Lebensgefahr: Magendrehung beim Hund

Bei einer Magendrehung beim Hund zählt jede Minute! Wir verraten Ihnen, wie Sie schnell erkennen, ob es sich bei Ihrem Hund um eine Magendrehung handelt, wie Ihr Hund behandelt werden kann und welche Vorsorgemöglichkeiten es gibt.
 
Magendrehung Hund © adobestock.com/Conny Hagen
Der Irish Setter ist häufig betroffen.
Eine Magendrehung ist ein absoluter Notfall bei Hunden und führt in 15 bis 30 % der Fälle zum Tod. Deswegen ist es nur sinnvoll, sich schon im Vornhinein genau über diese Krankheit zu informieren, um im Ernstfall richtig und schnell handeln zu können. Lesen Sie hier, was eine Magendrehung beim Hund ist, wie sie behandelt werden kann und wie Sie Ihren Vierbeiner davor schützen können.
 

Was ist eine Magendrehung beim Hund?

Bei einer Magendrehung dreht sich der Hundemagen um die eigene Achse – dabei werden Mageneingang und -ausgang abgeschnürt. Auch die Magenvenen werden blockiert – es kommt zu Blutstau. Jetzt können auch keine Gase mehr aus dem Magen entweichen. Die Folge: Der Bauch des Hundes bläht sich auf. Ihm fällt es dadurch erheblich schwerer zu atmen.

Besonders gefährlich sind auch die Druckschäden, die aufgrund einer Magendrehung entstehen, da dadurch Gewebe absterben kann. Unter Umständen kommt es auch zu einem Durchbruch der Magenwand des Hundes. Außerdem werden all seine inneren Organe nicht mehr ausreichend durchblutet – das kann erhebliche Schäden verursachen. Der Hund verstirbt in akuten Fällen dann meist an einem Kreislaufversagen.


Symptome einer Magendrehung beim Hund

Appetitlosigkeit und Antriebslosigkeit des Hundes sollten jeden Hundehalter alarmieren. Will Ihr Hund aufstehen, bricht aber kraftlos wieder zusammen, kann das ein Hinweis auf eine Magendrehung sein. Eindeutig wird es, wenn der Hundebauch gespannt und aufgebläht ist. Außerdem kann es sein, dass Ihr Hund würgt, ohne zu erbrechen. Jetzt sollten Sie schleunigst den Tierarzt alarmieren, denn jede Minute kann über das Leben des Hundes entscheiden!


Behandlung einer Magendrehung bedeutet immer Operation

Informieren Sie Ihren Tierarzt am besten, bevor Sie gleich zu ihm fahren – so kann er während Ihrer Hinfahrt schon einmal die Notoperation vorbereiten. Zuerst wird der Tierarzt versuchen, den Kreislauf Ihres Hundes zu stabilisieren – anschließend muss unbedingt operiert werden.

Bei der Operation wird der Magen in seine ursprüngliche Lage zurückgedreht. Anschließend näht der Tiermediziner den Hundemagen an der Bauchwand an, um eine weitere Magendrehung zu vermeiden. Zu 80 % besteht nämlich die Chance, dass sich der Magen erneut drehen wird. Hat Ihr Hund die Notoperation gut überstanden , ist es leider noch nicht geschafft.

Die Folgen einer Magendrehung sind nicht vorhersehbar. Es kann sein, dass lebenswichtige Organe, wie das Herz oder die Niere durch mangelnde Blutzufuhr zu stark beschädigt worden sind. Ob der Hund die Nachwirkungen der Magendrehung wirklich übersteht, stellt sich erst in 4 – 5 Tagen nach der Operation heraus.


Der Tierarzt stellt letztendlich die Diagnose.    ©adobestock.com/Ekaterina
 

Ursachen für eine Magendrehung beim Hund

Weshalb genau es zu einer Magendrehung bei Hunden kommt, ist bis heute ungeklärt. Jedoch konnte man feststellen, dass besonders Hunde mit über 20 kg Körpergewicht und einem tiefen Brustkorb gefährdet sind. Dazu zählen beispielsweise Irish Setter, Irish Wolfhounds, Weimaraner ,  Doggen, Bloodhounds und Mischlinge dieser Hunderassen. Aber auch andere Hunde sind vor einer Magendrehung nicht sicher.

Folgende Risikofaktoren sollen eine Magendrehung begünstigen können:
  • familiäre Veranlagung
  • nervöses, ängstliches Wesen des Hundes
  • Stress
  • fortgeschrittenes Alter
  • eine einzige große Mahlzeit am Tag
  • hastiges Fressen und Luftschlucken durch Schlingen
  • Bewegung gleich nach der Mahlzeit
 

3 Tipps zur Vorbeugung einer Magendrehung beim Hund

Da die tatsächlichen Ursachen einer Magendrehung bis heute ungeklärt sind, ist es schwierig, eine genaue Methode zur Vorbeugung einer Magendrehung zu entwickeln. Ist Ihr Hund familiär vorbelastet, kann eventuell der Magen vorbeugend an die Bauchwand genäht werden. Besprechen Sie diese Option allerdings unbedingt mit Ihrem Tierarzt! Folgende Empfehlungen können das Risiko einer Magendrehung senken.

1.  Mehrmals täglich füttern
Eine einzige große Mahlzeit pro Tag soll das Risiko erhöhen, dass Ihr Hund eine Magendrehung erleidet. Verhindern Sie es, indem Sie das Futter einfach auf zwei oder drei Portionen pro Tag aufteilen. So wird der Magen nicht auf einmal befüllt.

2. Schlingen während des Fressens vermeiden
Um Ihren Hund beim Fressen auszubremsen, gibt es spezielle Anti-Schling-Näpfe. Sie können auch einen Gummiball in den Napf legen und Trockenfutter mit einem Snackball verfüttern.

3. Verdauungspausen nach Mahlzeiten einplanen
Bewegt sich der Hund mit einem vollgeschlagenen Bauch, ist das Risiko für eine Magendrehung erhöht. Deswegen sollte sich Ihr Hund nach seiner Mahlzeit einfach kurz erholen, bevor er so richtig loslegen kann.