Rohfleischfutter birgt Gefahren

Vorsicht BARFer! Aktuelle Studie deckt Gefahren im Rohfutter auf

Viele Tierbesitzer entschließen sich ganz bewusst dazu, ihren Hund ausschließlich mit rohen Nahrungsmitteln zu füttern. Eine aktuelle Studie untersuchte Proben des Rohfleischfutters - mit erschreckendem Ergebnis!
 
Rohfütterung für den Hund © shutterstock.com/stockcreations
Rohfleisch kann gefährlich sein.
Es gibt so einige Gründe, weshalb sich viele für die sogenannte „ BARF-Methode “ entscheiden und ihr Haustier mit rohem Fleisch versorgen. Schließlich hatten Wissenschaftler neben dem Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat auch weitere Umweltgifte in konventionellem Fertigfutter entdeckt. Ein Forscherteam der Universität Zürich hat jetzt die beliebte Alternative Rohfutter auf die Probe gestellt und untersucht, ob das rohe Fleisch tatsächlich gesünder für unsere Haustiere ist. Die im „Royal Society Open Science“ veröffentlichte Studie brachte erschreckende Ergebnisse zutage.


Ist BARF wirklich immer die beste Wahl?                                            ©shutterstock.com/ThamKC
 

BARFen auf dem Prüfstand

47 verschiedene Arten von Rohfleischfutter von acht Herstellern wurden untersucht. 31 Futtermittel davon enthielten Fleisch aus der Schweiz, 20 beinhalteten Fleisch aus Deutschland. Die Sorten Hund, Rind, Lamm und Ente waren ebenso vertreten wie Strauß, Pangasius und Elch. Es handelte sich dabei nur um Hundefutter.
 

Erschütternde Resultate für BARFer

Die Wissenschaftler wiesen bei satten 72,5% der Futterproben Enterobakterien nach, wobei der festgestellte Wert weit über dem Grenzwert der EU-Richtlinien liegt. Die eigentlich im tierischen und menschlichen Darm angesiedelten Bakterien können verschiedene Krankheiten, wie eine Blasenentzündung oder eine bakterielle Lungenentzündung verursachen. Für einen Körper mit geschwächtem Immunsystem kann das lebensbedrohlich werden. Außerdem trugen 62% der Futterproben multiresistente Bakterien in sich: Es wurde auf den ESBL-Keim getestet, ein antibiotikaresistenter Krankenhauskeim. Und damit nicht genug: Zwei der getesteten Futter waren mit Salmonellen verseucht.


Wer BARFen will, muss aufmerksam sein.                      ©shutterstock.com/Dvorakova Veronika
 

BARFen: Wissenschaftliches Fazit

Die Befunde zeigen, dass eine Rohfleischfütterung nicht nur für die Tiere selbst, sondern auch für uns Menschen mit bestimmten gesundheitlichen Risiken verbunden ist. Die entdeckten Bakterien sind nämlich übertragbar. Auf Rohfleischfutter muss aber deswegen keiner gleich komplett verzichten. Wer weiter BARFen will, sollte allerdings verschärft auf Hygiene achten. Das bedeutet, Sie sollten den Keimen erst gar keinen Nährboden bieten. Das gelingt Ihnen, indem sie den Futterplatz Ihres Hundes stets sauber halten und den Napf täglich säubern. Auch Behälter, in denen das rohe Fleisch aufbewahrt wurde sowie Küchengeräte, die damit in Kontakt gekommen sind, müssen nach Benutzung ordentlich gespült werden. Man sollte sich dennoch immer darüber im Klaren sein, dass die BARFer-Haustiere eventuell multiresistente Bakterien in sich tragen und diese auch an uns Menschen weitergeben könnten.