Gesundheit

Katzenschnupfen: Symptome und Behandlung

Katzenschnupfen kann sowohl durch Viren als auch durch Bakterien verursacht werden. Doch was steckt eigentlich genau hinter dieser Krankheit? Erfahren Sie hier alles über die Symptome, Ursachen und Behandlung von Katzenschnupfen.
 
Kätzchen mit geröteten, geschwollenen Augen © shutterstock/shymar27
Katzenschnupfen ist besonders für Kitten gefährlich – und lebensbedrohlich.
Katzenschnupfen ist nicht gleichzusetzen mit einer harmlosen Erkältung. Es handelt sich um eine schwere Erkrankung der oberen Atemwege und der Augen-Schleimhäute.

Da meist mehrere Erreger an der Entstehung der Krankheit beteiligt sind, sich gegenseitig beeinflussen und auch Umgebungsfaktoren wie Stress beim Krankheitsausbruch eine Rolle spielen können, spricht man beim Katzenschnupfen oder Katzenschnupfenkomplex auch von einer Multifaktorenkrankheit.

In der Literatur finden sich zudem die Bezeichnungen Feline Rhinotracheitis, infektiöse Katzenrhinitis und Feline upper respiratory tract disease (FURTD).
 

Katzenschnupfen-Erreger im Überblick

Katzenschnupfen-Erreger finden sich sowohl im Reich der Viren, als auch unter den Bakterien. 

Man unterscheidet primär pathogene (krankmachende) Erreger wie
  • das Feline Calicivirus (FCV)
  • das Feline Herpesvirus (FHV1)
  • das Bakterium Bordetella bronchiseptica
  • das Bakterium Chlamydophila felis und
  • verschiedene Mykoplasma-Spezies
von sekundär pathogenen Erregern wie
  • Pasteurella spp.
  • Staphylococcus spp.
  • Escherichia coli
  • Streptococcus spp.
  • Pseudomonas spp. und
  • Klebsiella spp.
In mehr als 80 Prozent der Fälle sind das Feline Calicivirus und das Feline Herpesvirus am Katzenschnupfenkomplex beteiligt.

Das Zusammenspiel von primären und sekundären Erregern macht eine Katzenschnupfen-Infektion so gefährlich. Durch Mischinfektionen kommt es zu den typischen Katzenschnupfen-Symptomen, die unbehandelt durchaus zum Tode führen können.
 

Übertragung von Katzenschnupfen

Eine Katzenschnupfen-Infektion erfolgt meist über direkten Kontakt von Katze zu Katze, oder durch eine Tröpfcheninfektion. Ansteckungen über eine kontaminierte Umwelt (z.B. Gegenstände oder Personen) sind jedoch ebenso möglich.

Gefährdet sind vor allem Jungkatzen ohne Impfschutz, die viel Kontakt zu anderen Katzen haben – zum Beispiel in Tierheimen, beim Züchter, auf Ausstellungen, in Tierpensionen oder auf Bauernhöfen. Auch Katzen mit einem geschwächten Immunsystem infolge von FeLV- oder FIV-Erkrankung gehören zur Risikogruppe: Bei ihnen kann es im Rahmen der Sekundärinfektion schnell zu einer lebensbedrohlichen Lungenentzündung kommen.

Drei rote Kätzchen sitzen im Käfig
Dort, wo viele Katzen zusammenkommen, ist das Infektionsrisiko besonders hoch. ©shutterstock/Gary Paul Lewis

Selbst nach einer überstandenen Erkrankung bleiben Katzen häufig über Wochen oder Jahre Träger von Herpes- oder Caliciviren, wodurch es immer wieder zu schubweisen Virusausscheidungen kommen kann.
 

Symptome bei Katzenschnupfen

Hat sich eine Katze mit einem bzw. mehreren Katzenschnupfen-Erregern infiziert, treten erste Krankheitssymptome in der Regel zwei bis sechs Tage nach der Infektion auf. So vielfältig die beteiligten Erreger sein können, so unterschiedlich kann sich das Krankheitsbild äußern. Zu den wichtigsten Symptomen zählen:
  • wässriger bis eitriger Augen- und Nasenausfluss
  • Niesen
  • Verletzungen der Schleimhaut im Maul- und Rachenbereich, Bläschenbildung
  • Bindehautentzündungen
  • Schäden an den Nasenflügeln
  • Atemnot
  • Husten
  • Muskel- oder Gelenkschmerz
  • Fieber in Verbindung mit einem stark beeinträchtigten Allgemeinbefinden
Wie stark oder schwach bestimmte Symptome ausgeprägt sind, liefert Hinweise auf die beteiligten Erreger. So führt eine Infektion mit dem felinen Calicivirus vermehrt zu Geschwüren im Mund- und Rachenraum sowie zu Lahmheit, während starker Nasen- und Augenausfluss, Niesen und Hornhautgeschwüre häufig auf das Konto des felinen Herpesvirus gehen. Chlamydien haben hingegen eine Vorliebe für die Schleimhäute der Augen, weswegen hartnäckige Bindehautentzündungen und Augenausfluss ihr Markenzeichen sind.

Braune Katze mit Nasenausfluss
Nasen- und Augenausfluss gelten als Leitsymptome des Katzenschnupfens. ©shutterstock/RJ22

Eine genaue Identifikation des Erregers ist wichtig für eine zielgerichtete Therapie. Der Erregernachweis erfolgt mit Hilfe von Zungen-, Maulhöhlen- oder Hauttupfern. Die gewonnenen Proben werden anschließenden mit spezifischen Nachweismethoden wie Polymerase-Kettenreaktion (PCR) oder Virusanzucht untersucht, um den beteiligten Viren auf die Spur zu kommen.
 

Katzenschnupfen behandeln

Früh erkannt und behandelt, bestehen für Katzenschnupfen-Patienten gute Heilungschancen. Die Therapie richtet sich nach Schweregrad der Erkrankung und dem Allgemeinzustand des Patienten.

Gegen bakterielle Infektionen ist die Gabe eines Antibiotikums nötig. Hyperimmunseren, die neutralisierende Antikörper gegen Herpes- und Caliciviren enthalten, können ebenfalls zum Einsatz kommen. Immunstimulierende Medikamente (z. Bsp. in Form von Interferon) helfen dem Körper dabei, sich besser gegen die Viren zur Wehr zu setzen.
 

Die Katzenschnupfen-Therapie unterstützen

Man selbst kann die tierärztliche Therapie durch folgende Maßnahmen unterstützen:

Halten Sie Augen und Nase Ihrer Katze stets sauber
Benutzen Sie ein fusselfreies, weiches Tuch und einen vom Tierarzt empfohlenen, milden Augenreiniger (keinen Kamillentee!). Harte Krusten werden zunächst betupft und aufgeweicht, dann weggewischt. Verabreichen Sie Ihrer Katze regelmäßig Augentropfen, soweit vom Tierarzt verordnet.

Bereiten Sie Ihrer Katze ein Dampfbad zum Inhalieren
Mischen Sie in einer Schüssel 1/2 Liter kochendes Wasser mit 1/2 Teelöffel Kochsalz. Auch die Zugabe eines Kamillenteebeutels ist möglich, verzichten Sie jedoch auf ätherische Öle. Setzen Sie Ihre Katze in einen Transportkorb und stellen Sie die Schüssel davor. Mit einem Handtuch decken Sie Korb und Schüssel rundherum ab. Nach fünf Minuten wird die Inhalation beendet und das Fell der Katze sanft trocken gerieben.

Animieren Sie Ihre Katze zum Fressen
Durch die verstopften Atemwege sind Geruchssinn und Appetit beeinträchtigt. Weiches, besonders schmackhaftes Futters kann durch leichte Erwärmung attraktiver gemacht werden. Eine selbst gemachte Hühnerbrühe kann ebenfalls Wunder wirken. Das sind die Zutaten:
  • 1 Bio-Suppenhuhn, zerteilt
  • 1 Bio-Möhre, grob zerkleinert
  • 1 TL Bio-Apfelessig
  • ca. 1,5 l Wasser
Und so geht’s: Fleischige Knochen mit Wasser bedecken, Möhre und Apfelessig dazu, alles aufkochen. Zwei Stunden auf niedriger Stufe garen. Brühe abkühlen lassen, Knochen und Möhre entsorgen. Portionsweise füttern oder einfrieren.

Grau-weiße Katze ruht auf pinker Decke
Ruhe und eine stressfreie Umgebung sind wichtig für die Genesung. ©shutterstock/Taras Verkhovynets

Bieten Sie Ihrer Katze so viel Ruhe und Komfort wie möglich
Mehrere warme Schlafplätze und Rückzugsorte sollten für Ihre Katze immer zugänglich sein. Vermeiden Sie Zugluft.

Hygiene ist das A und O
Futter- und Wassernäpfe, Katzenklos und Schlafplätze sollten regelmäßig und gründlich gereinigt sowie desinfiziert werden.
 

Katzenschnupfen vorbeugen

Der wirksamste Schutz gegen den Katzenschnupfen ist und bleibt die Impfung. Im Idealfall wird diese bereits im Welpenalter durchgeführt. Die Grundimmunisierung gegen Katzenschnupfen sollte im Alter von 8, 12 und 16 Lebenswochen erfolgen und später, je nach verwendetem Impfstoff, alle ein bis drei Jahre aufgefrischt werden. Die Impfung gegen Katzenschnupfen (Herpes- und Caliciviren) gehört zusammen mit der Impfung gegen Katzenseuche zu den so genannten Kern-Impfungen.

Je nach individuellen Lebensumständen der Katze empfiehlt sich auch eine Impfung gegen Bordetella bronchispetica. Hierbei wird der Impfstoff intranasal verabreicht, also in die Nase getröpfelt. Dadurch schützt er die Katze direkt an der Eintrittspforte der Katzenschnupfen-Erreger, an der Nasenschleimhaut. Eine Impfung gegen Chlamydophila felis ist für manche Katzen ebenso empfehlenswert.

Am Besten erstellt man in Zusammenarbeit mit dem Tierarzt einen individuellen Impfplan für die Katze, um unnötige Injektionen zu vermeiden.
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