Krebs bei Hunden – Risikofaktoren und Behandlung

Zu erfahren, dass der eigene Hund an Krebs erkrankt ist, ist meist ein schwerer Schock. Doch dank des Fortschritts in der Veterinärmedizin muss die Diagnose Krebs nicht mehr unbedingt ein Todesurteil für den Hund bedeuten.
 
Hund Krebs Heilung Risikofaktoren © stock.adobe.com/stock28studio
Bestimmte Krebsarten sind behandelbar.
Wenn der eigene Hund an Krebs erkrankt, ist das ein großer Schock. Doch die Tiermedizin hat sich weiterentwickelt und viele Krebsarten, die früher als unheilbar galten, können heute gezielt therapiert und sogar geheilt werden. Wie Krebs eigentlich entsteht, wie er behandelt werden kann und wie Sie Ihrem Hund helfen können, wenn er an einer solchen Tumorerkrankung leidet, erfahren Sie hier.
 

Risikofaktoren und Entstehung von Krebs bei Hunden

Krebs entsteht durch das unkontrollierte Wachstum entarteter Zellen. Diese Zellen haben ein beschädigtes Erbgut, weswegen sie sich immer weiter teilen und wachsen. Normalerweise kann ein körpereigener Abwehrmechanismus das weitere Vermehren solcher Zellen vermeiden, aber in seltenen Fällen gelingt diese Abwehr nicht – die entarteten Zellen entwickeln sich dann schließlich zu Krebsgewebe.

Es gibt verschiedene Faktoren, die das Wachstum eines solchen Tumors begünstigen können. Dazu zählt auch die genetische Veranlagung des Hundes, weswegen bei bestimmten Hunderassen gewisse Krebsarten häufiger auftreten. Aber auch bestimmte Umweltfaktoren können die ungehemmte Teilung entarteter Zellen begünstigen:
  • Infektionen
  • Parasiten
  • Entzündungen
  • schlechte Ernährung
  • Schadstoffe
  • radioaktive oder ultra-violette Strahlung

Häufig wird der Krebs aber nicht nur durch eine einzige Ursache ausgelöst. In der Regel entsteht Krebs bei Hunden aufgrund einer Kombination verschiedener Faktoren.
 

Krebs beim Hund: Bösartiger und gutartiger Tumor

Während gutartige Tumore eher langsam heranwachsen und meist leichter zu entfernen sind, da sie sich mit einer Art festen Kapsel vom gesunden Gewebe abgrenzen, ist das bei bösartigen Tumoren, also Krebs, nicht der Fall.

Bösartige Tumore haben häufig zarte Ausläufe in das gesunde Gewebe – sie sind mit dem bloßen Auge allerdings nicht zu erkennen. Die Gefahr: Der Chirurg entfernt womöglich nicht das gesamte Krebsgewebe und es kommt anschließend zu Rückfällen. Außerdem kommt es bei bösartigen Tumoren zu sogenannten Metastasen – Geschwüre, die sich in dem gesamten Hundekörper ausbreiten können.


Kann Krebs bei Hunden behandelt werden?

Erhalten Sie von Ihrem Tierarzt die Diagnose , dass Ihr Hund an Krebs erkrankt ist, sollten Sie sich weiter von ihm informieren lassen. Nicht jeder Tumor muss tatsächlich von einem Spezialisten behandelt werden. Ihr Haustierarzt berät Sie gerne darüber, welche Behandlungsmöglichkeiten Ihrem Hund offenstehen.

In der Veterinärmedizin gab es große Fortschritte, dank derer viele Krebsarten bei Hunden durchaus geheilt werden können. In der Regel wird das Krebsgewebe operativ entfernt – anschließend sollen mithilfe von Strahlentherapien oder Chemotherapien letzte Reste des Tumorgewebes bekämpft werden.

Kann der Tumor allerdings nicht durch einen Eingriff entfernt werden, weil die Körperstelle zu riskant für eine Operation wäre, wie beispielsweise bei Gehirntumoren, greift man häufig zur Strahlentherapie. Wenn der Tumor bereits gestreut hat, oder es sich um eine Blutkrebserkrankung wie zum Beispiel Leukämie handelt, wird eine Chemotherapie eingesetzt.


Die richtige Behandlung ist entscheidend.    ©stock.adobe.com/MaryLynnStrand
 

Wie stehen die Chancen, dass der Hund von Krebs geheilt werden kann?

Wird nicht das gesamte Krebsgewebe entfernt, ist es möglich, dass die Tumore sich neu bilden. Allerdings hängt das Risiko für einen Rückfall von vielen verschiedenen Faktoren ab:
  • Schwierigkeit der OP
  • gesundheitlicher Zustand des erkrankten Hundes
  • Art und Größe des Tumors
  • Können des Chirurgen
  • Qualität der Operationsnachsorge

Anders als bei uns Menschen, geht es bei krebskranken Hunden nicht darum, das Leben so lange wie möglich zu verlängern. Ziel ist es vielmehr, dem Hund Wohlbefinden und Lebensqualität zu gewährleisten. Deswegen sind die Medikamentdosierungen und Bestrahlungen für den Hund stark verringert. Die Folge: Nebenwirkungen der Krebsbehandlung fallen beim Hund meist weniger intensiv aus als bei uns Menschen.
 

Ein krebskranker Hund bedeutet viel Aufwand

Da einige Krebsarten wesentlich komplizierter zu behandeln sind als andere, gibt es auch keinen einheitlichen Kostenaufwand für eine Krebstherapie beim Hund. Allerdings können bei einer aufwändigen Behandlung durchaus Kosten in Höhe von mehreren tausend Euro auf Sie zukommen. Auch der Zeitaufwand und die Fahrtkosten müssen für die tiermedizinische Versorgung eines krebskranken Hundes überdenkt werden.

Ehrlichkeit ist wichtig: Nicht jeder kann sich die bestmögliche Krebstherapie für seinen Hund leisten. Bleiben Sie Ihrem Tierarzt gegenüber immer ehrlich. Er wird Ihnen gerne zur Seite stehen, um die Lebensqualität Ihres Hundes bestmöglich aufrechtzuerhalten. Denn das Wohl des Hundes steht immer an erster Stelle.
 

So stehen Sie Ihrem krebskranken Hund zur Seite

1. Die richtige Ernährung ist entscheidend
Lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt über die richtige Ernährung für Ihren Hund beraten. Wichtig ist, dass das Futter auf die Bedürfnisse des Hundes abgestimmt ist. Außerdem wichtig: Es muss ihm gut schmecken! Der Hund muss fressen, um bei Kräften zu bleiben.

2. Übelkeit des Hundes behandeln
Übelkeit ist auch für Ihren Hund ein unangenehmes Gefühl. Damit es ihm besser geht, sollten Sie sich bei Ihrem Tierarzt über eine Magenschutztherapie informieren. So kann dem Hund geholfen werden.

3. Schmerzlinderung ist das oberste Ziel
Beobachten Sie genau, ob Ihr Hund Schmerzen hat. Das kommt bei Krebserkrankungen leider häufig vor. Auch hier gilt: Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt. Er wird Ihnen dabei helfen, Ihrem Hund ein schmerzfreies Leben zu ermöglichen.

4. Physiotherapeutische Massagen können unterstützen
Manchmal kann eine Physiotherapie dem krebskranken Hund helfen. Lassen Sie diese am besten von einem Profi durchführen. Sie können sich aber auch ein paar Massagegriffe zeigen lassen, um sie Zuhause bei Ihrem Hund selbst durchzuführen. So verbessern Sie die Lebensqualität Ihres Hundes und schenken ihm Ihre Aufmerksamkeit – was Ihrem Hund sicherlich gut tun wird.