hund die oben beschriebenen Symptome, gilt es erst zu klären, was die konkreten Ursachen sind. Nicht immer steckt eine Futtermittelallergie dahinter. So können Sie vorgehen:
  1. Checken Sie die Ursachen: Hat Ihr Hund Flöhe, Milben oder Würmer? Diese Parasiten verursachen dieselben Symptome wie eine Futtermittelallergie. Lassen Sie das unbedingt beim Tierarzt abklären.
  2. Führen Sie ein Futtermittel-Tagebuch: Tragen Sie dort täglich ein, was Ihr Hund frisst, welche Medikamente er bekommt und ob und welche Symptome er zeigt. Das kann Ihrem Tierarzt wichtige zusätzliche Informationen liefern.
  3. Bestimmen Sie das richtige Allergen mit einer Eliminationsdiät: Mit einer Eliminationsdiät kann festgestellt werden, welcher Bestandteil eines Futtermittels die Allergie auslöst. Hilfe finden Sie beim Fachtierarzt für Tierernährung.
 
Info: Die Eliminationsdiät, auch Ausschlussdiät genannt, enthält lediglich eine einzige Eiweißkomponente und eine einzige Kohlenhydratquelle, die der Hund noch nie gefressen hat. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Hund bereits allergisch gegen diese Komponenten ist, ist daher sehr gering. Bessern sich die Symptome bei Fütterung der Eliminationsdiät, kann man davon ausgehen, dass der Hund tatsächlich eine Futtermittelallergie entwickelt hat.

Alternativ zur Eliminationsdiät können auch Bluttests bei der Diagnose einer Futtermittelallergie beim Hund helfen. Untersucht werden dabei die Antikörper, die auf verschiedene Futtermittel gebildet wurden. Die Trefferquote, so die allergieauslösenden Bestandteile herauszufinden, ist sehr hoch. Wohingegen die Aussage darüber, welche Bestandteile für den Hund geeignet sind, eher wenig zuverlässig ist.
 
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